Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch
Die ollen Krümel von früher
Kürzlich am Mittagstisch gerieten wir auf wundersame Art ins Thema Rinderzucht. Und zwar fiel der Begriff Korrelation, was eine Beziehung zwischen statistischen Variablen sein soll. TiiTschäi hat versucht, mir das zu erklären, aber genau so weit entfernt, wie er sich von Filmen und Musik der Gegenwart entfernt befindet, genau so weit ab muss ich mich themenumkreisungsmässig im Orbit befunden haben. War das jetzt auch schon korrelierend? Auf jeden Fall hat er mir das dahin gehend erklärt, dass es wohl wohl Rinderrassen wie Angus gibt (die Kuh, nicht der AC/DC-Typ), denen man die Hörner weggezüchtet hat, damit sie bessere Milch geben. Nagelt mich jetzt nicht darauf fest, ich sage ja, ich entbehre da jeden Durchblickes. Aber so grundsätzlich. Nimm was weg, um was anderes zu bekommen.
Das bringt mich zu Frauen auf der Suche nach Bekanntschaften. Ich bin mir ja wieder mal für nichts zu schade (eine Mitarbeiterin unseres Hauses formulierte es: „Du machst schon jeden Scheiss mit, oder?“) und bewege mich auf verschiedenen Kontaktseiten, um mich… ähm… zu bilden. Schreibt da also eine oder mehrere gut aussehende Frauen, sie hätten gerne intelligente, originelle und witzige Mails von intelligenten, originellen und witzigen Männern. Da schreibe ich also eine intelligente, originelle und witzige Mail und passieren tut natürlich gar nichts. Weil die Empfängerin wahrscheinlich weder das Eine noch das Andere oder Andere ist. Um dem Vorwurf vorzubeugen, ich würde mich selber überschätzen: Ich habe Mails testlesen lassen von Frauen, die bescheinigten mir alle benötigten Punkte.
Also gehe ich jetzt korrelierend davon aus, dass die statistisch gesehen zwar rattenscharf aussehen, aber dafür den IQ einer Sachertorte und den EQ einer toten Ratte besitzen. Oder ich bin einfach zu hässlich. AHA! Umgekehrte Korrelation. Es hiess ja schon immer in Beziehungsbüchern und schlechten Frauenzeitschriften, dass sich Leute, die optisch nicht dem Gardemass entsprächen, dafür mehr Mühe in andere Taktiken legen würden. Um sich wie ein trojanisches Pferd reinzumogeln.
Apropos Gardemass und Troja: Der entsprechende Film wurde ja wohl mehrheitlich deswegen ein Erfolg, weil Brääääd darin mitspielt. Und die Frauen gehen ja wegen der tollen Story (sollen lieber Homers Bücher lesen) und den super Kostümen rein, aber niiiiiemals wegen Brääääd. Stellt einer Frau, die den Film wegen Brad gesehen hat die Frage, welchen Charakter er verkörpert hat (Achilles). Lustigerweise (ich hab das getestet) kommen allerlei Ausreden, warum man das jetzt nicht mehr wisse. Jegliche billige Ausflucht wird zur Hilfe beigezogen. Wahrscheinlich aber einfach deswegen, weil er nackig war.
Apropos mogeln: Eine Methode, um Leute kennen zu lernen, wäre möglicherweise die: An Bahnhöfen gibt es oftmals diese Treffpunkt-Areas, wo man sich verabredet, weil man sich dort eher findet. Das nehmen aber auch die andern 467 Menschen an und inzwischen treffe ich mich mit Leuten lieber an anderen Stellen. Aber: Wenn man gar keine Verabredung hat, kann man ja hingehen, sucht sich die Putzigsten aus und quatscht die an mit „Entschuldige, aber sind WIR verabredet?“ von wegen Blind Date und so. Das Blödeste was passieren kann ist, dass die Zielperson auf ihren Bespringer wartet. Wenn nicht, wer weiss. Allfällige Erfolgsgeschichten unter Beilage irgendwelcher Dankesgeschenke bitte an meine Adresse.
Ebenfalls an meine Adresse erging rechtzeitig zu Weihnachten ein Päckchen aus Schweden. Inhalt desselben zwei Tütchen mit Bonbons, deren Inhalt ich jetzt einmal antesten werde. „Soda Pops Surt“ steht da auf der einen drauf und soll angeblich sauer sein. Jaja. Das versuchten mir schon andere weis zu machen. Erster Eindruck: Leichtes Anheben der Unterarmhärchen, die haben so dieses Bekannte Sauerpulver drauf. Danach geht es über in gemächliche Gummisüsse. Ich habe meine Socken noch an. Wertung nach Schweden: Kannst beruhigt zugreifen! Tüte zwei: „Kryptoniter Sura & Salta“, pink mit einem schwarzen Streifen. Lutschlutsch. Bis jetzt angenehm süss, eine ganz sanfte säuerliche Tendenz unterm Gaumen. WAAAAAAAAAAAAAH! What the fuck…
Sprengt sofort dieses Land weg. Jetzt weiss ich, was ich Leuten anbiete, die ich nicht mag. Das ist ja widerlich. Obwohl, Mindi, der auch Käse-Marmelafe-Brötchen ist, der könnte drauf abfahren. YUCK. Sobald sich der schwarze Streifen auflöst wird’s brutal. Streifen in Unterhosen sind schon würg zum Ansehen, das hier muss die kulinarische Ableitung davon sein. Bjäärrch. Frau Doktor: HANDS OFF! Aber schön, dass du mich kulinarisch weiterbringst. Warte nur, du du! Ich muss diesen Geschmack aus dem Mund bekommen. Gut hab ich grad Flüssigwaschmittel gekauft. Als ob IKEA als Export von Gemeinheiten nicht gereicht hätte.
Nichtsdestotrotz wünsche ich aber allen FROHE WEIHNACHTEN! Oder den Verweigerern eben nicht.
joa keksi, ohne gross auf die anderen themen einzugehen —> MERRY XMAS
Scheint das Kryptonit war im wahrsten Sinne des Wortes ein kulinarischer Griff ins Klo. However – Merry und so.
Würde ich SO im Nachhinein nicht sagen. Hat auf jeden Fall gutes Sado-Maso-Potential…