Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch
Die ollen Krümel von früher
Vor ein paar Tagen war in der Zeitung ein Artikel über einen Einbruch in eine Kinderkrippe. Geklaut wurden aber keine Kinder und die Krippen standen auch noch. Noch nicht einmal Geld haben die Banditen mitgenommen. Wozu dann also ein Einbruch? War wohl nur einfach ein Fenster eingeschlagen worden um Schaden anzurichten? Nein, das war es nicht, es wurde tatsächlich gestohlen: LEGO! Alles was die Einbrecher mitlaufen liessen war der komplette Bestand an Lego-Steinen. Mir war schon seit meiner Kindheit klar, dass diese bunten Dinger wertvoll sind, ich habe Stunden, Tage, Wochen, Jahre damit verbracht, meine Phantasien in Gebilde aus bunten Steinchen umzusetzen. Das wurde sogar einmal gewürdigt durch die Verleihung des ersten Preises bei einem Bauwettbewerb. Das macht einen Zwölfjährigen enorm stolz. Die Liebe zu Lego liess mich nie los, deshalb war es auch sehr erfreulich für mich, dass im wieder erstarkten Star Wars-Hype auch die meisten der Filmfahrzeuge in Lego zu haben waren (obwohl meine Versionen von vor fünfzehn Jahren ausgeklügelter gewesen sind). Der Nachteil allerdings ist der Preis. Der Kram ist teuer. Gut, es hält wahrscheinlich ewig und wenn wir dereinst von Archäologen der Zukunft ausgebuddelt werden, liegen neben uns immer noch schachtelweise bunte Bauklötzchen. Also rein vom Preis her könnte ich mir durchaus vorstellen, dass der Vater einer mehrköpfigen Kinderschar (warum fällt mir wohl hier die Hydra ein?) sich den Gang zur Bank spart, um dort für ein paar Schachteln Lego einen Kleinkredit aufzunehmen. Warum nicht einfach kurz die Kinderchen von um die Ecke beklauen? Ts ts ts. So etwas tut man doch nicht. Das ist nicht nett. Okay, ich warte im Bus auch schon mal gerne, bis ein Kind begeistert den Arm hochreisst um den Halteknopf zu drücken und wenn es mit seinem Patschehändchen zehn Zentimeter vor dem roten Objekt der Begierde ist, dann drücke ICH. Aber das mache ich auch nur, wenn es vorher den ganzen Weg gequengelt hat, ob es denn den Knopf drücken darf. Aber zurück zum Thema: Vielleicht sollte man sich überlegen, den Legos einen neuen Stellenwert zu geben. Notierung an der Börse im Edelwarenbereich. Platin, Gold, Silber, Erdöl, Lego. Plötzlich würden viele andere Bereiche des Lebens beeinflusst werden. Schliesslich heisst eine wichtige Figur i Herrn der Ringe auch schon Legolas. Bunte Echsentiere wären neu Legoane. Und ein Mensch, der nicht fähig ist, aus ein paar Klötzchen ein Haus zu stöpseln, das ist dann ein Legostheniker. Ich sehe schon, die Idee ist ausbaufähig.