Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch
Die ollen Krümel von früher
Vor Weihnachten merkt man doch schnell wieder, dass wir irgendwie doch alle ein bisschen bildungs- und bindungsgestört sind. Sein könnten. Wären, wenn wir wollten. Jedenfalls treibt unser Leben teilweise Blüten, die seltsamer fast nicht mehr sein könnten. Deutschlands Grinsefritze Nummer Eins „schreibt“ Bücher, macht tierisch Kohle damit (unter anderem), ist aber zu doof, sich eine brauchbare Alarmanlage zu installieren. Eigentlich egal, dafür kann er jetzt in diesem Billigmarkt einkaufen gehen, für den er so gern Werbung macht. Oder wieder die ollen Achtziger-Trainingsanzüge vom Speicher holen, weil die hat er sicher noch. Auch Einbrecher haben ihren stolz. Tschina Weild, ebenfalls vor allem dafür bekannt, das Maul ziemlich weit aufzureissen, gibt ebenfalls ein Buch (oder Hörbuch) über ihre wilden Zeiten raus und geht damit auch noch auf Lesungstournee. Wozu? Im P*rn*kino um die Ecke gibt’s den Film zum Buch. Die Handlung dürfte in etwa die gleiche sein. Da ich für die Lesung leider keine Tickets gewonnen habe, kann ich nicht weiter in die Details gehen.
An anderer Stelle versucht eine Dame Geld zu machen, in dem Sie ein Date mit sich selbst zur Verlosung stellt. Teilnahme per Website oder SMS. Keine der üblichen Betteltanten, die sich ihre Brust-OP finanzieren lassen will (hatte sie schon mindestens eine) oder Frauenkränzchen, die sich per Ebay versteigern lassen (zusammen mit einer Kiste Bier, damit wenigstens EIN Anreiz besteht, weil Antatschen ist nicht). Nein, die Dame, die ich meine ist Katie Price, prominentestes Boxenluder von Welt, nennt sich immer mal wieder Jordan, keine Sau weiss warum, aber egal. Nun kann man sich da also registrieren und eine Nacht in London gewinnen mit Luxuskarosse, Essen und Tanzen. Den Flug soll man sich gefälligst selber besorgen, schliesslich soll ja Geld für Tussi übrig bleiben. Was anderes muss man sich wahrscheinlich auch selber besorgen, denn üblicherweise gewinnt bei sowas ja immer die hässlichste Teilnehmende Kreatur und ich glaube dann doch nicht, dass die SO tief gesunken ist. Vielleicht irre ich mich aber auch und sie pulvert das Geld für ihren kleinen blinden Sohn raus oder zur Erforschung ihres Krebses. Das klingt jetzt zwar durchaus nach einer billigen Massenmail zu Weihnachten, ist aber Tatsache. Also wenn ich jetzt wüsste, dass der Erlös nicht zur Aufstockung des Schampuskellers dient, dann würd ich fast sagen: Na los, Jungs, anmelden. Bloss würde mich das dann schon tierisch nerven, wenn einer meiner hässlichen Bekannten da gewinnen würde. Egal, sollen die Leute machen, was sie wollen, Hauptsache die Dame lässt sich nicht davon abhalten, weiter Fotos zu machen. Nicht wie all die anderen, die jetzt plötzlich einen auf pingelig machen und sich nie nie nie wieder in sexy Posen ablichten lassen wollen (ausser vielleicht noch einmal oder zweimal um zu zeigen, was einem bald erspart bleibt.
Weil wenn die Fotos langsam knapp werden, dann wird es schwierig für mich, zu Weihnachten noch gute Bilder für E-Mail-Versand zu finden. Ich hab das früher regelmässig gemacht, als Weihnachtsmann bekleidete (oder entkleidete, je nachdem) junge Damen zu versenden (ja ich weiss, Chauvi-Sau). Also nichts unanständiges, soviel Geschmack muss man mir zutrauen. Aber halt was nettes Herzerwärmendes. Allerdings wurde ich dann von einem Bekannten drum gebeten, das zukünftig zu unterlassen, seine Freundin hätte das dann gar nicht gut gefunden. Weichei! Tante! Frauengehorcher! Ich hab’s ihm dann auch nicht auf seine Büromail geschickt. Pah, so weit kommt’s noch. Da ich mir aber solche Szenen vorerst ersparen will, knall ich es einfach hier rein und dann kann ja wegzappen, wer nicht gucken mag. Und man kann auch vom Büro aus. Die meisten Chefs sind ja schliesslich noch männlich.

Lange Rede, kurzer Sinn: Egal, wie ihr grad drauf oder drunter seid:
Frohe Weihnachten und viel zum Auspacken!