SMS = Save My Soul?

Meine Erinnerungen an den Kleinstadtpfarrer des Ortes, an dem ich aufgewachsen bin, sind eher durchzogen. Das war ein kleiner dicker Mann mit einem jovialen Grinsen, der auf den ersten Blick freundlich war, aber bei genauerer Kenntnis selbiger Person durchaus religionsdiktatorische Tendenzen offenbarte. Da war dann nichts mit anderen Ansichten, schliesslich waren die Katholiken ja die ersten. Zumindest die ersten, die Bräuche anderer Religionen zusammengeklaut haben und es unter ihrem eigenen Label verkauften. Im Religionsunterricht brachte uns eben dieser Herr Pfarrer auch nicht unbedingt offene denkweise bei und wenn man nebenbei in Geschichte noch die Inquisition behandelt, dann erscheint alles unter einem sehr dubiosen Licht. Und das Bild des Pfarrers ist geprägt.

Inzwischen weiss ich auch, dass es andere gibt, denn ich hatte kürzlich eine sehr interessante Diskussion mit unseren hauseigenen Spitalpfarrern und Innen. Pfarrerin. Stimmt das so? Pfarristin? Seelsorgerin macht es einfacher. Wenn die nun Werbung macht, ist die dann Seelenbesorgerin? Egal.Jedenfalls sind die hier offen, mögen auch einen Spass auf Kosten ihrer Fraktion einstecken und kommen auch gut mit der Konkurrenz aus. Ich konnte sogar Fragen aufwerfen, die mich recherchetechnisch beschäftigen, die aber eigentlich dem herkömmlichen Kirchengedanken eher quer im Gebälk hängen. DAS nenne ich konstruktive Gespräche und es ist ein durchaus netter Ausgleich zu all den Geschichten, die sonst so in den Medien auftauchen.

Frau Seelsorg war sogar ziemlich überrascht, dass ich die ursprüngliche hebräische Bedeutung meines Vornamens kenne und mir auch die Geschichte mit der Löwengrube nicht fremd war. Ich vermute ja, dass ich von anno damals meine Katzenallergie habe. Wie ich auch keine heisse Milch mehr mag, seit ich als Kind einen Pott kochender Solchiger über mich gekippt habe und meine Mutter mich schreiend (also ich, nicht sie) durchs Dorf zum Spital schleppen durfte. Das muss doch prägen. Wenn wir jetzt aber wieder einen Blick nach oben werfen, dann sehen wir schlechtes Wetter. Was fragt man also einen Kirchenvertreter? „Ihr habt doch einen guten Draht nach oben, oder? Macht mal besser Wetter.“ – „Geht nicht, wir sind protestantisch, Petrus ist katholisch“. Schlagkräftig. Falsch, fertig.

Kann man Petrus eigentlich SMS senden? Weil das mit dem Wunschwetter per WorldWideWetter hat auch nach wiederholten Versuchen nichts gebracht. Oder hat der Himmel einen Deal mit über 1000 Höhenmetern liegenden Touristik-Orten? Hochnebeldecke auf 600 Metern festschrauben (so habe ich zu Hause nicht nur kein schönes Wetter sondern sitze auch noch voll in der Pampe) um zu erreichen, dass wir alle in die Berge fahren. Bergregionen sind schliesslich überwiegend katholisch geprägt. Ich wittere eine Verschwörung. Und Kaffee. Fehlen nur noch die kayxe. Apropos Keks und Religion: Kekse gab es schon im Alten Testament, nur hiess es da noch Manna. Hat noch jemand das Rezept?

Aktuell im Ohr: Rotersand – Hush

One Comment on “SMS = Save My Soul?

  1. Im zweiten Buch Moses 16,31 heißt es: „Und das Haus Israel nannte es Manna. Und es war wie weißer Koriandersamen und hatte einen Geschmack wie Semmel mit Honig.“

    mach dir ’ne honigsemmel.. mahlzeit & (f)rohes fest.. ;)