Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch

Sie ist zurück

Abgelegt unter: Allgemein | 08.03.2006 (5:53) |

Und bald schon lässt sie mich wieder ran. Ich kann mit ihr spielen. Sie rumkommandieren. ihr an die Knöpfe fassen. Wenn ich gut bin und weit genug komme, dann zieht sie sich sogar was Anderes an. Aber noch muss ich warten.

Lara ist wieder da. Bin ich aber gespannt, zumindest das Spielkind ist schon leicht hibbelig.

Gehibbelt hat es auch abends, als sich zwanzig jahre Musikerinnerung in zwei Stunden Simple Minds-Konzert komprimiert niederschlugen. Es war SPITZE. Bombenstimmung auf und vor der Bühne und wieder halb heiser vom Mitgröhlen. Aber das musste man doch auch, grad bei den sehr langen Ausführungen von „Alive and Kicking“ und „Don’t You (Forget About Me)“. Hüpfen! Und wenn eine extrem spannende Version von „New Gold Dream“ wie eine tollwütige Dampflok durch die Innereien gepumpt wird, da kommt eben schon ein bisschen Stimmung auf. Dazu noch meine Meinung für die Top5 der besten Song-Intros: Waterfront. Basslauf. Weitere Vorschläge erwünscht.

Aktuell im Ohr: Simple Minds – Someone, Somewhere In Summertime

Das Blog, das aus der Kälte kam

Abgelegt unter: Allgemein | 21.02.2006 (21:21) |

Blog ist bekanntlich die Kurzform von Bärenlog. Genau so eines drängt ans Licht der Öffentlichkeit und zwar hier: SNOWY. Jetzt aber richtig.

Aktuell im Ohr: Getippe

Pimp my Märchenstunde, Season 2.1

Abgelegt unter: Allgemein | 08.01.2006 (21:37) |

Es war einmal vor langer Zeit, da zog ein Ritter los, um einen Drachen zu erlegen und die Prinzessin zu befreien. Er rüstete sich, er gürtete sich und ritt los. Die Sonne lachte, doch der Ritter schimmerte nicht in seiner eher ehernen als silbernen Rüstung. An verschiedenen Stellen schon ein wenig eingedellt, die Lederbänder knarzten leise vor sich hin, während sein Pferd gemächlich gen Drachenschloss trabte. Seinen Helm hatte er leicht in den Nacken geschoben, das Visier liess sich nicht mehr bewegen und so konnte er immerhin etwas sehen. Die Federn, die zur Zierde angebracht worden waren, hatten wie der alte zerzauste Papagei eines Piraten (der erst einige hundert Jahre erfunden werden sollte) schon bessere Zeiten gesehen. Viel bessere. Aber der Ritter ritt und ritt und war voller Tatendrang und Wagemut und schon gute zwei Stunden später war er am Schloss angelangt. Er stieg aus dem Sattel und knarzte und quietschte dabei etwas lauter. Nun, es mochte nicht mehr die neuste Rüstung sein, aber er war stolz darauf. Dann schlich er vorsichtig durch das Tor und versuchte, so wenige Geräusche wie möglich zu machen. Sein Schwert war leider auch schon älter und trug mehr Narben als eine aufgebrezelte Schickimickine (die erst einige hundert Jahre erfunden werden sollte). Ein Kampf wäre also sehr heikel bis aussichtslos gewesen, aber die Feder war schon immer mächtiger als das Schwert und so hoffte er, dass seine zerzauste Glücksfeder auf dem Kopf ihm einmal mehr helfen würde.

Treppenstufe um Treppenstufe hastete er schleichend nach oben, bis er vor dem vermeintlichen Gemach der Prinzessin angekommen war. Die Tür war verschlossen, doch dies überraschte ihn nicht. Schliesslich hätte die Prinzessin sonst nicht befreit werden müssen. Die Wohnlage als solches lud nicht zum bleiben ein und sie wäre bestimmt gegangen. So holte er Anlauf und donnerte mit seiner Schulter gegen die schweren Eichenbohlen. Zu jenen Zeiten konnte man mit Bohlen noch sinnvolle Dinge anstellen. Die standen noch für Qualität. Ein zweites Mal warf er sich gegen die Tür, doch diesmal anders. Wieder nichts. Dann vernahm er von drinnen die zarte Stimme der Prinzessin:
„Nehmt den Schlüssel!“
Der Ritter sah sich um und entdeckte neben der Tür einen Haken am Fels, an dem ein Schlüssel hing. Sofort ergriff er ihn, steckte ihn ins Schloss, drehte ihn knirschend und stürzte in den Raum. Er riss sich den Helm vom Kopf, um die holde Prinzessin sehen zu können und war geblendet von ihrer Schönheit. Oder von der Sonne, die hinter ihr durchs Turmfenster fiel. Er fiel auf die Knie und seine Gelenke knarzten mit den Bändern seiner Rüstung um die Wette. Als nun die Sonne so auf seine matten Platten und auf seine platte Matte (Helmhaar) schien, da lachte die Ratte, die die Dame noch im Zimmer hatte und die Dame schaute nach Schwert und Latte. LANZE! Sie schien leicht enttäuscht, doch der Ritter konnte ihr Gesicht nicht sehen und so blieb ihm dies erspart.
„Seid Ihr mein edler Ritter, in, ähm, schimmernder Rüstung?“
„Nun, so ähnlich“, antwortete der Ritter, als er sich ächzend erhob.
Sie drehte sich und sagte, er solle sich nicht sorgen deswegen, sie kenne eine Zauber und rief:
„Oh Xibit! Xibit! Bitte, PIMP MY KNIGHT!“
Aus einer flammenden Rauchsäule trat ein dunkles Wesen mit übermächtigen Muskeln und ganz mit goldenen Ketten behängt und sprach. „YO!“
Die Prinzessin quietschte und hüpfte um das Wesen und fing fast an zu heulen.
Dieses Xibit genannte Zauberwesen machte seltsame magische Gesten mit seinen Fingern und sagte: „No problem, Bitch. Wir fliegen mit deinem Knight zu Märchenländ Customs und pimpen den richtig PHAT!“
„Aber ich habe doch eben erst zwei Kilo abgenommen.“
„YO, you M*zwitscher*ker, keine Angst, du bist danach wie f*zwitscher*ing neu!“
Und mit einem Riesenknall verschwanden Xibit und der Ritter zu Märchenländ Customs.

Nach der Werbepause sassen die Knappen von Märchenländ Customs an ihrer Tafel und der Chefknappe sagte: „Also, wir haben da draussen einen 957er Knight Rider, etwas rostig, macht Geräusche und bringts nicht mehr so. Er gehört einer Prinzessin, die war jahrelang in einem Turm eingesperrt und braucht jetzt was richtig Geiles. Was habt ihr für mich? Mad Spike?“
„Yo, der ist ja schon leicht rostig, wir flexen den komplett ab, polieren ihn und dann bekommt er als Erinnerungswert ein freaky Dragonred verpasst mit aufgesetzten Rückenspoilern, damit er aussieht wie ein Drache.“
„Zu Fuss ist er ja nicht mehr SO gut, ich dachte wir legen ihn tiefer, indem wir seine Füsse…“
NEIIIIIIIIIIIIIIIIN kreischte der Ritter aus dem Pimpinstall.
„Nun ja, wir könnten auch einfach ein bisschen Fett in die Gelenke schmieren.“
„BigDanManIfYouCan?“
„Ich dachte daran, seine Glocken ein bisschen zu schmücken, es gibt da ganz neu diese Ringe und die klemmt man…“
NEIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIN!
„Ach verdammt, wir tunken ihn in Öl, damit er nicht mehr quietscht und dann eine Runde durch den Hühnerstall für die Federapplikationen. Wird nicht ganz drachenähnlich, aber ich denke, das als Prototyp… Wird sicher mal ganz gross werden (Einige hundert Jahre hat der wilde Westen das übernommen. Und wer hat’s erfunden?).“
„Ich mag eure Ideen, also ab an die Arbeit, die Prinzessin wartet.“

To be continued…

Aktuell im Ohr: ATB – Let U Go (Reworked)

Nuttenbingo und weitere Überbleibsel

Abgelegt unter: Allgemein | 29.12.2005 (22:51) |

Die Möglichkeit, jederzeit genügend Wasser zur Verfügung zu haben, um zu trinken, sich zu waschen oder den Goldfisch im Klo runterzuspülen, gilt in unseren Breitengraden als Selbstverständlichkeit. Wir drehen den Hahn auf und schon fliesst es, mehr oder weniger warmkalt, mit viel oder wenig Druck und wenn katza in der Küche den Abwasch macht, dann kann es im Bad unter der Dusche schon zu sehr schockierenden Veränderungen kommen. Was aber tun, wenn der Handwerker kommt, die Fliesen in der Dusche rausreisst und uns dadurch die Möglichkeit der selbstverständlichen Körperüberströmung nimmt? Genau, man geht ins Hallenbad. Das heisst in Hilden „Hildorado“ und ist ein… ähm… naja, die nennen es Spassbad. Erlebnisplantschen. Mein primäres Erlebnis war da drin, dass ich mir einen Zusammenschiss von dem demotivierten Aqua-Aerobic-Zwitter eingefangen habe, weil ich mich nicht schnell genug an den dank Gewichten vor dem Ertrinkenden Stehenden vorbei bewegt habe. Fieserweise liefen alle Blubberdüsen nie, wenn wir dort drauf lagen, standen oder schwammen und im Whirlpool drängten sich die Machos mit den lüsternen Blicken auf weibliche Merkmale. Ausser im zweiten Whirlpool, da hockte ein knutschendes Paar. Also Spass definiere ich etwas anders, aber immerhin konnten wir duschen. Shampoonieren im Flussbad liessen sie uns ja nicht.

Schwellen zur Verkehrsberuhigung und zum Aufregen der benutzenden Autofahrer kennen wir auch. Massnahmen, um in Neben- und Wohnstrassen die Geschwindigkeit zu dämpfen sind uns auch bekannt. Aber was soll DAS? Häh?Schwellen sind erhöht, Einbuchtungen sind erhöht, schliesslich soll man ja entweder drüber oder eben nicht drüber fahren können. An dieser Stelle gilt das bloss als Wunsch, nehme ich mal an. Wenn ihr Zeit habt, fahrt Schlangenlinien. Oder die Bodenmarkierung dient zur Arterhaltung der Leuchtzebras, die in dieser Gegend im Wald leben und ab und zu zum Äsen an die Strasse kommen. Soll mir doch keiner kommen und sagen, dass hier jemand ausweicht. Apropos ausweichen: Fragt man einen Mann danach, ob er sich beim Pinkeln hinsetzt, dann weicht er auch gerne aus. Aber Frauen, es gibt noch etwas Schlimmeres als Stehpisser. Stehpisser, die zu faul sind, die Brille hochzuklappen. Die müssen ja wohl ganz dringend Druck abbauen. Aber ich, als Besucher öffentlicher Einrichtungen wie Zoos oder Museen putze gerne erstmal das Klo. Dafür weigere ich mich auch vehement, den in Deutschland verbreiteten Klofrauen Geld auf den Teller zu legen. Eigentlich sollte ich was wegnehmen.

Aber noch kurz ein Apropos zum Thema Druck abbauen. Unikat in Dusseldorf ist das kurz vor dem Bahnhof gelegene Bingocenter. Wird vom fahrenden Zug aus gespielt. Und zwar tippt man auf eine Zahl zwischen 1 und 50 und starrt dann gebannt aus dem Zugfenster auf eines der Gebäude, an dessen Fenstern entsprechende Zahlen angebracht sind. Ist das vorgängig ausgewählte Fenster durch eine Mitarbeiterin der professionellen Spermozytenentnahme besetzt, dann gewinnt man. Sie muss nur da sein, räkeln gibt keinen Bonus. Es darf auch quer durch den Zug BINGO gebrüllt werden, wenn es Spass macht. Möglicherweise haben wir das aber auch falsch ausgelegt und es ist eher als Auswahlmöglichkeit im Sinne einer Chinarestaurant-Speisekarte gedacht. Hinten aussuchen und dann vorne am Tresen einmal die 43 süss-sauer mit bisschen scharf bestellen. Und danach zum Duschen ins Hildorama.

Aktuell im Ohr: Dream Academy – Life In A Northern Town

Na das wird ein Frühling

Abgelegt unter: Allgemein | 27.12.2005 (7:03) |

Ich befürchte, ich werde die ersten Monate des Jahres 2006 mit einer musikalischen Dauererektion durchs Leben gehen. Man mag es schon mitbekommen haben, dass ich einen latenten Hang zu Musik habe, die aus der Ecke Wave/Gothic/undsoweiter stammt, ohne deswegen weiss geschminkt und in schwarzen Gewändern durchs Leben zu huschen. Auch opfere ich, wie viele Millionen anderer Hörer selbiger Musiksparte, nicht jeden Samstag Abend Hühner und Kaninchen. Das findet Sonntag statt. Nun ist es so, dass Konzerte selbiger Bands oftmls einen Schlenker an der Schweiz vorbei machen, um so erfreuter war ich, dass Unheilig (musiklaischer Supporter meines Heiligabends) mit der Albumankündigung auch gleich die Tourliste veröffentlichten: Zürich, 11.2.06. Diesmal habe ich natürlich auch auf das jahr geachtet, um nicht wieder das gleiche Debakel zu erleben wie kürzlich mit dem Ticket für Rotersand, das ich ein Jahr zu spät zu ergattern suchte (man erinnert sich). Also ab zum Ticketshop meines Vertrauens, wo ich den Wunsch anbrachte, mir doch bitte für besagten tag ein Unheilig-Ticket zu verkaufen.

Sie: „Die spielen da aber nicht.“
Ich (mir schwante was): „Wie? Das habe ich doch erst gestern gelesen.“
Sie: „Da spielt eine andere Band.“
Ich (einen Hauch panisch): „Aber das können die doch nicht machen! Wer denn?!“
Sie: „Hm. Covenant, Client und Rotersand.“
Ich: „Sagten sie eben Covenant und Rotersand (siehe oben, Thema Debakel)???“
Sie: „Ja. Und Client.“
Ich: *sabber* „NEHM ICH AUCH! Aber könnten Sie noch nach Unheilig sehen bitte?“
Sie: „Die spielen am 18.2. auch…“
Ich: „Nehm ich! Nehm ich!“

Und alles bloss wegen eine Fehldrucks in einem Musikmagazin. Auf dem Heimweg habe ich mir ein zweites Spartenmagazin geholt und da stand das korrekte Datum drin. Danke Druckfehler. Dann habe ich aus lauter Blödsinn noch auf die anderen Vorankündigungen gelinst und was steht da für Zürich, Frühling 2006? Apoptygma Berzerk. Ich musste aus Blutstaugründen einen Schritt zurücktreten. Noch keine Tickets verfügbar, aber sie kommen. In der Annahme es könne nicht mehr besser werden, lese ich die Anschriftstafel zu Ende und was kommt noch: De/Vision. Ja! Ja! Ja! Besser als Herbal Essences! Und als ich heute noch gelesen habe, dass De/Vision als Support Act Iris mitbringen, die ich voll geil finde, tja, da war es um mich geschehen. wenn ich wieder aus dem Sauerstoffzelt raus bin, dann versuche ich rauszufinden, wen Unheilig und Apop als Vorgruppen mitbringen. Darf mich gerne jemand aus dem Koma erwecken.

Aktuell im Ohr: Girls Under Glass – In The Darkness

Und WIR sollen ein seltsames Völkchen sein

Abgelegt unter: Allgemein | 17.12.2005 (20:08) |

Ferienhalber habe ich mich von einer Keksdose in ein Katzenkörbchen begeben, allerdings ohne echte Katze, weil ich da ja erfahrungsgemäss nach fünf Minuten so ähnlich wie tot wäre. Aber ich darf zu Gast sein bei einer Freundin (die katza, siehe vorherigen Eintrag), die mir die Umgebung von Dusseldorf näherbringen will. Dabei stelle ich nun so nach und nach fest, dass sich zwar Deutsche sehr gerne lustig machen über Schweizer, dies aber wohl eher aus dem Grund, dass sie uns beneiden. WIR haben zum Beispiel nicht TUFFI. Tuffi ist Milch zum knuddeln. So würde es zumindest der Name bei mir assoziieren, aber man muss ja Produkten auch keine Namen geben, die etwas mit der Verwendung zu tun haben. Ich dachte auch erst, dass Florena (stand neben den Pflanzen) ein Mittel wäre, was zur Verschönerung oder Pflege der Blümchen diene, aber nein, es ist Körpermilch. Fruttini Power Shake. Würde ICH persönlich austrinken aber nein, auch das ist zum Aufbringen auf die Haut gedacht. Jaja, solange man das VORHER merkt. Aber deshalb wird wohl auf der Rückseite auch stehen „Nicht zum Verzehr geeignet“. Fast wie bei amerikanischen Toiletten, wo über der Schüssel steht: „No drinking water in toilet“.

Kompensation?Aber Essen mussten wir trotzdem einkaufen, also ab zu Lidl, Spar und Konsorten, um Lebensmittel zu besorgen. Besorgen bekommt bei nebenstehenden Verpackungen auch ein ganz anderes Licht verpasst, ich frage mich nur nach der Zielgruppe des so beschienenen Produktes. Soll das Frauen ansprechen? Hoho, ich hol mir jetzt einen langen Jungen nach Hause! Kaum, ausser eine Dame steht auf den Umfang eines Kugelschreibers, was mir bisher wissentlich noch nicht untergekommen ist. Im Vergleich zu einer Bockwurst oder der gemeinen Salatgurke fallen alle hier gezeigten Würste extrem ab, also eher nicht. Männer? Kaum. Ey Kalle, was hastn du gestern gemacht? Hab mir nen strammen Bengel reingeschoben! Nööö, ich glaube eher nicht. Den einzigen Verwendungszweck, den ich mir so spontan feststellen könnte, so es denn Knackwürste sind: Als Anschauungsbeispiel für den Sexualkundeunterricht beim Thema Penisbruch. Eine Dose pro Klasse und jede(r) kann es mal so richtig krachen lassen. Macht Lust auf mehr.

FeiertagsfreudenEinkaufen macht aber durchaus Spass, schliesslich geht es auf Weihnachten zu und da ist der Konsument in Kauflaune und überschwemmt glühweingeschwängert die Innenstädte, um völlig entspannt seinen Verrichtungen nachzugehen. Wie friedlich es in den Läden zu und her geht, kann man schon daran erkennen, wie viele der Plüschbären dort schon einen etwas früheren Abgang gewählt haben. Eine andere Idee ist einfach, dass die dort angestellten Dekorateure möglicherweise und unter Umständen Quereinsteiger sind. Zu den Festtagen greifen Arbeitgeber gerne auf berufsfremde Hilfskräfte zurück, Warenhäuser auf Studenten (die sind zwar nicht direkt berufsfremd, eher arbeitsfremd), der Nikolaus auf Elfen (oder auf Vulkanier, spitze Ohren sind spitze Ohren) und die himmlischen Heerscharen auf Engel, auch grad jetzt als Deko. Sind Engel die schrägen Vögel des Himmels? Sind Engel einfach nur überdimensionierte Motten die zu gross sind um an Fliegenstreifen kleben zu bleiben? Ein Buchtitel fragt: Warum haben Engel Flügel? Mich würde eher interessieren, ob die mit denen flappen beim Pop… Ähm. Weihnachten, das Fest der Triebe.

Praktisch denkenZurück zu den Einkäufen. In diesem Land denkt man noch mit. Jetzt im Winter, wenn es kalt ist, da bietet es sich an, wenn man bekleidungsmässig mit mehreren oder auch dichteren Schichten verpackt ist. Nun hat die Region Norddeutschland erst kürzlich festgestellt, dass Winter sehr spontan und heftig kommen kann (das kenne ich aus eigener Erfahrung) und dass Winterreifen nicht bloss coole Gadgets für Leute mit zuviel Geld sind. Also muss es schnell gehen. Aus diesem Grund werden hier in der Gegend (also dort) Muffs schon in Form gezüchtet. Wenn die Kälte hereinbricht, muss nur noch mit kräftigem Zug… Öhm. Eben. Apropos Zug: Hier (also dort) gibt es die nette Regelung, dass am Wochenende und abends ein Ticketinhaber des öffentlichen Verkehrs einen Nichtinhaber mitnehmen darf. Inhaber geht vor, der Mitgenommene geht nach. Da man nicht immer mitgenommen aussieht, fällt es der vorausgehenden Dame schon mal ein, zum Busfahrer zu sagen „Der Tütenschlepper gehört zu mir“. Der fand das dann auch noch witzig. Aber es gibt noch universelle Gerechtigkeit. Kurz darauf beim Gewürzekaufen (schliesslich war ich in einem exotischen Land zu Besuch, da kauft man Gewürze) packt der ältere Herr die Behältnisse in eine kleine Tüte, guckt mich an, dann katza, streckt es ihr hin und meint (mit dem „Küchenblick“): „Ich nehm mal an, SIE trägt das“. Das fand ICH dann witzig.

Aktuell im Ohr: In Strict Confidence & Melotron – The Sun Always Shines On T.V. (extremely limited edition und ich hab sie!)

Unterschätzte Gefahren

Abgelegt unter: Allgemein | 17.12.2005 (9:58) |

Absurde Situation 1: Abend vor dem Fernseher, katza strickt, keks sieht fern, Vampirfilm. Wilde Geräusche.
katza: *strickstrickstrick*
keks: Oha. Yuck!
katza (ohne aufzusehen): Hat er ihn geköpft?
keks: Jaa.
katza: Hm. *strickstrickstrick*

Absurde Situation 2: Spätnachmittag vor dem Fernseher, katza näht, keks sieht fern, Gerichtsshow. Wildes Gekreische.

katza: *nähnähnäh*
keks: Oh-oh.
katza (ohne aufzusehen): Was denn?
keks: Ein Metzger soll seine Frau zu Wurst verarbeitet haben.
katza: Hm.
keks: Davor hatten sie ja immerhin jemanden, der mit Abflussreiniger gefüttert wurde.
katza: Na also, sollen die sich wegen einer verwursteten Ehefrau nicht so anstellen. *nähnähnäh*

Fazit: Endlich weiss ich es, nicht Filme, Spiele oder Musik stumpfen unsere Welt ab, nein! Es sind Handarbeiten! Dreht niemals einer strickenden Frau den Rücken zu, die Nadeln gehen tief in den Rücken rein. Von Teppich knüpfen zu aufknüpfen ist es nur ein kleiner Schritt. Und solltet ihr in der Bekanntschaft eine haben die stickt und ihr habt plötzlich auch Schmerzen, wenn die Person weit weg ist: Sticken ist nur Training für das korrekte Handhaben von Voodoopuppen. Handarbeitslehrerinnen sind Boten des Teufels. Jahaa.

Aktuell im Ohr: Will Smith – Switch

Pimp my Märchenstunde, Season 1

Abgelegt unter: Allgemein | 27.11.2005 (10:53) |

Rückblickend gesehen waren die Erzählungen von damals ganz schön grimmig. Soweit ich mich erinnern kann, sogar sehr blutrünstig und moralgeschwängert. Eigentlich ideal als Hollywood-Material, wären da nicht auch noch unterschwellige sexuelle Andeutungen. Da haben die da drüben eher ein gestörtes Verhältnis. Zudem müsste alles in die Neuzeit verlegt werden, weil Mittelalter und Umgebung keine Gelegenheit für Product Placement bieten. Inspiriert durch eine Prinzessin aus 1001 Nacht, vergreife ich mich einmal mehr im Ton und an Märchen. Einer muss es ja tun. Wobei ich mich erst ums Pre-Pimping kümmern muss. Sachte Vorgehensweise, um Märchen realitätstauglicher zu machen. Ich picke mir mal ein paar Beispiele aus den Geschichten und zeige sie so, wie sie heute tatsächlich sein würden. Könnten. Müssten. Einleitend zur besseren Verknüpfung Auszüge der Originaltexte.

Beispiel Schneewittchen 1: Es war eine schöne Frau, aber sie war stolz und übermütig und konnte nicht leiden, daß sie an Schönheit von jemand sollte übertroffen werden. Sie hatte einen wunderbaren Spiegel; wenn sie vor den trat und sich darin beschaute, sprach sie:
„Spieglein, Spieglein an der Wand,
Wirkt mein Hintern fett in diesem Gewand?“

Beispiel Schneewittchen 2: Es war eine schöne Frau, aber sie war stolz und übermütig und konnte nicht leiden, daß sie an Schönheit von jemand sollte übertroffen werden. Sie hatte einen wunderbaren Spiegel; wenn sie vor den trat und sich darin beschaute, sprach sie:
„Spieglein, Spieglein an der Wand,
Wer ist die Schönste im ganzen Land?“
So antwortete der Spiegel:
„Schwerer Ausnahmefehler an Adresse 00EC67:99WQ43. Bitte kontaktieren Sie den Administrator oder starten Sie das System neu.“

Zwischendurch gefragt: Wie fanden eigentlich die ganzen Königssöhne immer zu ihrem Ziel? Waren die zufällig dort und stolperten über verwunschene Prinzessinen? Touristentour mit dem Billigguide von der Strassenecke, wie sie in Hollywood stehen? House of the Stars! Places of interest and sleeping Beauties. Küssen Sie eine Prinzessin, nur ein Märchendollar. Wenn sie aufwacht, dürfen Sie sie behalten. Hatte Dornröschen ein Schild um den Hals: „Vorsicht, hundertjähriger Mundgeruch“?

Beispiel Dornröschen: Da ging er noch weiter, und alles war so still, daß einer seinen Atem hören konnte, und endlich kam er zu dem Turm und öffnete die Türe zu der kleinen Stube, in welcher Dornröschen schlief. Da lag es und war so schön, daß er die Augen nicht abwenden konnte, und er bückte sich und gab ihm einen Kuss. Wie er es mit dem Kuss berührt hatte, erklang eine Stimme: „Der von Ihnen geküsste Teilnehmer ist zur Zeit nicht verfügbar. Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht nach dem Signalton!“

Beispiel Rotkäppchen 1: „Ei, Grossmutter, was hast du für grosse Augen!“ „Dass ich den Pornokanal besser sehen kann, der Fernseher steht zu weit weg!“

Beispiel Rotkäppchen 2: Da waren alle drei vergnügt; der Jäger zog dem Wolf den Pelz ab und wollte damit heimgehen, doch stellten sich ihm Mitarbeiter von PETA in den Weg auf deren Schildern „Pelztragen Gewissensfrage“ geschrieben war.
Indes trank die Grossmutter den Wein und verführte Rotkäppchen zum Alkoholismus. Auf dem Heimweg war dieses dann so müde, dass es sich hinlegen musste und sein Käppchen an den Laternenmast hängte. Als dann das Licht anging, entstand der erste Rotlichtbezirk. So schell geht das.

Beispiel Aschenputtel: Am andern Tag, als das Fest von neuem anhub und die Eltern und Stiefschwestern wieder fort waren, ging Aschenputtel zu dem Haselbaum und sprach:
„Bäumchen, rüttel dich und schüttel dich,
wirf Gold und Silber über mich.“
Und der Baum rüttelte und schüttelte sich und sagte: „Yo Bitch, shake ya booty!“ und liess tonnenschwere Pimp-Ketten auf Aschenputtel regnen und erschlug sie damit. Deshalb auch in Season 2:
Wir pimpen uns eine Prinzessin.

Aktuell im Ohr: Xzibit – Beware Of Us

Reime sind von höherer Gedichte

Abgelegt unter: Allgemein | 14.11.2005 (19:09) |

Ich kann es nicht lassen, ich muss erneut auf das Thema „Gedicht“ los. Schon früher habe ich mich dafür eingesetzt, dass man ein Gedicht nicht einfach hinschludert, sondern sich doch bitte Gedanken zu Melodie und Rhythmik machen soll. Sonst gibt es daraus nämlich gereimte Scheisse. Sehr beliebt ist dieses Genre bei Männern, die Frauen beeindrucken wollen.

Du bist schön wie ein Sonnenuntergang
Ich seh dich gerne an ganz lang
Deine Haare wehen im Wind
Weil sie ganz schön lang und ganz schön sind

Bisher noch alles klar. Das ist nicht nur schlecht, das ist zum Kotzen. Wenn eine Frau auf das reinfällt, dann beide ab zusammen in eine Tonne und endlagern. Das geht doch auch eleganter, vorausgesetzt, man gibt sich Mühe, nimmt sich Zeit und verwendet auch Zutaten aus dem erweiterten Wortschatz. Wörterbuch erlaubt.

Dein Gesicht im Sonnenglühen
Seh dich an, möcht dich berühren
Haar vom Wind zum Tanz geladen
Fliesst in glänzenden Kaskaden

In meinen Augen durchaus eine leichte Verbesserung. Der Aufbau und die korrekte Anzahl Silben alleine sind allerdings noch kein Garant für einen reimerischen Erfolg. Das folgende Beispiel passt zwar, ist aber trotzdem nicht ganz optimal.

Es war da einmal ein kleiner Mann
Der meldete sich bei Herzblatt an
Machte sich an eins der Mädels ran
Weil er Onanie nicht leiden kann

Nun sind das ja aber nur die Versionen mit jeweils zwei gereimten Zeilen, das ist mir schon klar, aber es muss ja einfach losgehen. An früherer Stelle kamen ja schon die 1-3 / 2-4 Reime dran. Ein Gedicht kann auch ohne Reim auskommen, das sieht dann so aus:

Sabbelnd von Kram
Keinen interessierend und ich mach es doch
Klug geschissen und mich für gut
Befunden

Sagen wir es anders, nicht alles, wo Lyrik drauf steht, ist auch Lyrik drin. Sondern ganz oft auch nur einfach ein Riesenmist. Dann gibt es allerdings ein Volk, die stellen eine ganz kuriose Regel auf und machen daraus eine dichterische Königsdisziplin: Japaner und ihre Haiku. Haikus. Fünf Silben, sieben Silben, fünf Silben. Hm, da muss sich doch was anstellen lassen.

Du geile Schnitte
Machst mich an wie scharfer Senf
So wild geritten

Zugegeben, das Muster passt, aber auch hier, ähnlich wie zu Anfang, lässt sich mit etwas feilen ein ganz anderer Effekt als eins aufs Maul erzielen. Schliesslich dichtet man unter Umständen nicht einfach nur zur persönlichen Belustigung, sondern um eine Saite in einem wohlgeformten Instrument zum Klingen zu bringen. Also…

Morgentau so zart
Hinter seiden‘ Tuch versteckt
Die Zunge benetzt

Na also. Ein bisschen Einsatz und das kommt hin. Geht doch.

Aktuell im Ohr: Rammstein – Rosenrot

Gerippe vögeln

Abgelegt unter: Allgemein | 08.11.2005 (12:19) |

Viele wissen den Morgen einfach nicht zu schätzen. Stehen auf, sind muffelig und müffelig und gehen blind an alltäglichen (na fast) Schönheiten vorüber. Wenn man aus dem Haus tritt die frische Morgenluft richtig zur Kenntnis nehmen und sich nicht aufregen, dass man sich den Arsch abfriert. Der Morgen kann nichts dafür, dass Mode Priorität über Wärme geniesst. Augen öffnen. Unter einem im Tal ein riesiges, waberndes Meer aus Nebel, hinter den Ostschweizer Alpen geht die Sonne auf und bemalt die morgendlichen Schleierwolken in Millionen von Rot- und Goldtönen. An anderen Orten mag vielleicht diese Umgebung nicht ganz gegeben sein, aber da behilft man sich spontan wie in Frankreich. Brennende Autos machen auch schönes Rot an den Himmel.

Aber zurück zu unserem Morgen und zu einem Bus, den ich sonst nie nehme. Jetzt weiss ich auch warum. Seit heute Morgen habe ich den Beweis, dass Vogelgrippe auf den Menschen übertragen werden kann. Dass das darauf folgende Gegackere aber ausgerechnet in einem akustisch unidirektionalen Umfeld (Lärm geht nicht raus, aber es kommt welcher rein, was wie beim Treibhauseffekt für eine Konzentration sorgt) wie einem Bus stattfinden muss, das finde ich nicht korrekt. Es heisst zwar, man solle Hühner überdacht halten, aber Hühnergatter haben wenigstens GITTER, durch die Lärm entweichen kann. Nicht wie hier. Und wehe, verschiedene Googg-Googg-Fraktionen treffen aufeinander. Nebenbei frage ich mich, ob bei Teenagern heutzutage auch noch eine Stufe ZWISCHEN VivaMTV-Klingelton-gesteuerten Bulimiepüppchen und Playstation2-phlegmatisierten McDonalds-Kugeln existiert.

Blondie1 plaudert mit Blondie2, wobei Blondie1 sowas wie eine Leaderin zu sein scheint. Falls sich eine Leaderin durch Hüftbreite auszeichnen sollte, dann hätte sie gewonnen. Auf jeden Fall unterhalten sich die beiden gut bis zur nächsten Haltestelle, wo Brownie1 (mit neongelben Fingernägeln) einsteigt. Die umarmt Blondie1 und übernimmt sofort das Gespräch. Blondie2 ist leicht konsterniert und fühlt sich übergangen, was sich deutlich in ihrem Gesicht abzeichnet. Ihre Augen strahlen STIRB aus. Neben Blondie2 dreht sich Mützchen1 um und zupft Brownie1 am Ärmel. Die freut sich und grüsst überschwenglich an Blondie2 vorbei und lässt selbige ganz gezielt aus ihrem Bewusstseinsraster plumpsen. Blondie2 kriegt für einen Teenie schon ziemlich abgefeimte Gesichtszüge und ihre Augen sagen STIRB DU SCHLAMPE. Das fröhliche Gegacker unter den anderen blubberte munter weiter und jetzt kam dieses Lippenkauen dazu und die Spannung näherte sich dem schwelenden, gärenden Höhepunkt. Und PENG sind wir an der Endstation und müssen aussteigen. F…! Genau jetzt! Wie weiss ich jetzt, ob sie sich gegenseitig die Augen ausgekratzt haben? Ist ja nicht so, dass es wie bei einer Soap morgen früh weiter geht. Nachteil. Aber wenigstens sass ich hier (im Gegensatz zur ARD-Werbung) tatsächlich in der ersten Reihe.

Aktuell im Ohr: VNV Nation – Arena
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