Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch
Die ollen Krümel von früher
Vor ein paar Jahren hatte ich eine Vision. Oder sagen wir mal, eine Idee. Einen Wunsch. Gedanken. Vielleicht war es auch nur der Furz eines Einfalls, der sich langsam aus den Windungen meiner Gehirnmasse wand wie der modernde Körper eines Michael-Jackson-Trillervideo-Zombies. Ich wollte Ferien machen. Nicht irgendwelche Ferien, sondern Ferien mit meiner Posse. Meiner Hood. Meinem Clan. Yo. Das sollte so aussehen, dass man einen Pulk Leute ins Flugzeug verfrachtet und in die Sonne exportiert. Weil, das war das geniesserische an der Idee, ich wollte ein Strandhaus mieten, so richtig schön mit Sand vor der Tür und Palmen rundrum, genügend Platz für alle und Verpflegungsmöglichkeiten in der Nähe, wenn alle Teilnehmer zu faul zum Kochen wären. So weit so gut. Das Strandhaus war mit ein Grund für die „Menge“ Leute, weil ich ja nicht blöd bin und die Bude für alle zahlen würde, sondern weil man sowas gut aufteilen kann. Heutzutage würde man so etwas ja Community schimpfen oder Zweckgemeinschaft. Ferienabschnittsmiteinanderverbringer. Nur: Wo sollte ich die passenden Freunde hernehmen, da ich keine Homies habe, die sich sogar auf dem Klo nicht von mir trennen wollen. Nicht falsch verstehen, es war nicht so, dass keine Freunde da waren, bloss die Kompatibilität untereinander war… sagen wir mal: nicht ganz gewährleistet. Es reicht ja heute immer noch, wenn wir am Mittagstisch was von Pferdesteaks erwähnen, dass wir von links oder rechts geschlagen werden, bloss weil das Reitfreaks sind. Aber die süssen kleinen Schweinchen darf man essen, jaja.
Also überlegen, wen könnte man denn mit wem für sieben bis zehn Tage unterbringen, ohne dass sich die gegenseitig an die Gurgel gehen. Merke: Mietkosten VORHER einziehen. Es soll ja Paare geben (hat mir ein Freund erzählt), die können noch nicht mal ein Wochenende miteinander verbringen ohne dass sie sich an den Arbeitsplatz zurück sehnen. Bei etwas jüngeren Bekannten ist es ein Risiko, wenn die sich pärchenweise anmelden vier Wochen vorher. In der heutigen schnellebigen Zeit haben die sich schneller zerstritten als ich eine 5-Minuten-Terrine gemacht habe. Das ist dann ja überhaupt ein 5-Minuten-Plastikbecher, weil eine Terrine grundsätzlich aus Porzellan oder Keramik besteht. Vielleicht auch aus Metall oder so, Suppenschüssel halt. Andererseits könnte ich mir vorstellen, dass mich wiederum einige Menschen nicht mögen, weil ich so ausufernde Erklärungen abgebe, bevor ich zum Punkt komme oder unterwegs vergesse, was eigentlich der Punkt war. Wie jetzt. Auf jeden Fall ist aus den Ferien nichts geworden. Dafür muss ich mich nicht mit den erbärmlichen Tischsitten gewisser Zeitgenossen rumschlagen (die einzige Gemeinsamkeit zwischen einer Ex und mir war die Sache, dass wir Menschen nicht mögen, die essen wie Schweine). Habt ihr schon einmal jemandem gegenüber gesessen, der Cherrytomaten mit offenem Mund isst? Brauch ich echt nicht. Aber Palmen wären trotzdem nett. Aber eine Liste zusammen zu bekommen mit zu meinen Ansprüchen passenden Leutchen? Die dann auch noch nicht unter völligem Zeitmangel leiden? Unmöglich.
falls du es auf 10 bis 12 leute bringst, kann ich nur portugal empfehlen. wir hatten da mit insgesamt 12 leuten eine wunderschöne villa, mit reinigungskraft + gärtner.der gärtner war gleichzeitig ein absoluter meisterkoch. ein traumurlaub……..