Beleidigungswochen bei MacKeks

Zur Zeit lese ich intensiver Bücher über Creative Writing um Input zu bekommen, was die möglichen Techniken und Fallstricke beim Erstellen von Literatur anbelangt. Warum nicht von den Grossen lernen, sag ich mir da. Aber natürlich kommt neben der Technik auch noch die Frage nach dem Talent, über dessen Vorhandensein sich ja gut und gerne streiten lässt. Schriftsteller haben immer gewisse Eigenheiten, die wegen (oder trotz) denen richtig gut schreiben. Henry Miller hat sich besoffen, seine Frauen besprungen und sich dann zum Schreiben hingesetzt. Hemingway hat sich besoffen, seine Frauen geschlagen und sich dann zum Schreiben hingesetzt. Ich trink eine Cola, schau mir Frauen im Internet an und setze mich dann zum Schreiben hin. Da besteht wohl noch Potential.

Darf man eigentlich einer Frau sagen: „Hey Tussi, geh nicht wie ein Bauer“? Nein, darf man nicht. Das muss heissen „Hey Tussi, geh nicht wie eine Kuh“! Bauer ist männlich, Kuh ist weiblich. Sonst ist man sofort wieder sexistisch. Soviel Anstand muss sein. Aber gewisse Bewegungen passen nun mal nicht zu Frauen. Weibliches Verhalten, Flair, Elegance ist gefragt, da bekommt sogar ein Arbeitskollege mit seinem weibischen Getue näher an die XX-Chromosomen ran. Aber danach im Zug beim Klatschhefte durchblättern wieder auf Mann machen. Boah, die ist aber heiss. Ich schau das Bild auch an. Ich weiss ja nicht, ob ich einen Besen, der mit zwei Fussbällen betackert und mit bemaltem Leder überspannt wird, geil finden soll, egal ob Beckham drauf steht oder nicht. Oder liegt. Da kann er wenigstens rumfummeln ohne wegen Handspiel Ärger zu bekommen.

Ich finde auch Julia Roberts nicht süüüüüss. Wenn die lacht kann man einen Ferrari in ihrem Mund parkieren. Aber sowas darf man ja nicht äussern. Ist jetzt auch Mami geworden von Zwillingen. Die sind ja sooooooo süüüüüüss. Nein. Die sind klein und schrumplig und sehen auch nicht viel anders aus als diese Hunde mit zuviel Haut dran. Eine Freundin, die Nachwuchs erwartet, erwartet dann wohl auch Zuckerbekundungen, also muss ich mich im Lügen üben. In engeren Beziehungen, wie bei Freunden oder Liebesbeziehungen sind ab und zu Lügen erforderlich. Support. „Schatz, wie fandest du meinen Vortrag?“ – „Ähm.“ – „Nicht gut?“ – „Naja, nein, eigentlich nicht. Also ganz ehrlich gesagt fand ich es beschissen!“ – „Wääääh, du liebst mich gar nicht! Du bekommst vier Wochen keinen Sex!“ – „Cool, der war nämlich AUCH schlecht“. SO tötet man eine Beziehung.

Tötungen anderer Art lagen am Weihnachtsmarkt in Stuttgart nahe. Irgendwie schien es, als ob jeder, der einen gewissen glühweinesken Promillegrad überschritten hatte, sich mit VÖLLIG bescheuerten Nikolausmützen behütete. Und dann übelst rumprollten, dass einem friedlichen Besucher übelste Gedanken kamen. Im Dunkeln zum Beispiel dienen diese blinkenden Hütchen ideal als Scharfschützenmotivator. Schützenmützen. Apropos Zwangsbefriedung: Welche Frage sollte ein Kellner nicht stellen, wenn indianische Gäste das Restaurant betreten? „Haben Sie eine Reservation?“ Hugh. Skalp ab. Antraben an der Himmelspforte und Engelslöckchen fassen. In den Himmel werde ich persönlich es kaum mehr schaffen, obwohl ich mir das schon noch nett vorstelle. Den Rauschgoldengelchen unter das Hemdchen spitzeln, ihnen an die nackten Flügel fassen, die Laute auf Elektroharfe tunen und dann auf Wolke 69 extrem laut „Highway to Hell“ rocken. Yeah Baby.

Aktuell im Ohr: Frankie Goes To Hollywood – Relax