They boldly go, where no man has gone before

Mir war erst schon etwas mulmig. Sollte ich es wirklich tun? Ich war da ja noch nie. Es war eine unbekannte, mysteriöse Ecke. Da HINTEN. Auch in unserer aufgeklärten, entmystifizierten Welt gibt es noch Flecken, wo man niemals weiss, was einen dort erwartet, teilweise nur ein paar Meter entfernt gelegen von Plätzen, an denen wir jeden Tag verkehren. Ich starrte in die Ecke des Kioskes. Ich wusste, ich konnte es nicht mehr viel länger hinausschieben. Ein innerer Drang zwang mich dorthin. Ich kannte den Kiosk seit langem. Ich habe dort schon zigmal eingekauft. Aber DA war ich noch nicht. Ich meine, meine Einkäufe dort schwankten zwischen Computerzeitschriften und Chips, Musikmagazinen für BumBumNzNz oder Friedhofsanwohner, Spielemagazinen und Comics, M&M’s und Journal der Peitschenmäd… Illustrierten, Wissenschaft und Filmkram. Doch wo stand ich jetzt? Was hielt ich da in der Hand und wusste nicht, auf welches meine Wahl fallen sollte? SCHÖNER WOHNEN! Haus und Garten! Die Ecke für Senioren und Spiesser! Dachte ich erst. Vorurteile halt. Was man sich so einbildet. Inzwischen weiss ich es einen Hauch besser. Das ist nicht für Spiesser, sondern für Millionäre. Die haben da Möbel drin, da bekomm ich die Krise. Aber nicht etwa wegen des Aussehens. Wie soll ich mir nach der kleinen Ausgabe für ein neues Zuhause bitte noch solche Möbel leisten können? Vielleicht sollte ich doch zur Beruhigung erst noch den IKEA-Katalog lesen. Wenigstens waren im „Living at home“ noch ein paar leckere Rezepte drin, unter anderem für Jambalaya. Immerhin. Allerdings werde ich auch dieses Rezept grosszügig und ganz minimal verändern müssen, weil die da so um die dreissig Kilo Zwiebeln reinschnippeln wollen. Aber nicht mit mir. Musste schon ein eigenes Chili con Carne Rezept entwickeln. Da bekomm ich das kreolische sicher auch hin. Ansonsten gibt’s ja noch die Pizzalieferung ins Haus. Apropos Rezepte: Anfangs Woche habe ich in einer Buchhandlung ein Buch gefunden (jaja, ich weiss: „Wie überraschend!“), das nannte sich „Kochbuch für Allergiker“. Und ich dachte HAH! Sofort aufschlagen und lesen, was da so drinsteht. Die ersten drei von mir inspizierten Kochanleitungen verlangten den konsequenten Einsatz von Zwiebeln und/oder Knoblauch. Die Definition von Allergikern fand ich dann plötzlich ganz sachte verfehlt. Aber vielleicht sollte mich das nur darauf hinweisen, dass ich erst einmal die ganzen Kochbücher durcharbeiten sollte, die ich schon habe und wo einige Rezepte ohne Bösebös drin stehen. Bald habe ich (bzw. WIR) eine geniale Küche zur Verfügung und da werd ich dann Battlebekoching machen. Mitunter ein Grund ist die Spülmaschine, deren Fehlen mich bisher vor dem exzessiven Einsatz von Geschirr zurückschrecken hat lassen. Und wer weiss, nachdem ich genügend Rezepte modifiziert habe schreibe ich die vielleicht alle in ein Buch, für Leute, die auch mal essen wollen und danach trotzdem noch bedenkenlos geküsst werden dürfen. Etwas in der Art.

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5 Comments on “They boldly go, where no man has gone before

  1. Was um alles in der Welt ist "Jambalaya"…?!? ;-)

    Schöne Grüße!
    Viviane (jaaa, ich lese immer noch mit! *gg*)

  2. Jambalaya sieht aus wie das, was man/frau bekommt, wenn man/frau ein engmaschiges Netz durch nen Sumpf zieht und die Beute dann in nen Topf voller Ketchup wirft (vorher die Alligatoren aussortieren!).
    Also: Zwiebeln (jawoll!), Knoblauch (jawoll!), ein bisschen Füllgemüse (Sellerie, Paprika, egalwas) und hinterher noch ein paar Chilischoten zusammenwerfen und 5 min anbraten Dann wechselt dieses Wunderwerk in einen Kochtopf, dazu kommen noch Tomatenmark + geschälte und gehackte Tomaten (diese gibts auch schon fertig in Büchsen im Supermarkt ihres Vertrauens) sowie jede Menge diverser Gewürze (gemahlene Nelken, viel Pfeffer, sowohl Cayenne als auch schwarzen) und Kräuter (z.B. Petersilie). Nun für 5 Minuten schwach köcheln lassen, dann je nach Vorliebe mehr oder weniger gekochten Reis dazu. Jetzt noch Schinkenstreifen und/oder ein paar Meeresfrüchte dazu und noch einmal 5 min köcheln lassen. Mit frischen Kräutern bestreuen und der hungrigen Meute servieren. Guten Appetit! :o)

  3. PS: Es besteht auch die Möglichkeit, das Jambalaya mit Hähnchenbrustfilets zuzubereiten. Hat den Vorteil, dass es wesentlich mehr wird (spätestens nach der ersten Verkostung wollen alle mehr!). Die Filets würfeln und von Anfang an mit braten/köcheln lassen).
    Ach ja, für diejenigen, denen die Chilischoten noch nicht reichen: abschmecken mit Tabasco nicht vergessen!