Waiting for the Train that never comes (Madness)

Als es noch heiss war, da konnte man Haut begaffen. Oder Haut begaffende Affen, das war damals mein Tipp. Nun ist Herbst, bald Winter, und Miniröcke werden eher selten. Trotzdem stehen wir uns ab und zu an Bushaltestellen oder Bahnhöfen die frierenden Beine in den Hintern. Die Beine frieren etwas weniger in Strumpfhosen oder langen Unterhosen, aber Long Johns sind unerotisch und wollene Strumpfhosen wollte ich schon als Kind nicht anziehen (leider hatte meine Mutter das bessere Argumentarium als ich). Frauen in Strumpfhosen hingegen haben da keine Probleme, die können allerlei anziehen, egal ob Nylon oder Wolle. Also ich persönlich finde ja so Gemusterte Nylons ganz nett oder im Winter zum Mini so Overknees. Aber ich schwenke ab. Zurück zum Warten und Frieren beim Warten. Da stehen wir also. Und langweilen uns. Weil am Kiosk natürlich wieder mal nicht Neues zu finden war, was wir noch nicht hatten oder überhaupt kaufen und lesen wollten. Aber natürlich sind unsere Mitmenschen wieder der Rettungsanker in der See aus Trübsal. Labelkiddies gibt’s immer und überall, also diese markenartikelgeilen Konsumpsychopathen, die nicht aus dem Haus gehen können, ohne dass an jedem Fetzen deutlich sichtbar ein Markenname prangt. Ich muss meine Calvin Kleins ja auch nicht aus meinen Levi’s raushängen lassen und die sind auch lange genug, dass die Nike’s nicht so auffallen und überhaupt. Bei dem Wetter kann ich noch nicht mal meine Gaultier-Sonnenbrille aufsetzen, auch wenn die zum Boss-Jacket echt edel aussehen würde. Aber das ist nicht das Thema. Weil MEINE Labels nicht sichtbar sind. Ich wäre also keine Hilfe. Aber DIE sind es. Es bietet sich dann nämlich an, mit denen Klamottenscrabble zu spielen. Wer aus den Buchstaben auf den Fummeln seines Nebenmannes die meisten Wörter bilden kann ist der Held des Tages. Sollten wider Erwarten zuwenige Labelträger anwesend sein, dann gibt es immer noch die Möglichkeit des Frisurenbingos. Habt ihr schon mal drauf geachtet, mit was für Wucherungen auf dem Kopf (nicht auf dem Hals, nein, nein) gewisse Leute sich trauen, das Haus zu verlassen? Diese optische Drangsalierung des durchschnittlich ausgebildeten Geschmacksnervs? Haben die Leute denn GAR kein Gewissen? Also los, wer die schlimmste Frisur auf dem Bahnsteig findet gewinnt! Strengt euch aber an beim Suchen, ich hab hier schon einige Favoriten.

Aktuell im Ohr: Lenny Kravitz – You Were In My Heart

2 Comments on “Waiting for the Train that never comes (Madness)

  1. aber sieh es mal so, die Labelkiddies können sich nur die gross bedruckten Sachen leisten, weil ein Shirt wo gross BOSS o.ä. drauf steht, kostet fast nichts, ein schlicher Hugo Boss Pulli hingegen schon ordentlich :)