Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch
Die ollen Krümel von früher
Wenn ein Tintenfisch schreiben könnte, wie wäre dann seine Schreibe? Wahrscheinlich krakelig. Was haben Schuhplattler und Spukhäuser gemeinsam? Beides ist ziemlich gruselig. Heisst ein Bus voller Girlies am Morgen „Schulmädchen-Transport“? Wahrscheinlich nicht, aber den musste ich für diejenigen einstreuen, die in den Siebzigern noch, schon oder zeitweise bei Bewusstsein waren und den laschen Gääg verstehen könnten. Solche Sachen springen mir durch den kopf und ins Gesicht, wenn ich mich etwas ganz anderes frage, nämlich: Was werde ich tun, wenn ich alles und jeden durch den Kakao gezogen haben werde? Mich über völlig falsche Grammatik in meinen eigenen Sätzen auslassen? Nochmal von vorne anfangen, nur einen Härtegrad höher geschraubt? Das ist echt eine Überlegung wert. Dabei hat alles eine ganz einfache Lösung: Wieder in den Bus setzen oder auf eine Parkbank und den Menschen zusehen. Zum Beispiel der vermutlich heterosexuelle (zwei Kinder im Schlepp) Mann im Tram vorhin, den man nur deswegen schon zusammenpflaumen müsste weil er selbstgestrickte Socken trägt. Warum? Diese Socken haben genau zwei Zustände: Neu und total ausgeleiert. Entsprechend schlabberig hängen sie an den Öko-Knöcheln (mit grösster Wahrscheinlichkeit ist er, ebenso wie seine Partnerin Lehrer an der Volksschule) und beleidigen das Auge des Betrachters. Zusätzlicher Schmerzeffekt ist die knallorange Farbe, damit man die Teile auch nicht übersehen kann, wenn man halb blind ist. Diese Menschen taufen ihre Kinder Kai-Uwe (in Deutschland) oder Hans-Peter Junior (in der Schweiz) und predigen ihnen Pazifismus, wundern sich dann aber wenn die Kleinen in der Schule regelmässig auf die Fresse bekommen und später auch Lehrer werden.
Tramfahren ist darüber hinaus gefährlich, Krückenträgern sei Dank. Die raffen umständlich ihre Gehhilfen unter den Arm, schlagen damit wild wedelnd hinter ihnen in den Pasantenstrom und sorgen dort für einen Kurzschluss. Zumindest bei mir. Traf ja auch nur mich. Mit beiden Exemplaren. Aber er war halt alt und ich im Vergleich jung, da darf man sowas, auch ohne sich zu entschuldigen. In anderen Ländern können sich die Opas rausreden, sie hätten schliesslich im Krieg für unsere Freiheit gekämpft und nur wegen ihnen würde es denn Jungen gut gehen, was völliger Blödsinn ist. In der Schweiz sowieso. Unter Umständen hätte er noch nicht mal verstanden, was ich ihm sage, denn man sieht ja nicht so deutlich, ob das Hörgerät an ist. Also ab ins Heimwegtram und zehn Sekunden später wünschte ich mir, ich hätte auch ein Hörgerät zum Runterdrehen. Es gibt Chauffeure (=Fahrer), die sagen gar nichts. Es gibt andere, die versteht man nicht, weil sie nuscheln. Dann gibt es die mit den netten Ansagen: „Nächster Halt: CHCHCHCHCHCHCH!“. Der heute war keiner von denen. Den HAT man verstanden. Ein Tauber wäre aufgesprungen und hätte gebrüllt „Ich kann wieder hören!“. Alle anderen begaben sich ohne Umweg über Start oder das Gefängnis in den gefährlichen Bereich der Prä-Schwerhörigkeit. Man konnte sogar ängstliche Gesichtszüge erkennen, wenn wir auf den nächsten Stopp zufuhren. Vorsichtig hochgehobene Zeigefinger um diskret und schnell die Ohrmuscheln zu erreichen. Und ICH frage mich, ob mir die Themen ausgehen. Quatsch! Ich muss es mir bloss lauter sagen.
Danke… Ich hab mal wieder köstlich gelacht…
Dir und die Themen ausgehen… Hoffentlich werde ich diesen Tag nicht erleben!
"Wieder in den Bus setzen oder auf eine Parkbank und den Menschen zusehen."
Wieder? Ooh, das warst DU?
da muss ich doch wirklich LOLen :)
ja, das könnte ich gewesen sein. bloss die pralinen hat mir jemand weggefuttert :P
*lol*…das mit den Pralinen ist kein Verlust….man weiß ja eh nie was man kriegt! ;)
…wie schon der kluge Einstein sagte: "Es gibt zwei Dinge die unendlich sind. Die Weiten des Universums und die Blödheit mancher Menschen". So gesehen muss man sich glaube ich keine ernsthaften Sorgen machen, dass es für Daniel keine Themen mehr gäbe, über die man ablästern kann. In der Hinsicht wirds wohl noch für die nächsten Jahrtausende immer wieder neuen Stoff zur Verwertung für Keksy geben…