Kunde: „Ich möchte Rumkugeln!“

Konditor: „Okay, aber schmeissen Sie unsere Regale nicht um!“
Ich will weder rumkugeln noch Rumkugeln. Eigentlich war das auch nur ein kleines Einleitungsmanöver, um auf Mozartkugeln zu kommen. Den kann man ja nun schwerlich kugeln, denn der ist a) ziemlich tot und Skelette rollen nicht und b) wenn er auch noch leben würde, wenn man dem Film und den historischen Aufzeichnungen trauen darf, dann war der eher schmal gebaut, also nicht richtig kugeltauglich. Und Pavarottikugeln gibt es keine. Die täte der nämlich sofort wegfressen. Aber Mozartkugeln gibt es. Die original Salzburger einerseits und wie ich kürzlich festgestellt habe, sogar noch ausländische, die aber ebenso schmecken und erst noch einfacher auszupacken sind. Für diejenigen, die das nicht kennen: Im güldenen Glanzpapier findet man Kugeln zarter Schokolade, gefüllt mit feinstem Marzipan und Haselnuss-Nougat. Die sind ziemlich lecker. Haben auch gar keine Kalorien. Null. Nichts. Und die Sonne dreht sich um die Erde. Meine Mutter hat ein Talent. Die spürt förmlich, wenn ich die nächsten paar Wochen zur schokoladefreien Zeitzone erkläre und mir hoch und heilig schwöre, dass ich keinen Süsskram anfassen werde. Man kann dann eine Wette drauf abschliessen, dass sie innerhalb MAXIMAL fünf Tagen von einem Ausflug zurückkommt, wo sie drei Heizdecken und fünf Kilo Butter… ach ne, das war ein anderer Eintrag. Also, sie kommt von einem Ausflug zurück und ganz zufällig hat sie dort Mozartkugeln erstanden, die ihr Sohnemann ja so superlecker findet. Dann sitz ich vor dieser Schachtel und starre die Dinger an. Naja, ich verschieb dann halt die No-Schoggi-Phase auf später. aber: Als meine Mom letztes Mal in Österreich weilte, da konnte ich sie überzeugen, mir KEINE mitzubringen. Ich musste nur etwa fünfzig mal sagen, dass ich wirklich keine will. Hat geklappt. Dann habe ich mir vorgenommen, in der nächsten Zeit keine Schokolade und so Zeugs zu essen. Dankenswerterweise hat meine Freundin irgendwann mal aufgeschnappt, dass ich gerne Mozartkugeln mag. Die ich selbstverständlich kurz darauf geschenkt bekam. Ich musste die Fastenzeit also wieder verschieben. Bis jetzt. Die Packung ist leer. Jetzt gilt es aber. Oh Mist, da liegen noch zwei Tüten Chips. Ach was soll’s, die zählen nicht, die sind nicht süss.

Aktuell im Ohr: Erasure – Freedom

7 Comments on “Kunde: „Ich möchte Rumkugeln!“

  1. Hihi, spätestens bei der Hälfte des Textes hatte ich so die Idee, dass gerade irgend etwas mit deinem Vorsatz "schokoladenfreie Zeit" passiert sein wird.

  2. Es ist doch einfach schön, wenn man Muttern und dann noch eine Freundin hat, die einem helfen, Vorsätze nicht einzuhalten, oder??

  3. hallo keksi,

    das erinnert mich an den besuch von meinem momoleinchen…ich brauchte wirklich 2 wochen um die beiden riesigen tüten mozartkugeln aufzuessen…aber ich glaube, die nächsten 5 jahre kann ich auch keine mehr sehen

    also winke winke kleiner keks…wir lesen uns im dezember wieder, gelle?

    bussi
    damaris

  4. lieber keks, du wirst es nicht glauben, aber die wirklich echten mozartkugeln sind in silberpapier gewickelt, stammen von der konditorei fürst hier in salzburg und sind die besten (und teuersten, aber alles hat seinen preis) von überhaupt. ich muss das wissen. stamme ja aus der mozartkugelstadt. beim nächsten silvester könnte ich ja welche mitbringen… ;-)

  5. Was? Du auch? Muss mich leider auch als Salzburger outen. Komme aus Maxglan, sag mal, wo du herkommst…
    PS: Ich bin immer noch der Überzeugung, dass die "Nachgemachten" besser schmecken als die Originalen Mozartkugeln. Bei den Silbernen denkt man nämlich immer an den Preis, wenn man nicht so ein blöder Wiener ist, der zu viel Geld hat.