Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch

Das ist Ansichtskarte

Abgelegt unter: Allgemein | 23.01.2003 (12:37) |

Ich finde Postkarten eine gute Erfindung. Eigentlich. Oder anders gesagt finde ich die Möglichkeit der Bildmitteilung eine gute Erfindung. Jetzt mal E-Mail vergessen und so. So richtig bunte Kartonkärtchen mit Handschrift drauf und einer eigens abgeleckten Briefmarke. Briefmarkenlecken ist zwar was für geschmackliche Masochsisten, aber das ist jetzt Nebensache. Zurück zu den Karten. Ich finde die gut. Wenn sie korrekt verwendet werden. Wenn man einfach an den nächsten Kartenständer geht, lieblos eine rausrupft, drauf schreibt “Schön Grüsse aus (woauchimmer), das Wetter ist gut, das Essen auch, (Unterschrift)”, dann finde ich das KACKE! Wer sich nicht dazu überwinden kann, den Menschen, die man wohl mag (sonst würde man keine Karte senden), eine persönliche Nachricht zu schreiben, dann sollte man es lieber bleiben lassen. Ist doch nun aber auch nicht so schwer. Die boshafteren erzählen natürlich genau über all die coolen Sachen, bei denen man genau weiss, dass die zu Hause das auch gern HÄTTEN, aber eben nicht HABEN. Ein kleines bisschen fies darf man sein. Wenn man nichts dagegen hat, nach seiner Heimkehr aus dem Urlaub zehn Tonnen Sand im Vorgarten zu haben, weil Empfänger von Postkarten NOCH boshafter sein können. Egal, ich finde einfach, man sollte sich da ein bisschen anstrengen. Überhaupt kann man Karten nicht nur aus dem Urlaub schreiben, sondern von überall, wo Karten verkauft werden. Schliesslich kann man Meer abbilden als nur Berge und so. Statements, wie man sie früher auf Buttons und T-Shirts fand. Es passt auch mehr Text drauf als bloss 160 Zeichen. Das eröffnet neue Möglichkeiten. Eine ausgedruckte E-Mail auf der Pinnwand sieht nicht halb so schick aus wie eine bunte Karte mit Quietsche-Entchen. Oder man gestaltet eine ganze Wand mit Postkarten. Ihr merkt schon, das wird wieder einmal für ein Plädoyer für Kreativität, aber in dem grauen Gewintere muss man einfach ein klein wenig Farbe haben. Wenn ich welche hätte würde ich jetzt M&M’s futtern. Einfach because of the Buntness. Natürlich gibt es bei den Karten, die nicht Landschaften abbilden solche, die man NICHT jedem schicken sollte. “Leck mich” sendet man nicht an den Chef, die rudelbumsenden Wildsäue sind bei der Grossmutter auch nicht unbedingt gut aufgehoben. Und grade an Feiertagen, wie wir sie grade hatten, muss man speziell aufpassen, denn was der eine witzig findet muss bei einem Feiertagsfanatiker nicht unbedingt auf Gegenliebe stossen. Ich habe drum die Karte (die ICH originell finde) mit folgender Aufschrift (in Gold auf edlem Papier) zu Weihnachten NICHT versendet: “Fröhliche Arschnachten, ihr Weinlöcher!”. Versteht halt nicht jeder Wortspielereien.

Aktuell im Ohr: The Mission – Never Let Me Down Again

Chefsache

Abgelegt unter: Allgemein | 22.01.2003 (15:30) |

Ich glaube, es gibt nicht sehr viele Leute, die von sich behaupten können, dass der eigene Chef zugleich auch einer der besten Freunde ist. Oder dass dessen Familie so ein bisschen Familienersatz für einen selber ist. Vielleicht will er mich aber auch bloss als Nachbar, weil er weiss, dass seine Kiddies dann mehr bei mir hängen als bei ihm, weil ich den grösseren Fernseher habe (gewisse Leute gehen sogar auf die Knie für die Aussicht auf Herr der Ringe auf Grossbild). Aber egal, ich mag die ja alle. Und die mögen mich. Das behaupten sie zumindest. Sie finden auch meine Freundin keine doofe Kuh (alles schon dagewesen), was ich persönlich eigentlich als Positivum empfinde, denn ich tu das auch nicht. Ich find die voll gut. Weil sie auch so schön “MÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜUUUCH” sagen kann. Ich hab von Scheffe sogar ein Kärtchen bekommen, wie er uns beide sieht:

Also sieht er uns als dickliche Faulenzer mit Gnubbelnasen, wenn ich mir das so richtig betrachte. Ich glaube, wir müssen da nochmal was bereden, Herr RAndy.

Aktuell im Ohr: Jimmy Somerville – By Your Side

Gib mal! Nimm dies!

Abgelegt unter: Allgemein | 21.01.2003 (20:26) |

Gebe und es wird dir gegeben werden. Nimm ungefragt und du kriegst eins auf die Finger. Aber vor dem Nehmen kommt erst mal das Geben. Wir geben es auf an der Nabelschnur zu hängen und kommen raus, wo wir es mit dem Tageslicht aufnehmen. Und dem Onkel Doktor der uns eins hinten drauf gibt, damit wir Geplärre von uns geben. Warum einige ihrer Lebzeit nicht damit aufhören ist mir noch unklar. Auf jeden Fall nehmen wir unser Leben in Angriff und irgendwann geben wir einen feuchten Furz darauf, was diejenigen sagen, die uns das Leben gegeben haben. Das nehmen uns die dann erstmal übel. Zuerst gibt es dafür einen Satz warme Ohren oder – in Zeiten, wo man gleich verklagt wird von den eigenen Kindern – eine leichte Verwarnung. Das kann ausnehmend unangenehm sein. Irgendwann gibt sich das aber auch. Man kann ja nicht alles krumm nehmen und muss auch mal vergeben können. Schliesslich haben die einem ja auch ein gewisses Mass an Benimm mit auf den Weg gegeben. Aber jetzt mal ungeachtet der Tatsache, dass ich in einigen sinnlosen Sätzen (denken einige Leute jetzt sicher) versucht habe, möglichst oft (um nicht zu sagen: bis zum übergeben) die beiden Wörter (ich gebe euch jetzt keinen Tipp, aber nehmen wir an, der Titel ist eine kleine Hilfe) in Wechselwirkung unterzubringen, wollte ich eigentlich auf einen anderen Gedanken hinaus. Wie das aber bei mir so ist, ich mache Umwege und fasle zuerst von ganz anderen Dingen oder mache Sätze wie den vorherigen, der einerseits zu lang ist und andererseits mit Einschüben überhäuft ist, so dass ihn kein Schwein mehr versteht, ohne ihn mindestens dreimal gelesen zu haben. Wie dieser grade eben auch. Im Schreibkurs habe ich gelernt, dass ein verständlicher Satz nicht mehr als 25 Wörter enthalten darf. Mit regelmässiger Verachtung umgehe ich diese Regel und teste die Aufmerksamkeitsspanne meiner Leser. Und von mir. Bei mir geht es dann aber eher da hin, dass ich den Satz mehrfach durchlese und versuche rauszufinden, was ich am Anfang eigentlich schreiben wollte. Aber am Anfang dieses Artikels wollte ich auf die Gaben hinaus. Darauf, was wir mitbekommen, wenn wir zur Welt kommen. Nein, NICHT einen Pipi oder eine Mumu, sondern etwas tiefer. Nein, NICHT die Organe. Die einen Menschen kommen zur Welt und sind Idioten. Das ist dann wohl deren Gabe (das muss aber irgendwo einen ganz gewaltig grossen Gabentisch geben). Was mag meine Gabe sein? Ist es die Fähigkeit mit meinen Halswirbeln knacken zu können, dass man es auch noch in zehn Metern Entfernung deutlich hören kann? Oder ist es die Tatsache, dass ich mit blanker Ignoranz an Weihnachten Hardcore-Techno hören kann mit ein paar Weihnachtssamples drin? Oder sind es wirklich diese verworrenen Sätze und Gedanken? Oder noch was anderes. Was unsere Gabe ist, das erkennen wir selber meist am wenigsten. Aber wir geben es weiter und unsere Mitmenschen nehmen es auf. Und vielleicht, vielleicht geben sie uns eines Tages dieses Wissen zurück. Dann nehmen wir einen tüchtigen Schluck Wein und denken: “Was? Meine Gabe ist es, bei Witzen die Pointe zu versieben?”. Ja, auch das kann es geben. Aber ich lasse den Betreffenden noch ein paar Jahre im Glauben, es sei was anderes…

Aktuell im Ohr: Erasure – Solsbury Hill

Situationskomikerinnen

Abgelegt unter: Allgemein | 21.01.2003 (16:37) |

Ich freu mich, dass es Frauen gibt. Nicht bloss zum Ansehen oder Knutschen, sondern auch, weil sie immer wieder mal so kleine Anekdotenlieferantinnen sind. Auf meinem Bürorechner läuft derzeit eine Testversion von PhotoShop Elements, dem kleinen Brüderchen (oder Schwesterchen, wie auch immer) vom grossen PhotoShop. Während ich dort ein bisschen Funktionen ausprobiere, tritt EmmWee hinter mich und schaut mir über die Schulter. Darf sie, schliesslich wird sie die Empfängerin eben dieser Software sein. Sie bemerkte dann, dass ihr die Oberfläche so gar nicht bekannt vorkäme, obwohl sie ja eigentlich Elements hätte. Ich wies sie dann darauf hin, dass es durchaus möglich sei, dass SIE zu Hause die Version 1 hat, WIR aber im Büro die Version 2. Sie behauptete darauf hin vehement, dass sie natürlich auch die Version 2 hätte und nicht die 1. Also fraget ich nach, wann sie das Programm denn gekauft hätte. Sei noch nicht lange her. Also sei es bestimmt die 2er und nicht die 1er. Nach einer kurzen Denkpause meinte sie dann allerdings, sie hätte sie zwar gekauft, aber… Na, wer findet es raus? NOCH NICHT INSTALLIERT! Bravo! Super! Ab in die Ecke zum Schämen! Das war dann doch etwas peinlich. Prädikat “Korrekte und perfekte Verwendung eines völlig unpassenden Wortes”: Am Sonntag Abend lief der “Juppieh-Leo-säuft-ab-Schnulzen-Klassiker” Titanic. Nach meinem Sissi-Fettnapf (Ich höre die Bezeichnung “Sissi-Hasser” immer noch nachklingen) dachte ich, ich kann meine Scharte auswetzen, indem ich mich mit Hasimausi (ja, los, geil, gib mir Tiernamen) auf die Couch lümmelte um eben Titanic ein Stück weit zu gucken, bevor ich mich zum Zug begeben musste. Natürlich kam nach kurzer Zeit der erste Werbeblock und zwar – wie könnte es anders sein – in einem dramaturgisch völlig unpassenden Moment (wie man bei Luc Bessons Atlantis im Kino NICHT die Pause mit Gangsta-Rap einleiten sollte). Lydia meinte dann, sie könnte ja eigentlich im Keller die Videokassette holen von Titanic, aber (und jetzt kommt es) das sei so UNLIVE. Waahaaah! Unlive. Hm. Ich glaube, seit dem tatsächlichen Untergang war alles unlive in dem Zusammenhang und LIVE wollen das wahrscheinlich nicht mal Hardcore-Erlebnistouristen erlebt haben. Unlive: An und für sich ein interessantes Wort. Bin ja gespannt, wo sich das sonst noch so einsetzen lässt. Mindestens nicht im Zusammenhang mit Spielfilmen. Nö, nö. Apropos Zusammenhang: Jetzt mal völlig aus dem Zusammenhang gerissen, es geht ja bald wieder auf den Frühling zu und die ganzen Frauenzeitschriften können jetzt, nachdem die weihnachtlichen Anleitungen, wie man sich möglichst gut und schnell während den Feiertagen Speckrollen anfrisst wieder das alljährliche Diätspecial bringen. Drauf gekommen bin ich wegen der Erwähnung dieser Bauch-Schenkel-Po-Programme, die jetzt wieder auftauchen. Wenn das Zielpublikum Bauch-Schenkel-Po HÄTTE, dann wäre das Programm nicht nötig. Eher ist es aber Wampe-Pfosten-Arsch, warum dann also nicht beim Namen nennen. Ich behaupte nach intensivem Keksefressen auch nicht, ich hätte Love Handles sondern einen Schwimmring. Also wenn ihr schon fresst (und damit meine ich ALLE), dann steht auch dazu. Und Frauenzeitschriften sind auch fällig. Bald.

Aktuell im Ohr: Was souliges. Aber langweilig.

Fischstäbchen

Abgelegt unter: Allgemein | 21.01.2003 (13:10) |

Es gibt Cartoons, die sind nicht nur gut, die sind genial. Wenn detaillierte Zeichnung auf Wortwitz trifft, dann bin ich happy. Wie in diesem Fall:

Find ich voll gut.

Aktuell im Ohr: Der Stimme nach Billy Joel

Weiblich, ledig, jung sucht…

Abgelegt unter: Allgemein | 18.01.2003 (10:43) |

Was würden wir eigentlich jetzt tun, wenn es das Internet nicht gäbe? Ich meine, JETZT in diesem Augenblick. Ihr statt lesen und ich statt schreiben. Ich würde wahrscheinlich trotzdem schreiben, aber dann an was anderem. Ihr würdet bestimmt trotzdem lesen, aber auch was anderes. Ein Buch zum Beispiel oder Zeitung. Aber ihr wärt möglicherweise nicht an einem Computer, sondern würdet an einem Ort lesen, an dem man auch sein kann, wenn es dort keinen Computer gibt. Auf einer Picknickdecke am Waldrand. Im Zug. Auf dem Klo. Wenn esgeht, versuche ich meine Zeit unterwegs in Zug und Bus möglichst durch lesen (oder wie jetzt schreiben) auszufüllen. Wenn es mir dann nicht vergönnt war, am Kiosk oder in der Buchhandlung etwas zu mir passendes zu finden, dann greife ich auch gerne auf liegen gebliebene Zeitungen zurück, die man in öffentlichen Verkehsmitteln so findet. Weil wenn ich gar nichts finde, dann fange ich an, auf meinem Palm Tetris zu spielen und das macht mich in den höheren Levels tierisch nervös. Also lieber lesen. Was aber, wenn NICHTS da liegt? Passiert zum Glück selten, aber es kommt vor. Heute glüklicherweise nicht, da lächelte mich doch tatsächlich ein Zeitungsteil an und sofort krallte ich ihn mir. Über den Fang war ich allerdings nicht gerade glücklich, denn ausgerecnet mit dem Sportteil kann ich nun absolut GAR nichts anfangen (vielleicht, wenn ein Anna-Kournikova-Bildchen drin wär, aber das starrt man auch nicht länger als eine Minute an). Also dachte ich, wenigstens die Anzeigen könnte ich ja lesen. Da gab es in dem Teil des Druckerzeugnisses genau drei verschiedene Kategorien: Autos. Volltreffer, ich hab keinen Führerschein, was bringt mir das also? Ich habe auch absolut keine erotische Affinität zu Fahrzeugen (ausser es liegt eine Halbnackige quer über der Kühlerhaube). Zweitens: Wohnungen. Zweiter Volltreffer. Bis vor vielleicht drei Wochen hätte mich das noch halbwegs interessiert, inzwischen habe ich allerdings ein neues Zuhause gefunden. Drittens – und jetzt schliessen wir den Bogen zum Titel – Erotikanzeigen. HAH! Irgendwas MUSSTE doch zu finden sein, was dem keks Vergnügen bereitet. Daran konnte ich nicht vrbei gehen und euch muss ich natürlich teilhaben lassen. Der Titel ist vielleicht nicht ganz richtig gewählt, denn in den Anzeigen bieten nicht nur weibliche Personen an, sondern auch willige junge Herren. Ledig sind einige auch nicht, denn es gibt ja diese versauten Hausfrauen, die das Haushaltsgeld etwas aufpeppen, wenn Männchen im Büro sitzt. Jung sind auch schon lange nicht mehr alle, aber so lange sich jemand findet, der Geld bezahlt dafür. Beispiele? Aber gerne:
„Wir sind jung, hübsch + motiviert. Gegenseitiges Geniessen und Verwöhnen. ½ Stunde: ORGASMUS à DISCRETION“ – Völlig falsch. Wenn ich „à discrétion“ zum Beispiel essen gehe, dann darf ich so oft und so viel ich will. Also verarscht mich nicht mit einer halben Stunde.
„Susi Wong 180cm Chinesin“ – Das ist bestimmt eine ehemalige chinesische Olympiaschwimmerin bei der Grösse. Wie erotisch. Kann ich ja gleich meinen Kleiderschrank vögeln.
„Aufgestellte, schlanke, vollbusige Tirolerin. Angenehme Preise.“ – Für sie oder für den Kunden? Obwohl Dienstleistungen in Österreich ja generell billiger sind als in der Schweiz. Allerdings kenne ich das bisher nur aus der Gastronomie, nicht dass mir hier wieder was unterstellt wird.
„Dame mit grossem Busen (39)“ – What you see is what you get. Dann hoffe ich mal, die 39 ist nicht der Umfang.
„Zum Gnüsse und Entspanne die erotisch, klassisch Massage i ländlich pflägte Atmosphäre.“ – Ferien auf dem Bauernhof kannte ich ja, aber das ist neu. Da werden Erinnerungen an die alten Lederhosenfilme wach. Geh Zenzi, mach ma hoit d’Ledrhosn auf!
„Statt nur die Schulbank zu drücken, kannst du dich bei mir runterbücken, dann verstehst du wovon man spricht, beim Französisch Unterricht.“ – Die ficken nicht nur, die dichten auch! Ich bin von den Socken. Horizontalpoesie, das muss man erst mal so geschliffen hinbekommen! Ich krieg mich nicht mehr ein.
„ANAL FATAL“ – Hm. Ich weiss nicht, ob der Slogan clever gewählt ist. Ich kenne Kanal Fatal, das war lustig, das hier klingt eher schmerzhaft.
„NINA (20): Sexhungrigstes CH-Girl, sehr schlank, schöner Busen, super Figur.“ – Nicht einfach hungrig, nein, HUNGRIGST. Aha? Und woher will die das wissen? Gab’s da Miss-Sexhungrig-Wahlen? Abstimmungen? Schweizer stimmen ja über jeden Schwachsinn ab, warum also nicht über DAS?
„Boy’s für Herren. Auch zu zweit. Hotel- und Hausbesuche möglich.“ – Haaaach, Boooys! Sind das dann GameBoys?
Und zum Abschluss noch ein Highlight:
„Stiefellecker und Putzsklaven gesucht!“ – Ich hoffe mal nicht, dass ich aus Versehen beim Umzug ein Putzinstitut anrufe und ich bekomme DIE vermittelt. Ich stelle es mir etwas seltsam vor, dem Verwalter die Wohnung zu übergeben und (ohne zu lügen) zu sagen: Sieht doch aus wie geleckt, oder?

Aktuell im Ohr: OMD – Maid of Orleans

Ansichten

Abgelegt unter: Allgemein | 16.01.2003 (12:54) |

“Wär das schön, wenn du geil wärst”
“Wär das geil, wenn du schön wärst”

Alles eine Frage des Standpunktes.

Aktuell im Ohr: Phil Collins – Against All Odds

Kleidungsstücke, die ich nie mehr sehen will

Abgelegt unter: Allgemein | 15.01.2003 (22:00) |

Aus vergangenen Jahrzehnten gibt es ja andauernd wiederkehrende modische Grabschändungen. Egal ob Koteletten, Schlaghosen oder Netzshirts, Plateaustiefel, Leggins oder dreissig Zentimeter lange Hemdkragenspitzen, es gab für alles seinen Grund, warum es von der Bildfläche zu verschwinden hatte. Auch die Dinosaurier sind nicht einfach so ausgestorben, da gab es wohl einen Grund für. Bloss kehren DIE – im Gegensatz zu den fürs Auge schmerzhaften Entgleisungen – nicht zurück. Ausser im Film. Dort aber auch immer wieder, obwohl es nach dem ersten Teil eigentlich gut gewesen wäre. Inzwischen finden wir uns damit ab, dass Moderevivals regelmässig wiederkommen. Allerdings gab es mal einen Mindestzeitraum, der verstreichen musste, bevor etwas wiederbelebt wurde. Wenn wir jetzt aber anfangs des Jahrzehnts schon die 80er revivalen… reviveln… rifeifeln, kommen dann in zwei oder drei Jahren die 90er dran? Und in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts wiederholen wir dann die erste Hälfte? Und dann? Recyclieren wir uns im momentanen Zustand oder greifen wir vor und ziehen uns Klamotten an, bei denen wir uns vorstellen, wie sie in einer nicht allzu fernen Zukunft aussehen könnten? Was uns wieder zurück in die 60er/70er bringen würde mit den futuristischen Plastiksesseln und dem psychedelisch angehauchten Science-Fiction-Kram. Päng, wir sitzen in einer modischen Zeitschlaufe. Aber eines verbannen wir dann hoffentlich: Moon Boots. Diese Urväter der hässlichen Schuhe, geboren aus dem kranken Hirn eines klamottenfanatischen NASA-Freaks. Solche Teile mögen ja gut sein, wenn man Spaziergänge auf dem Mond machen will, aber hallo, prozentual gesehen, wieviele von uns werden in absehbarer Zeit DAZU Gelegenheit haben? Also setzt man in der SciFi-Euphorie der ausgehenden 70er (Danke, George Lucas, danke Stanley Kubrick, etc.) diese riesigen Treter ein, die vielleicht bei Überschwemmungen hilfreich sind, weil man daraus ein Rettungsboot machen kann, aber ansonsten einfach nur zum Schreien. Gefertigt waren die Dinger grundsätzlich aus Kunststoff (Plastik ist gut für alles, dachte man damals), also hat man bei Kälte darin nicht einfach nicht gefroren, sondern man hat geschwitzt. Dann hat sich dieser Schaumstoff, der zur Polsterung verwendet wurde vollgesaugt und schon war es wunderbar feucht und irgendwann klamm da drinnen. So sah man nicht nur scheisse aus (die hatten dann ja auch noch so penetrante Musterungen), sondern fühlte sich auch so. Man konnte es nicht erwarten, die Dinger loszuwerden. Dieser Drang hielt bis zum nächsten Tag an, wo man die Füsse wieder reinstöpselte, weil die waren ja cool. Und warm. Hah! Wenn die Plastiksohlen wenigstens nicht ausgesehen hätten wie russische Belagerungspanzer. Meine waren damals dunkelblau und oben hatte es Goldstreifenverzierungen. Sah so ähnlich aus wie die Uniformstreifen bei Captain Kirk auf dem Pullover. Die hatten auf der Enterprise keine Moon Boots an sondern diese halbschwuchteligen Aliennuttenstiefelchen. War auch nicht das Gelbe vom Ei. Aber zumindest heule ich den Boots keine Träne nach. Aber ich habe heute Morgen gehört, die kämen wieder und würden etwas seltsam ausgerichteten Leuten gefallen. Ich fange schon mal an, mich zu fürchten. Vielleicht schaffen es dann auch die Hardcore-JetSet-Versionen wieder ins sich mit Grauen abwendende Antlitz des Tageslichts: Die Yeti- beziehungsweise Neandertaler-Ausgaben, die aussen nicht mit Plastik, sondern FELL bezogen sind. Dieses lange zottelige Zeug, das aussieht, als ob man aus Versehen in zwei Yorkshire Terrier reingetreten ist. Gruselig. Möge sie der Yeti holen.

Aktuell im Ohr: Frankie goes to Hollywood – Rage Hard

Vorsicht, Füllung ist heiss

Abgelegt unter: Allgemein | 15.01.2003 (11:31) |

So oder zumindest fast so steht es auf den Kartonverpackungen der Apple Pies bei McDoof. Diese Warnung macht durchaus Sinn, denn einerseits bewahrt sie den Konsumenten davor sich tierisch die Schnauze zu verbrennen und anderererseits die Firma davor von einem doofen Ami tierisch verklagt zu werden. Leider finden sich Warnhinweise auf den Inhalt nicht auf jeder Verpackung, was für den Endbenutzer leicht (oder schwer) störend sein kann. Warum steht zum Beispiel auf Push-Up-BH’s nicht sowas wie “Vorsicht, Füllung ist gar nicht da”? Oder auf engen Jeans: “Vorsicht, Füllung kann auch an den Füssen getragen werden”? Das nur zum zeigen, dass ich hier nicht bloss weibliche Attribute anspreche. Aber die Verwendung von Push-Ups ist heutzutage doch recht verbreitet, grade seit den unfallfördernden Plakaten von H&M. Sieht ja als Décolleté auch viel besser aus, da sag ich ja gar nichts. Aber die Trägerin sollte dann zumindest auf eine Reaktion gefasst sein, wenn’s ans Eingemachte, beziehungsweise ans Eingepackte geht. So, machen wir mal auf (wenn’s denn ein Mann ist, der in der Lage ist, ohne Schneidbrenner oder Skalpell einen BH zu öffnen) und… oh… ja, wo sind sie denn hin? Ein besonders schlechtes Zeichen ist es, wenn er sofort wieder zuhakt und nochmal aufmacht, einfach um zu gucken, ob er jetzt irgendwie eine Täuschung hatte (wenn zusammengeknüllte Tempos rauspurzeln, dann hilft da natürlich auch nichts mehr). Mit sowas muss frau dann natürlich umgehen können. “Klein, aber fein”. “Deine Hände sind eh nicht grösser”. “Sieh erst mal zu, dass du DIE glücklich machst, dann reden wir über grössere”. Dann knöpft sie IHM die Hose auf und stellt fest, dass weisse Sportsocken nicht nur nicht an die Füsse gehören sondern auch nicht in den Schritt. Die Ausrede, dass er halt gerne frische Socken zum Wechseln dabei hat zählt nicht. Wer tatsächlich noch eine Hasenpfote mit sich rumträgt gehört beim WWF angezeigt und wer einen Fuchsschwanz dabei hat (da ist der Name der Vater des Gedanken) müsste eigentlich mit der dafür vorgesehenen Autoantenne versohlt werden. Der typische Satz “Es kommt nicht auf die Grösse an, sondern was man damit macht” ist auch schon ziemlich ausgeleiert. Mal ganz abgesehen davon: Wenn in Villariba und Villabajo ein Riesentopf Paella gemacht wird, können die NATÜRLICH mit einem Mokkalöffelchen drin rumrühren. Aber bringt’s das?

Aktuell im Ohr: Irgendein Gesäusel aus dem Nebenbüro, noch schlimmer als das Gewimmere aus HooBees zu leisem Radio

Ich bin nur der Betreff

Abgelegt unter: Allgemein | 14.01.2003 (9:32) |

Beim Briefeschreiben gab es gewisse Regeln mit Abständen, Einzügen, Betreff und so weiter. Das war in Korrespondenzhandbüchern festgelegt und keinem wäre eingefallen, daran rütteln zu wollen (ausgenommen denjenigen, welche die Adresse von eingezogen plötzlich auf linksbündig haben wollten, aber das ging ja in den meisten Fällen wieder unter). Dann kam E-Mail und schon vergass man alles. Oder zumindest fast. Eigentlich ist es ja wurscht, ist ja ein anderes Medium, wenn da nicht dieser eine Punkt wäre, der mich nervt. Warum, frage ich mich, schreiben einige Absender den Inhalt der Mail in die BETREFFZEILE? “In dieser Mail geht es darum, wer wann wieso was getan hat und warum ich meinen Job nicht erledigen konnte, weil ich allen anderen Scheiss zu tun hatte”. Im Inhaltsfeld dann so etwas wie: “Schöne Grüsse”. Hm. Logisch denkenden Menschen und solchen, welche einigermassen aus ihren Augen raussehen sollte eigentlich auffallen, dass das Grössenverhältnis zwischen dem Betreff und dem Nachrichtenfeld ganz unwesentlich differiert. Wenn auf dem Tisch ein kleines Glas steht und eine Schüssel, dann versucht man auch nicht, den Zweiliterkrug in das kleine Glas zu entleeren. Oder? Warum dann beim Mail schreiben? Kann man eigentlich einen Filter setzen, der automatisch Mails dem Absender zurück sendet, wo der Inhalt des Betreffs fünf Wörter überschreitet? Das Weglassen von Leerschlägen um die Wortzahl zu reduzieren würde mit einer Mailbombe geahndet. Hat doch früher in einem Brief auch niemand zwei oder drei Zeilen Betreff geschrieben, oder? ODER? Sowas macht mich betreffen… betroffen.

Aktuell im Ohr: Eagle Eye Cherry – Save Tonight
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