Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch
Die ollen Krümel von früher
Im Tierreich gibt es Kopffüssler. Im Pflanzenreich gibt es Lippenblütler. Im Menschenreich gibt es Schwanzdenker. Und Nabelfussler. Vorausgesetzt, man hat einen nach innen weisenden Bauchnabel und nicht einfach so einen schlecht verarbeiteten Gnubbel (solche Ärzte sollte man verklagen), dann besitzt man eine Fähigkeit. Nämlich die Fähigkeit, sich wie das Flusensieb eines Wäschetrockners zu fühlen. Wie stelle ich mir das eigentlich genau vor, vom Ablauf her? Wandern alle am Körper entstehenden Fusseln durch Mikroorganismen getrieben in Richtung Körpermitte und werden dort zum Ballungszentrum ihrer selbst? Offensichtlich. Naja, vielleicht nicht vom ganzen Körper her, aber mindestens aus dem Bereich der Oberbekleidung, denn darauf lässt zumindest die farbliche Zusammenstellung schliessen. Frage: Ist es vom Material abhängig, ob und wie stark es fusselt? In gewissem Masse ja, denn ich schätze, Lack und Leder (oder Gummi, Plastik, Flüssiglatex…) haben einen eher tiefen Fusselquotienten. Aber nun mal nur die Textilseite berücksichtigt. Hat das jemand beobachtet? Nicht? Hätte mich auch gewundert. Ich spinne die Gedanken weiter, wenn mein Nabel das Flusensieb ist, ist mein Kopf dann das Flausensieb? Also zumindest ist mein Gedächtnis ein Sieb und Flausen habe ich genug im Kopf. Kamen die geflogen und ich habe sie aufgesiebt? Ausgesiebt? Oder gebe ich die gar gegen aussen ab? Fragen über Fragen. Was mache ich jetzt bloss? Ach, ich kann ja ein bisschen mit meinen Fusseln spielen.