Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch

Dichtung und Wahrhe… Dichtung

Abgelegt unter: Allgemein | 15.02.2003 (12:51) |

Der Regen prasselte auf die Plantage nieder. Die Äste der Bäume wiegten sich im Wind des Sturmes. Sie starrte in die Nacht hinaus und atmete schwer. Regen und Wind vermochten kaum die schwüle Hitze des Tages zu vertreiben. Ihr dünnes weisses Baumwollkleid war feucht, ein Schweisstropfen perlte zwischen ihre vollen Brüste, die sich gegen den weichen Stoff drängten. Wo war er nur? Er hatte doch sofort zurückkommen wollen. Sie hoffte inständig, dass nicht schon die Nordstaatler bis hierher vorgedrungen waren. Nein, da war er, er eilte die Stufen der Veranda hoch, riss die Tür auf und trat zu ihr in den Salon. Im Schein der flackernden Kerzen sah sie sein freches Grinsen. Seine Augen funkelten sie an. Sein nasses Haar hing im ins Gesicht, sein Oberkörper war nackt und er war nass von Kopf bis Fuss. Schnell trat er zu ihr und hob sie auf seine muskulösen Arme. Dann trug er sie die breite Treppe in das obere Stockwerk hoch. Ihr Herz klopfte, fast glaubte sie, man müsse es durch den Hauch von Stoff sehen können, wie ihre Leidenschaft pochte. Mit dem Fuss stiess er die Tür zum Schlafzimmer auf. Das weiss gedeckte Bett lag jungfräulich vor ihnen wie eine Blumenwiese voll Margariten. Er legte sie ab und kniete sich über sie. Sie reckte ihr Gesicht hoch und streckte ihm ihre vor Erwartung bebenden Lippen entgegen. Er küsste sie erst sanft, dann leidenschaftlicher und wilder. Ein warmer Strom durchfloss ihren Körper wie glühende Lava. Näher schmiegte er sich an sie und sie konnte die Hitze und Stärke seiner Liebeslanze spüren. Ein Nichts von dünnem, nassem Stoff trennte sie jetzt noch. Sie vergrub ihre Finger in seinen Haaren. Sie wollte nichts mehr, als dass er sie jetzt nahm, genau hier und jetzt. Er blickte ihr tief in die Augen. Seine Hände strichen über ihre nackten Schultern und schoben langsam das Kleid zur Seite. Plötzlich packte es das Kleid und zerriss es. Erst erschrak sie, doch dann, als sie so nackt vor ihm lag und seine Hitze mehr spürte als diejenige von draussen, da reckte sie ihm ihren Körper entgegen und… Nun aber mal ernsthaft, meine Damen. Solche Geschichten verkaufen sich zu Millionen an eure Gattung und werden verschlungen, im Bett, im Zug, in Cafés. Eigentlich immer wieder die gleichen Geschichten, aber halt variiert in der Zeit oder im Ort. Entweder das schwüle Südstaatenambiente, das noble englische Herrenhaus oder der abenteuerliche Aussenposten im afrikanischen Busch. Auf die extrem unrealistischen Arztromane will ich hier noch nicht mal eingehen. Seid ihr wirklich SO einfach gestrickt? Ihr gebt es aber nicht zu? Ist doch nicht schlimm. Sagt doch auch keiner was. Aber nur, wenn ihr euch in Zukunft verklemmt, über Geschichten das Maul zu zerreissen, wo der Hengst von einem Klempner an der Tür klingelt und wenn sich die Stute von einer Hausfrau vorbeugt, um ihm ihre Rohre zu zeigen, da zeigt er ihr erst mal seines. So was in der Art. Ist nicht so wahnsinnig viel anders als der Kram, den ihr euch reinzieht. Aber es ist an realistischeren Orten (für Männer): Autowerkstatt, beim Einstellungsgespräch, auf der Soldatenstube. Natürlich würde das auch an exotischeren Orten klappen, aber erwiesenermassen sieht ein Klempner am Palmenstrand ziemlich deplatziert aus. Ich warte immer noch auf den Moment, wo auf der Veranda in Georgia oder South Carolina ein bodygebuildeter Automechaniker steht und die Dame des Hauses (im weissen, aus handgepflückter Baumwolle hergestellten Kleid) fragt: „Darf ich Ihnen zeigen, wie ein Einspritzer funktioniert, Miss?“

Aktuell im Ohr: New Order – True Faith

Lasst Blumen brechen

Abgelegt unter: Allgemein | 14.02.2003 (11:33) |

Valentinstag. Wieder einmal. Böse Zungen behaupten, das sei der höchste Feiertag der Blumenhändler. Das würde ich als Betrachtungsweise “Glas halb leer” betrachten. Ich würde die “Glas halb voll”-Version bevorzugen, nämlich dass der Valentinstag nichts anders ist als die aufwendigste Erinnerung für faule und doofe Menschen, die es sonst nicht fertig bringen, ihrem Partner etwas Gutes zu tun. Ausser vielleicht zu Weihnachten oder Geburtstag. Was wünscht du dir? (Was sowieso eine doofe Frage ist, wenn man eine Beziehung hat, da sollte man schon ein wenig was mitbekommen). Och, nichts! (Was auch eine doofe Antwort ist in einem solchen Fall, denn wenn man sonst NIE ernst genommen wird, HIER wird man’s). OK! (Thema abgehandelt, kein Geschenk). Nun kommt aber die Blumenindustrie (und Kärtchen und Schokolade und Unterwäsche und und und) und sagt “JETZT könnt ihr eure Scharten auswetzen” und schon wetzen die meisten und organisieren Schenkkram. Bizarrerweise aber zum überwiegenden Teil Männer. Es gibt auch Frauen, die ihren Partner vernachlässigen, warum also so einseitig und Valentinstag ist nur ein Angriff auf männliche Portemonnaies? Verstehe ich nicht. Oder ist der V-Day nur eine unbefruchtete Version des Muttertags (gibt es Vatertag eigentlich ECHT in Deutschland?)? Die Ausrede, Männer mögen keine Blumen zählt nicht (ich finde extrem dunkle Rosen oder Strelizien zum Beispiel sehr geil), schliesslich gibt es noch anderen Schnickschnack zum Schenken. Aber da sind wir wieder beim Thema “Aufmerksamkeit”. Oder man kombiniert die Blumen (beispielsweise Rosen) mit etwas, was dem Mann sicher Freude macht. Wer American Beauty gesehen hat, weiss was ich meine. Für die anderen hier ein Hinweis:

Aktuell im Ohr: Police – Every Breath You Take

Ächz.

Abgelegt unter: Allgemein | 13.02.2003 (23:18) |

Bastelbastel. Schraubschraub. Tipptipp. Sägsäghämmerhämmer. Auffingerhau. Schrei. Tipptipp. Löschlösch. Tipp. Bastelbastel. Grübel. Tipptipp. So. Bettzeit.

Aktuell im Ohr: Nur noch das Rauschen des Lüfters

Was man so alles ausgräbt…

Abgelegt unter: Allgemein | 13.02.2003 (12:58) |

Britische Archäologen haben in der Nähe von Stonehenge in einem Grab einen prähistorischen Stammesführer entdeckt. Zumindest sein Skelett. Dieses Skelett stammt in etwa aus dem Jahr 2300 vor Christus und aus der Zeit in der Stonehenge erbaut wurde. Nun wurde bei der genaueren Untersuchung festgestellt, dass der Herr als Kind in der Alpenregion gelebt hatte. In dem Grab wurden ebenfalls Messer (Schweizer Armeemesser) und Gold (Schweizer Banken) gefunden, also schloss man natürlich daraus, dass es sich um einen Schweizer gehandelt hatte. Es passte alles. Ausgenommen die Tatsache, dass die Briten das “Shocking!” finden, weil ein Schweizer wohl der Initiator für ein Nationalheiligtum gewesen ist. Dem entgegensprechen würde die Tatsache, dass es keinen Souvenirstand gab oder zumindest ein paar Werbemalereien für Schoggi oder Ricola. Aber interessant, dass an Stonehenge eine Aufschrift prangen könnte: “Wer hat’s erfunden? Häh? Die Schweizer!”. Zeigte damals schon, dass wir sehr reisefreudig sind und wissen, wie man Touristen anzieht. Rein theoretisch könnten dann aj auch andere Bauwerke von Schweizern sein. Die Chinesische Mauer. Weil Schweizer schon immer etwas Inseldasein bewahren wollten und nicht jeden reinlassen. Die Pyramiden von Gizeh. Gibt’s eine schönere Bank als ein Bauwerk mit Gazingillionen Tonnen von Stein um die Schatzkammer? Atlantis. Reich ausgestattet und gut gelegen, schliesslich wollte man ähnlich den Germanen ein Ausflugsziel im Süden. Und wenn die damals nicht einen Swissair-Manager (oder eine helvetische Flügelgottheit) mit der Verwaltung beauftragt hätten, dann hätten wir das immer noch. Aber so musste es ja untergehen.

Aktuell im Ohr: Resistance D – I Invite You

Sleepless in Windisch

Abgelegt unter: Allgemein | 13.02.2003 (7:47) |

Entweder er kommt gar nicht oder unerwartet. Falsche Zeit, falscher Ort. Zu früh, zu spät. Zu kurz oder zu lang. Zu tief oder zu flach. Im dümmsten Moment klingelt das Telefon. Wie auch immer, es gibt genug Gründe, warum er schlecht sein kann oder er unterbrochen wird. Wer jetzt die ganze Zeit schon wieder an Sex denkt (also Markus zum Beispiel), der soll sich mal in die Ecke stellen und schämen. Es geht um Schlaf. In Zeiten wo man viel um die Ohren hat (ausgenommen seine Kissen), da stellt sich ein Schlafrhythmus schon mal um. Oder ab. Dann nimmt man, was man kriegen kann. Sei es, dass man vor dem Fernseher einschläft und mit Genickstarre aufwacht oder man vor dem Lenkrad einschläft und mit Totenstarre aufwacht. Oder man nimmt sich eine Menge vor, arbeitet, will dieses und jenes noch machen, legt sich dann erst mal hin, nachdem man Haufen von Arbeit erledigt hat, nimmt das Handy zur Hand um noch eine Nachricht zu schreiben und ratzt ein. Am Morgen wacht man auf und hält das Teil immer noch in der Hand. Also das Handy. Nun hoffe ich doch schwer, dass man im Traum keine SMS schreiben kann. Sonst könnte das entweder peinlich oder gefährlich werden, abhängig davon, wem man was schickt. Also wenn einem der Arbeitskollege morgens plötzlich zuzwinkert und Kusshändchen wirft, dann hat man die Message an die Freundin hundertprozentig falsch versendet. Wenn man am Morgen plötzlich keine Freundin mehr hat, dann muss wohl auch was schief gelaufen sein. Ich werde es bald erfahren. Die Kollegen sind noch nicht alle da und die Freundin schläft noch. Ich bin gespannt.

Aktuell im Ohr:

Wie? Einfach so?

Abgelegt unter: Allgemein | 12.02.2003 (13:05) |

Letzte Woche war ich am Macromedia MX Studio Intensivkurs. Da behandelten wir so schöne Sachen wie Dreamweaver, Fireworks und Flash. Im Laufe dieses Kurses, den ich aus beruflichen Gründen besuchte, ging mir auf, dass ich doch eigentlich meine Version zu Hause durchaus auch updaten könnte, denn dann benutze ich daheim das Gleiche wie im Büro und das macht Sinn. Also stoffelte ich in der Mittagspause los und kaufte mir ein Update-Paket. Nicht ganz billig, aber ein gutes Gewissen und Support verfügbar. Nach der pause hat das eine andere Teilnehmerin mitbekommen und fragt mich: “Ach. Das hast du einfach so gekauft?”. Ja, wie denn sonst? Da treten wohl wieder die Unterschiede Mann/Frau zu Tage. Mann will Produkt kaufen. Mann geht in Geschäft. Mann nimmt Produkt. Mann kontrolliert nochmal, ob benötigte Spezifikationen stimmen. Mann bezahlt. Mann verlässt Geschäft. So weit, so gut. Frau will Produkt kaufen. Frau geht in Geschäft. Frau nimmt Produkt. Frau fragt sich, ob Produkt zu ihrem Outfit passt. Frau stellt Produkt zurück. Frau nimmt Produkt erneut. Frau fragt sich, ob Produkt sie dicker erscheinen lässt. Frau stellt Produkt zurück und versucht es mit anderem Produkt. Frau kehrt zu erstem Produkt zurück. Frau ruft Freundin an und fragt um Rat (an dieser Stelle könnte man Telefongespräch wie HIER einfügen). Frau hält Produkt die ganze Zeit in den Händen und versucht heraus zu finden, ob benötigte Spezifikationen zum Produkt passen. Frau nimmt Produkt mit der schönsten Farbe. Frau bezahlt nach Diskussionen um Rabatt. Frau verlässt Geschäft. Frau kommt am nächsten Tag wieder und tauscht Produkt um. Wie? Vorurteile? ICH? Niemals!

Aktuell im Ohr: Roxette – Listen To Your Heart

Neulich nachts beim Zappen

Abgelegt unter: Allgemein | 09.02.2003 (18:47) |

Wenn ich denn nicht schlafen kann, dann kommt es schonmal vor, dass ich mich auf die Couch hänge, die Multifunkions-Fernbedienung (der Horror einer jeden Frau) zur Hand nehme und dann eine kleine Reise durch die Kanäle unternehme. Wenn draussen noch der Tag leuchtet, gerät man zwischen Talkshows, Gerichtsshows, Soaps, Real Life-Soaps und Sitcoms in der achtundzwanzigsten Wiederholung. Jeden Tag das Gleiche. Andere Gesichter, gleiche Geschichten. Nachts wechselt das Programm dann aber doch noch, denn da darf man Dinge zeigen, die bei Tageslicht unter Verschluss gehören. Obwohl das meiste so übel ist, dass es besser IMMER unter Verschluss bliebe.

Ich lasse die Wiederholungen der amerikanischen Action-Billig-B- und C-Filme, in denen die Hauptakteure immer Joe, John oder Mike heissen, zur Seite. Die 0190er-Werbung ist auch überall dieselbe, das einzige was mir aufgefallen ist in den letzten Monaten, die Spots werden vermehrt angereichert durch den Einsatz von entweder Hässlichen oder Alten. Oder beides. Ich weiss, hässlich ist subjektiv. Aber guckt euch die mal an. Vorher wechsel ich das Ufer. Ein klein bisschen putziger wurde es dann bei GIGA TV, wo eine schwedische Teenie-Girlgroup performte (es heisst ja nicht mehr singen, es heisst performen, weil die billigen Synchrontanzschrittchen, die man beim Casting gelernt hat, ja immer mit dabei sind). Putziger insofern, dass die nicht total hässlich sind, aber das war’s dann auch grad. Die Mädels heissen (oder hiessen, vielleicht sind die schon wieder weg vom Fenster) Play und der Song „Us against the World“. Eigentlich hätte das eher „Us against the Playback“ heissen müssen. Ich wollte zuerst nur durchzappen, weil was mein Ohr berührte nicht tatsächlich hörenswert war und richtig süss waren die auch nicht. Als dann aber eine der Vier zur Musik ihren Mund bewegte wie ein Fisch auf dem Festland (oder wie bei Fellatiotrockenübungen für Einsteiger), da musste ich doch einen Augenblick verweilen. Chorgesang zu viert, aber nur drei machen mit, weil die vierte auf ihre Schrittfolge achten muss. Sieht lustig aus. Sieht auch lustig aus, wie die synchron einen Hüftschwung hinlegen, der jedem Pornofilm zur Ehre gereichen würde. Oder wenn die, welche grade ihren Solopart hat, wohl mitSINGT, allerdings nicht die gleichen Wörter, wie man sie grade hört. Sieht schon lustig aus.

Aber nach drei Minuten ist auch dieser Spass vorbei und ich hüpfe weiter zu DSF (oder war es Eurosport?). Da habe ich nämlich in der Programmzeitschrift was gelesen, was doch meine Neugier geweckt hat: Sexy Sport Clips. Ah? Zuerst stellte ich aber fest, dass ich noch weiter rumzappen muss, denn erst kommt eine Viertelstunde „Werbung“, was nichts anderes heisst als fünfzehn Minuten ununterbrochen 0190er-Spots. Also noch eine Runde quer durchs Programm, ein bisschen gucken, wie Mel Gibson ein paar Leute verprügelt, erschiesst und in die Luft sprengt. Dann kurz einen Schlenker über Pro7, wo der (für Deutschland) eh schon verstümmelte „From Dusk Till Dawn“ NOCH geschnittener seine Handlung abspult. Ihr wisst gar nicht, was man euch alles vorenthält, bei Action- und Horrorfilmen, oder wie man euch bei der Synchronisation von Filmen bescheisst. Bruce Willis hat in Die Hard NIEMALS Schweinebacke gesagt. So als Beispiel.

Aha, Viertelstunde um, zurück zu DSF. Sportfernsehen. Ist ja nicht der Kanal, den ich üblicherweise einschalten würde. Aber was sehe ich da? Zwei nackige Mädels auf einem rechteckigen, dunklen Naturholztisch. Im Hintergund verschwommen die Einrichtung einer eher rustikalen Wohnumgebung. Die eine liegt mit dem Rücken auf dem Tisch, die andere kniet über ihr und die beiden küssen sich mt relativ zusammengepressten Lippen. Wow, wie erotisch. Ich geh gleich ab! Dann legt die obere der unteren ihre linke auf die rechte und macht ungefähr drei Minuten dran rum. Die untere bewegt sich ein bisschen und macht wahrscheinlich AH, OH oder UH (vielleicht auch kombiniert oder gemischt), was man aber nicht hören kann, weil eine billige Musik irgendeines Keyboardanfängers über der Szenerie schwelt. Irgendwann haben die beiden dann plötzlich keine Slips mehr an, die verschwinden wie von Zauberhand, was aber immer noch besser ist, als (anderer Clip) eine, die sich vier Minuten aus einem String schält. In der Zeit kann sich eine gut organisierte Frau drei- bis viermal umziehen (am Ende ist es zwar immer noch nicht richtig, aber immerhin war der Ansatz da).

Nach weiterem AH, OH, UH geht dann die eine der anderen mit der Hand an die delikateren Stellen, was aber natürlich nicht gezeigt wir, weil das gegen das Gesetz verstösst. Keine primären Geschlechtsorgane. Was aber durchaus Ansichtssache ist, denn einem Fussfetischisten reicht ja schon der Anblick von nackten Füssen. Und angesichts der Tatsache, dass es nur so von Fetischisten wimmelt, am besten total verhüllen. Würde bei diesem erotischen Sportclip auch keinen Unterschied machen. Der Erotikfaktor wäre wahrscheinlich ungleich höher. Was ich mich immer noch fragte: Was hatte das mit Sport zu tun? Ich kam dann drauf: Bei einem der wenigen Kameraschwenks konnte ich ein paar Turnschuhe erkennen, die auf dem Boden lagen. Na also, geht doch. Müde war ich danach auch. Schad eigentlich, vielleicht hätte der folgende Clip mich mit noch mehr AH, OH und UH begeistern können.

Aktuell im Ohr: Groove Coverage – God Is A Girl

Long Johns

Abgelegt unter: Allgemein | 08.02.2003 (17:20) |

Ein Produkt, das definitiv ein Nischendasein fristet, ist: Lange Unterhosen für Männer. Obwohl vielleicht jetzt jemand anfügen mag, dass echte Männer so etwas gar nicht brauchen. Falsch. Weil wenn sich ein echter Mann die Eier abfriert, ist es mit dem echten Mann vorbei. Sperma on the Rocks ist doof. Überhaupt, was soll die Diskussion um die Teile, man trägt sie drunter. Ich zumindest. Heute. Weil es ist kalt. Arschkalt. Obermegasuperfrostig. Ich kann das nun mal nicht haben, wenn die Kälte vom Boden die Beine hochklettert und sich dann dort festsetzt, weil an dieser Stelle die wenigsten Stoffschichten sind. Ich traue mich dann auch kaum mich zu bewegen, weil dann würden die Hosen (welche inzwischen Gefrierschranktemperatur haben) die Haut und das ist grässlich. Mag ich nicht. Nö. Also trag ich die drunter und niemand sieht es. Niemand weiss es. Ausser alle, die jetzt hier mitlesen. Aber ich bekenne mich. Einige Leser kennen vielleicht diese arge trockene Kälte gar nicht, wenn zusätzlich noch eine Bise bläst. Nein, Bise ist keine Frau. Das würde es ja auch irgendwie wärmer machen. Bise ist sowas wie das Gegenteil vom Föhn. Nein, Föhn ist nicht das schwule Gegenstück zu Bise. Auch nicht dieses Teil aus dem Badezimmer, das heisse Luft macht. Nein, ich meine nicht den furzenden Ehemann. Föhn – habe ich erfahren – scheint bei Menschen etwas mehr aus dem Norden unbekannt zu sein. Liegt wahrscheinlich daran, dass dir dort keine Berge haben, was eine Grundvoraussetzung zur Erzeugung von Föhn ist. Kurze Erklärung: Von Süden her kommen warme und feuchte (nein, ihr Schmutzfinken, nicht DAS) Luftmassen und knallen gegen unsere hohen Berge. Dann stauen die sich dort und krampfen sich den Hügel rauf. Dabei fangen sie an zu schwitzen und KLATSCH, regnet es am Südhang der Berge ziemlich heftig. Wenn das Wasser raus ist wird die Luft leichter und kommt endlich über den Berg drüber. Nun ist sie natürlich erschöpft und fällt auf der anderen Seite (der im Norden – für Frauen: auf der Karte, wenn man die Buchstaben lesen kann OBEN) wieder runter. Dabei ist die Luft nicht nur trocken, sondern wegen der Geschwindigkeit (Reibungshitze) auch ziemlich warm. ALso ist bei Föhn warme trockene Luft. Also eigentlich doch wie im Badezimmer nur viel weiträumiger und ohne Strom. Dafür meistens in Verbindung mit Kopfschmerzen. Apropos Kopfschmerzen. Mir macht es welche, dass Männer und Frauen wieder mal völlig ungleich behandelt werden. Wenn eine Frau was drunter anzieht, dann hat die Auswahl aus abermilliarden von Strumpfhosen mit tausenden von Designs. Klar, es gibt auch die hässlichen braunen Dinger, bei denen man geschickterweise ebensowenig Rock trägt wie ein Mann mit langen Unterschläuchen. Aber sonst gibt’s da schon recht nette Teile. Obwohl die Beine dazu stimmen sollten. Die geilsten Wolfordstrümpfe sehen nun mal nicht mehr so geil aus, wenn sie an der falschen Trägerin angebracht sind. Noch was: Wenn ein Strumpfband das Blut abschnürt heisst das deutlich, man sollte keins tragen. Also zurück zu den Long Johns. Seit ich denken kann (naja, fast) höre ich Beschwerden, dass lange Unterhosen unerotisch sind. Stimme ich zu, absolut. Warum kriegt es dann aber keine Produktionsfirma hin und gestaltet welche, für die man sich als frierender Mann NICHT schämen muss? Weiss. Hellblau. Dunkelblau. GERIPPT! Die Evolution der Unterwäsche hat offensichtlich an einem ganz spezifischen Punkt kehrt gemacht und ist zurück in die Ursuppe der Entstehung männlicher Subbekleidung gekrochen! Holt sie da raus! Ich will was mit Tribalmotiven und aus coolem Stoff! Also eigentlich soll der Stoff schon warm sein, aber halt… ihr wisst schon. Dann wäre es vielleicht auch endlich möglich, den Abschlussbund so zu gestalten, dass es nicht aussieht wie von einem Farbenblinden angenäht. Oder ich muss mich wirklich mal wieder hinsetzen und eine Mail schreiben. Vielleicht an Calida. Die haben mir letztes mal so nette Goodies geschickt. Möglicherweise haben die ein offenes Ohr. Oder sogar was im Angebot. Ich surf da jetzt mal hin. Und wenn die nichts haben kann ich wenigstens Frauen in guter Unterwäsche betrachten. Ohne wieder die Treppe hochzufallen. Oder runter.

Aktuell im Ohr: Chemistry – We Are One

They boldly go, where no man has gone before

Abgelegt unter: Allgemein | 06.02.2003 (20:12) |

Mir war erst schon etwas mulmig. Sollte ich es wirklich tun? Ich war da ja noch nie. Es war eine unbekannte, mysteriöse Ecke. Da HINTEN. Auch in unserer aufgeklärten, entmystifizierten Welt gibt es noch Flecken, wo man niemals weiss, was einen dort erwartet, teilweise nur ein paar Meter entfernt gelegen von Plätzen, an denen wir jeden Tag verkehren. Ich starrte in die Ecke des Kioskes. Ich wusste, ich konnte es nicht mehr viel länger hinausschieben. Ein innerer Drang zwang mich dorthin. Ich kannte den Kiosk seit langem. Ich habe dort schon zigmal eingekauft. Aber DA war ich noch nicht. Ich meine, meine Einkäufe dort schwankten zwischen Computerzeitschriften und Chips, Musikmagazinen für BumBumNzNz oder Friedhofsanwohner, Spielemagazinen und Comics, M&M’s und Journal der Peitschenmäd… Illustrierten, Wissenschaft und Filmkram. Doch wo stand ich jetzt? Was hielt ich da in der Hand und wusste nicht, auf welches meine Wahl fallen sollte? SCHÖNER WOHNEN! Haus und Garten! Die Ecke für Senioren und Spiesser! Dachte ich erst. Vorurteile halt. Was man sich so einbildet. Inzwischen weiss ich es einen Hauch besser. Das ist nicht für Spiesser, sondern für Millionäre. Die haben da Möbel drin, da bekomm ich die Krise. Aber nicht etwa wegen des Aussehens. Wie soll ich mir nach der kleinen Ausgabe für ein neues Zuhause bitte noch solche Möbel leisten können? Vielleicht sollte ich doch zur Beruhigung erst noch den IKEA-Katalog lesen. Wenigstens waren im “Living at home” noch ein paar leckere Rezepte drin, unter anderem für Jambalaya. Immerhin. Allerdings werde ich auch dieses Rezept grosszügig und ganz minimal verändern müssen, weil die da so um die dreissig Kilo Zwiebeln reinschnippeln wollen. Aber nicht mit mir. Musste schon ein eigenes Chili con Carne Rezept entwickeln. Da bekomm ich das kreolische sicher auch hin. Ansonsten gibt’s ja noch die Pizzalieferung ins Haus. Apropos Rezepte: Anfangs Woche habe ich in einer Buchhandlung ein Buch gefunden (jaja, ich weiss: “Wie überraschend!”), das nannte sich “Kochbuch für Allergiker”. Und ich dachte HAH! Sofort aufschlagen und lesen, was da so drinsteht. Die ersten drei von mir inspizierten Kochanleitungen verlangten den konsequenten Einsatz von Zwiebeln und/oder Knoblauch. Die Definition von Allergikern fand ich dann plötzlich ganz sachte verfehlt. Aber vielleicht sollte mich das nur darauf hinweisen, dass ich erst einmal die ganzen Kochbücher durcharbeiten sollte, die ich schon habe und wo einige Rezepte ohne Bösebös drin stehen. Bald habe ich (bzw. WIR) eine geniale Küche zur Verfügung und da werd ich dann Battlebekoching machen. Mitunter ein Grund ist die Spülmaschine, deren Fehlen mich bisher vor dem exzessiven Einsatz von Geschirr zurückschrecken hat lassen. Und wer weiss, nachdem ich genügend Rezepte modifiziert habe schreibe ich die vielleicht alle in ein Buch, für Leute, die auch mal essen wollen und danach trotzdem noch bedenkenlos geküsst werden dürfen. Etwas in der Art.

Aktuell im Ohr: Melotron – Folge mir ins Licht

Speed Reading

Abgelegt unter: Allgemein | 05.02.2003 (22:44) |

Die einen lesen schnell, die anderen langsam. Ich gehöre zu ersteren. Aber nur aus dem Grund, weil ich möglichst schnell wissen will, was am unteren Ende steht und entsprechend beeile ich mich, um ans eben jenes Ende des Textes zu kommen. Nur: Wenn ich schnell über etwas drüberlese, dann stehen die Chancen recht gut, dass ich etwas übersehe oder mir ein Sachverhalt entgeht. Also lese ich es nochmal, aber nicht mehr ganz so schnell. Das erhöht natürlich den Zeitbedarf ungemein, was ich locker vermeiden könnte, wenn ich den langsamen Gang schon zu Beginn einlegen würde. Aber dann würden mir so schöne Verleser wie heute nicht mehr passieren. Da lese ich in der Zeitung etwas über den Beleidigungskonzern Benetton. Hm. Beim zweiten Durchlauf kam ich dann drauf, dass es der Bekleidungskonzern Benetton war. Obwohl ja bei den Werbekampagnen dieser Firma beides passen würde. Aber egal. Ich lese das jetzt nochmal durch. Nur für den Fall.

Aktuell im Ohr: Melotron – Brüder
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