Es grünt so grün, wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt

Wenn man plötzlich um seine Behausung Grünflächen hat, die einem selber gehören, stelt sich natürlich die Frage, was man denn damit macht. Einerseits könnte man es verwildern und vergammeln lassen und ein bisschen kaputt machen, während das Unkraut zu unglaublichen Höhen aufschiesst. Ach nein, das hat ja bereits die Hausverwaltung erledigt. Zwischendrin wurde der fast hüfthohe Dschungel am Ende des Rasens… Grases… der Tundra mit Gift besprüht und ab sofort war das nicht mehr hoch und grün sondern hoch und braun. Ich hab mich schon umgekuckt, ob es irgendwo so kleine gelbe Fässchen gibt, die man mit einem schwarzen Radioaktiv-Logo versehen und dort optisch ansprechend drapieren könnte. Daneben ein Schild „Welcome to Chernobyl“ und unserem Garten-Deko-Maulwurf hätten wir ein fünftes Bein angeklebt. Auf der Seitenfläche, die mir noch zur Verfügung steht, würde ich eigentlich gern ein Diorama bauen, ein Schaubild, das lebt. Am allerliebsten mit Kakteen, damit die Kinder aus der Siedlung auch ganz bestimmt wissen, wo sie ihre Bälle NICHT hinbefördern. Bloss: Kakteen, die den Winter überstehen bei Schnee und Säueskälte? Wie läuft das? Saugen die sich im Herbst voll, frieren innerlich ein und bleiben so bis in den Frühling? Wenn sich nun aber ein mit Wasser gefülltes Objekt beim Gefrieren ausdehnt, dann dürfte das sicher interessant werden. Eine Glasflasche zerspringt, aber ein Kaktus? Bläht sich der auf und wenn er prall genug ist, schiessen die Stacheln davon? Unschöne Vorstellung, dass ich eines schönen Wintermorgens aus dem Fenster sehe und gegenüber ist mein Chef an die Wand des nachbarlichen Geräteschuppens getackert, während sein Hund versucht, Gassi zu gehen. Kaum förderlich für eine Karriere, denk ich mal.
Da muss ich mir wohl etwas anderes einfallen lassen. In einem Tarzanfilm gab es vor einigen Jahren diese grossen, schlingenden, fleischfressenden Pflanzen. Auch lustig, aber wahrscheinlich auch nicht karrierefördernd, wenn das eine Leinenende in der Pflanze verschwindet und am anderen Ende ein strafend blickender Chef steht. Aber einfach nur Gras… Rasen ist doch langweilig. Gartenzwerge sind out, die perversen Gartenzwerge sind inzwischen auch nicht mehr lustig. Aber ich wäre ja wohl nicht ich, wenn sich da nicht noch etwas finden würde, was keinen umbringt, gut aussieht und mehr als eine Jahreszeit überlebt. Skulpturen wären doch was, nackte griechische Göttinnen zum Beispiel. Müssen auch nicht unbedingt griechisch sein. Oder Göttinnen. Wobei wir dann bestimmt diesen alten Spanner immer in Gartennähe haben, so lange, bis ich den kalten Gestalten was übergezogen habe. Griechische Göttinnenskulpturen mit gestrickten Bikinis? Interessante Vorstellung.

Aktuell im Ohr: Band ohne Namen – Knockin‘

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