Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch
Die ollen Krümel von früher
Vampire faszinieren mich seit je her. Warum weiss ich bisher allerdings noch nicht. Vielleicht liegt es an meinen längeren, spitzen Eckzähnen, an meiner Abneigung gegen Knoblauch oder an meiner Vorliebe für Blutorangensaft. Auf jeden Fall habe ich schon seit frühester… naja, früher… zumindest irgendwann in meiner Kindheit angefangen, Vampirfilme zu sehen. Grundsätzlich sind diese Art Zelluloidprodukte nicht generell für Kinder produziert worden und obwohl der böse Böse sich nach dem Drüberbeugen (und angedeuteten Aussaugen) voll dramatisch in seinen Mantel hüllt um sich in einem schlecht in den Film geschnittenen Rauchwölkchen (oder einer billigen Plastikfledermaus) aufzulösen, hinterliessen die Filme Spuren. An meiner jungen Psyche. Um das verarbeiten zu können habe ich tonnenweise Vampireis geleckt, habe mir unbequeme Vampirzähne ins Gesicht gepackt (diese Plastikgebisse passen ja wohl weltweit auch nur grad einer einzigen Person) und versucht, mein Leben in dezenter Blässe zu frönen. Aber weder die Blässe noch das Verarbeiten haben funktioniert (okay, die Blässe etwas besser). Also fühle ich mich verdammt, auf ewig auf dieser Welt zu wandeln und gute wie schlechte Blutsaugerfilmchen zu sehen. Hier ein kleines Zusammenschnittchen (unvollständig und einfach aus dem Gedächtnis gepickt):
Tanz der Vampire Obwohl eigentlich als Komödie gedacht, hat dieser Film mich wochenlang zur Kontrolle von Untermbett und Imschrank gezwungen. Gebliebene Szenen: Sharon Tate in der Badewanne und der schwuchtelige Grafensohn, der eine Bibel anknabbert.
Interview mit einem Vampir Ich werde es mir jetzt mit jedem Ann Rice Fan verderben, aber ich fand den Film sowas von öde. Sowas aber auch. Mag ja als Vehikel für Frauenschwärme gelten (Cruise, Pitt, Banderas), war mir aber zu blutleer.
Near Dark Von wegen, Vampire sind immer gestylt und voll die Dandys. Vampire sind rüde, dreckig und krank. Hier geht Regisseurin Bigelow mal ganz anders an die Sache ran und das ist einfach cool. Gebliebene Szenen: Lance Henriksen, der bei der Kellnerin nur ein Bierglas bestellt und dann frisch zapft oder Bill Paxton, halb vom Laster zermatscht.
Bram Stoker’s Dracula Edel und schön nach Buchvorlage, habe ich mir sagen lassen, da das Buch selber noch ungelesen im Regal steht. Aber nett umgesetzt. Irgendwo habe ich zwar aus Konfusitätsgründen kurz den Bezug verloren, aber am Ende stimmte es wieder. Gebliebene Szene: Drei nackte geile Vampirinnen. Glaub‘ ich.
Blade 1 & 2 Fetzige Comicverfilmung mit einem gnadenlos coolen Wesley Snipes. Allerdings hätte ich nach dem spektacoolären Intro (mit P*rn*legende Traci Lords, New Order Soundtrack und hektoliterweise Blut) einen Endkampf erwartet, der… nun ja… der würdig gewesen wäre, den Film zu beenden. Und ein böses Logikloch gegen Ende lassen wir jetzt auch mal unter den Tisch fallen. Der zweite setzte dann überall noch einen drauf und war so richtig schön hässlich. Und bot eine der schönsten Trennungsszenen überhaupt.
John Carpenter’s Vampires und Wes Craven’s Dracula Name dropping von kultigen Regisseruen als Produzenten macht noch nicht unbedingt gute Filme. Beide bieten an sich interessante Ansätze, der eine mit spannender Hintergrundstory, wie Vampire eigentlich entstanden, der andere eher so als der coole Actionkracher. Werde ich mir wohl demnächst als abendliches Double Feature nochmals geben um aufzufrischen.
Forsaken Möglicherweise eine nette Mischung aus den beiden zuletzt genannten, ich bin mir noch nicht ganz schlüssig. Auf jeden Fall ein gutes Beispiel dafür, wie man die Blutsauge-Szenen gründlicher im Gedächtnis platziert als bloss mit Drüberbeugen.
Die ganz, ganz alten… Da gab es ja so viele. Zumindest genug, um mich damals glauben zu machen, dass ich zu Staub zerfalle, wenn ich die Vorhänge öffne. Interessanterweise machte mir das nicht so viel aus, denn ich hatte ja Rollläden. Die Dummheit dieser Annahme (beide Teile) erschloss sich mir auch erst später. Dann aber richtig.
Underworld Auf den bin ich richtig gespannt. Bringt Vampire mit Werwölfen zusammen (beziehungsweise gegeneinander auf), paart das Ganze mit einer Romeo & Julia Geschichte und packt Kate Beckinsale in knallenges Leder. Doch, da bin ich schon gespannt drauf. Mitte Januar ist Vorpremiere zur Geisterstunde.
Dann waren da sicher noch zig andere Streifen, die mir aber genau jetzt entfallen sind oder schlicht keiner Erwähnung bedürfen. Sollte sich aber jemand berufen fühlen, mich mit Tipps zu versorgen, bitte, tut euch keinen Zwang an. Ansonsten: Schöne Beissnachten.
ich stelle gerade fest, das wir filmemäßig ziemlich auf einer wellenlänge schwimmen obwohl meine eckzähne eine künstlichen brücke weichen mußten :o))).
ich wünsch dir noch ein frohes fest ,o) …lg BS :o)
Lässig :))
Aber fehlt da nicht: "from dusk till down"??
"Irre explodieren nicht, wenn Sonnenlicht sie trifft! Ganz egal wie irre sie sind!" *harharhar*
Hallo, in der Aufzählung vermisse ich "Nosferatu" von 1922. Ist vom Meister des deutschen expressionistischen Kinos Friedrich Wilhelm Murnau und IMO der schönste Vampirfilm aller Zeiten!
ach ja, dusk till dawn. ist auch witzig. für mich zu wenig vampirfilm. irgendwie. aber lass ich gelten.
mein problem mit nosferatu ist einfach, dass ich mit stummfilmen auf kriegsfuss stehe. auch metropolis blieb mir deshalb bisher versagt, weil ich konnte mich echt noch nicht überwinden. aber ich versuchs wieder mal :)
Queen of the Damned fehlt noch! Wobei meine Schwester und ich geteilter Meinung sind. Ich finde den Film eigentlich cool… bis auf die Szenen mit Arkasha. Der Soundtrack ist dafür genial.
Grad eben hätte ich fast die Kollegen im Büro mit irrem Lachen erschreckt – ich konnte das grad noch so unterdrücken. Genau da fand ich mich sowas von wieder:
"Tanz der Vampire Obwohl eigentlich als Komödie gedacht, hat dieser Film mich wochenlang zur Kontrolle von Untermbett und Imschrank gezwungen."
*lol* Ich hab wochenlang nur bei geschlossenem Fenster (im Sommer!) geschlafen und alles, was nur irgendwie aus dem Bett hängen konnte, so fest in die Decke gewickelt, dass das Aufstehen in der Früh fast ein Entfesselungskunststück war ;-)
Beim Rest stimme ich dir meistens zu, aber selbstverständlich fand ich Interview mit einem Vampir Klasse. Hör mal, bei der Besetzung!
unterschied mann – frau:
frau braucht schöne männer.
mann braucht schöne explosionen (oder schöne frauen).
ergo: frauenfilm.
:)
das hat wohl damit zu tun, dass bei rice die vampire hach so schön romantisch sind und so galant, bevor sie jemanden auslutschen.
ich hätt’s gern cooler, deshalb schrecke ich auch vor queen of the damned zurück. ist ja auch rice.