Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch
Die ollen Krümel von früher
Über die Feiertage hatte ich Stress. Meine Freundin war zu Besuch. Hm. Das war jetzt möglicherweise etwas falsch eingeleitet. Also nochmal. Über die Feiertage hatte ich Stress, den ich nur dank meiner Freundin überstanden habe. Um und zwischen und an Feiertagen arbeiten ist Mist. Grade wenn man die Tage eigentlich ganz anders hätte verbringen wollen, aber sich das nun einfach nicht ergibt. Was gibt es da schöneres als einen lieben Menschen, der einen aufheitert. Was vielleicht einfacher gewesen wäre, wenn es nicht Witze ÜBER Schweizer gewesen wären. Dass wir langsam sein sollen wird uns ja öfters vorgehalten, aber dass die Autos langsamer fahren, weil man in der Schweiz getankt hat, nein, DAS kann definitiv NICHT sein. Aber SIE kann drüber lachen. Und über unsere Sprache. Wundert sich dann aber, dass wir Deutsche doof finden. Kommt wahrscheinlich daher, dass uns die im Winter am Skilift immer auf den Skiern rumtrampeln. Sowas bringt ein ganzes Volk in Verruf. Die Schweiz hingegen wurde durch beschissenes Feiertagswetter um den Ruf gebracht. Wir haben Berge. Also haben wir im Winter gefälligst Schnee zu haben. Überall. Kalt muss es sein. Was aber war? Zwei Wochen Regen bei zwölf Grad („Da kann man sich ja im Bikini auf den Balkon legen so warm wie das ist!“ – Ich hätte drauf bestehen sollen…). Also der gleiche Mist wie alle anderen auch hatten. Ausser am letzten Tag. Da hat es geschneit. Ich habe meiner Herzallerliebsten dafür erst mal einen Bildband über die Schweiz geschenkt, damit sie sieht, dass auch mal Sonne ist und es tatsächlich irgendwo schon mal Schnee gegeben hat. Sofort brach die weibliche Logik voll durch: „Boah ist das schön! Ich glaub, ich kotz‘ gleich!“. Ich habe möglicherweise das grundsätzlichen Mechanismen missverstanden, nach denen etwas bewertet wird. Obwohl ich eigentlich schon durch root drauf getrimmt war nicht verwundert zu sein, wenn sie sagt: „Oh wie süss“, wenn grad in einem Film eine halbe Stadt explodiert. Ach ja, noch was zum Thema Logik. Wenn ich durch den Gotthardtunnel fahre (egal ob Eisenbahn oder Auto), dann leuchtet es mir ein, dass im Norden zum Beispiel Regen ist, im Süden aber Sonne. Da liegen schliesslich ein paar Kilometer und ein Bergmassiv dazwischen. Wenn man aber auf der einen Seite in ein Haus reingeht und gegenüber (ungefähr zehn Meter später) wieder hinausgeht, dann sollte man sich NICHT wundern, wenn es auf beiden Seiten regnet. Nein. DA nicht. Und das Benzin macht wirklich nicht langsamer, das kommt nämlich nicht von hier.
Noch was: Das wird ein gutes Jahr. Einige gute Sachen bleiben. Einige gute Sachen werden noch besser.
Keine Ahnung, woran es liegt, aber ich kann ihre Logik gut nachvollziehen.
;-)