Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch
Die ollen Krümel von früher
Ich freu mich, dass es Frauen gibt. Nicht bloss zum Ansehen oder Knutschen, sondern auch, weil sie immer wieder mal so kleine Anekdotenlieferantinnen sind. Auf meinem Bürorechner läuft derzeit eine Testversion von PhotoShop Elements, dem kleinen Brüderchen (oder Schwesterchen, wie auch immer) vom grossen PhotoShop. Während ich dort ein bisschen Funktionen ausprobiere, tritt EmmWee hinter mich und schaut mir über die Schulter. Darf sie, schliesslich wird sie die Empfängerin eben dieser Software sein. Sie bemerkte dann, dass ihr die Oberfläche so gar nicht bekannt vorkäme, obwohl sie ja eigentlich Elements hätte. Ich wies sie dann darauf hin, dass es durchaus möglich sei, dass SIE zu Hause die Version 1 hat, WIR aber im Büro die Version 2. Sie behauptete darauf hin vehement, dass sie natürlich auch die Version 2 hätte und nicht die 1. Also fraget ich nach, wann sie das Programm denn gekauft hätte. Sei noch nicht lange her. Also sei es bestimmt die 2er und nicht die 1er. Nach einer kurzen Denkpause meinte sie dann allerdings, sie hätte sie zwar gekauft, aber… Na, wer findet es raus? NOCH NICHT INSTALLIERT! Bravo! Super! Ab in die Ecke zum Schämen! Das war dann doch etwas peinlich. Prädikat „Korrekte und perfekte Verwendung eines völlig unpassenden Wortes“: Am Sonntag Abend lief der „Juppieh-Leo-säuft-ab-Schnulzen-Klassiker“ Titanic. Nach meinem Sissi-Fettnapf (Ich höre die Bezeichnung „Sissi-Hasser“ immer noch nachklingen) dachte ich, ich kann meine Scharte auswetzen, indem ich mich mit Hasimausi (ja, los, geil, gib mir Tiernamen) auf die Couch lümmelte um eben Titanic ein Stück weit zu gucken, bevor ich mich zum Zug begeben musste. Natürlich kam nach kurzer Zeit der erste Werbeblock und zwar – wie könnte es anders sein – in einem dramaturgisch völlig unpassenden Moment (wie man bei Luc Bessons Atlantis im Kino NICHT die Pause mit Gangsta-Rap einleiten sollte). Lydia meinte dann, sie könnte ja eigentlich im Keller die Videokassette holen von Titanic, aber (und jetzt kommt es) das sei so UNLIVE. Waahaaah! Unlive. Hm. Ich glaube, seit dem tatsächlichen Untergang war alles unlive in dem Zusammenhang und LIVE wollen das wahrscheinlich nicht mal Hardcore-Erlebnistouristen erlebt haben. Unlive: An und für sich ein interessantes Wort. Bin ja gespannt, wo sich das sonst noch so einsetzen lässt. Mindestens nicht im Zusammenhang mit Spielfilmen. Nö, nö. Apropos Zusammenhang: Jetzt mal völlig aus dem Zusammenhang gerissen, es geht ja bald wieder auf den Frühling zu und die ganzen Frauenzeitschriften können jetzt, nachdem die weihnachtlichen Anleitungen, wie man sich möglichst gut und schnell während den Feiertagen Speckrollen anfrisst wieder das alljährliche Diätspecial bringen. Drauf gekommen bin ich wegen der Erwähnung dieser Bauch-Schenkel-Po-Programme, die jetzt wieder auftauchen. Wenn das Zielpublikum Bauch-Schenkel-Po HÄTTE, dann wäre das Programm nicht nötig. Eher ist es aber Wampe-Pfosten-Arsch, warum dann also nicht beim Namen nennen. Ich behaupte nach intensivem Keksefressen auch nicht, ich hätte Love Handles sondern einen Schwimmring. Also wenn ihr schon fresst (und damit meine ich ALLE), dann steht auch dazu. Und Frauenzeitschriften sind auch fällig. Bald.