Als ob ich meinem Magen nichts besseres zumuten könnte, ist heute auch ein erneuter Produktetest fällig: K-fee turbo drink mit Röstkaffee und Milch, gemäss Aufschrift mit dem Koffein von zwei Tassen starken Kaffees und offizieller Supplier von Mehmet Scholl, den ich weder kenne noch will, weilder mich irgendwie an so Schuheinlagesohlen aus Kebab erinnert. Also Dose auf und runter mit dem ersten Schluck. Hm. Sagen wir es mal SO: Ich könnte mir vorstellen, dass Wasser, das über ein paar verkohlte Kaffeebohnen geplätschert ist und mit Zucker und Billigmilch versetzt wurde SO schmeckt. Nach dem zweiten Schluck fühle ich mich zur Aussage gedrängt, dass heftiges Lutschen an der Dose geschmacklich eine interessante Alternative sein könnte. Wenigstens ist das Zeug kalt. Meine Synapsen weigern sich vorzustellen, wie sich dieses Gebräu in lauwarmem Zustand über meine Zunge quält. Kurzzeitig ritt mich der Drang, die Flüssigkeit in ein Glas zu giessen um mich durch allfällig bizarres Aussehen schockieren zu lassen. Ich konnte das Verlangen unterdrücken. Riechen tut es wie Schokokaffeebohnen. Ich will ja nicht so sein und schieb die Dose mal zum Nebentisch. Möglicherweise bin ich ja einfach nicht geeignet, so Faselfusel zu probieren. Tatsächlich, meine Freundin goutiert das Zeugs. Ich sag’s ja, Frauen verstehen ist so eine Sache. Aber die trinkt ja auch eine warme Milch, in die eine Kaffeebohne reinpieseln durfte um ein bisschen Farbe zu geben und schimpft das Milchkaffee. Kaffee hat schwarz zu sein wie die Nacht und wenn Gott gewollt hätte, dass Milch mit Kaffee gemischt wird, dann hätte er Kühe mit eingebautem Filter erschaffen. Espresso yourself!
Wenn ich in letzter Zeit an Wohnsilos vorbei gefahren bin, diesen urbanisierten, monotonisierten Wohnghettos für Miete zahlende Hamsterkäfigbewohner, da bin ich sehr sehr froh, dass mich verschiedene Einflüsse in die Richtung neues Eigenheim geführt haben. Seit einigen Wochen bin ich drin, habe gelernt, dass man auch aus Kartons leben kann, wenn noch nicht alle Möbel da sind und (finally) ist auch Frau „Erna!-Hol-mir-mal-ein-Bier!“ eingezogen. Mit den Möbeln in welche man die ganzen Kartons nun endlich entleeren kann (ich persönlich hatte ja nur den Fernseher und die Musikanlage beigesteuert und eine Sitzgelegenheit für vor die Glotze, so viel Luxus muss sein). Nun wohnen wir und stellen fest, es ist sauschön. Hier. Und drumrum. Praktischerweise gibt es schräg gegenüber eine Migros, da bekommt man alles was man fürs Leben benötigt, nah, praktisch, günstig und mit einem weiteren Vorteil versehen: Eine Kaffeemaschine mit umsonstenem Kaffee. Das führt mitunter zu Situationen wie: „Ich hätte Lust auf Frühstück.“ – „Gehn wir schnell in die Migros, da gibt’s Kaffee“. Bloss sieht das etwas seltsam aus, wenn wir dann mit Klappstühlen im Gang sitzen und aus dem Gebäckregal nebenan Gipfeli holen um sie in den Kaffee zu tunken. Obwohl, so lange es Menschen gibt, die mit vorsichtigen Seitenblicken Trauben, Beeren oder Melonen aus dem Körbchen stibitzen um zu probieren, ob sie gut sind, da kann doch so ein Gipfeli niemandem weh tun. Oder ein Engadiner Nusstörtchen. Oder ein Stück Schwarzwälder (im Gegensatz zu Deutschland nicht mit reinem Fett hergestellt und deshalb LECKER). Oder Johannisbeerschaumtorte. Oooooohm. Ich glaub‘, meine Zunge wird spitz.
Heute habe ich den Einzug in einen neuen Männerolymp gehalten. Der neue Grill wurde entjungfert. Als erstes haben wir eine Wurst reingesteckt. Und dann den Osterhasen. Beziehungsweise so Spiesschen, die mal Osterhasen waren. Irgendwie. Totes Tier jedenfalls, weil es war kein Gemüse da (ausser einer penetrant überdimensionierten Folienkartoffel – gilt das eigentlich als Gemüse? Ich hätte dann eine gute Ausrede für Chips-Orgien…). Es war sehr lecker. Und ich fühle mich akzeptierter, denn wenn man in die umliegenden Gärten und Balkone linst, dann stellt man fest: Ohne Grill gehört man(n) nicht dazu. Glücklicherweise hat keiner mitbekommen, dass das erste Stück Fleisch von meiner Freundin aufgelegt wurde. Welch Frevel in den heiligen testosterongeschwängerten Hallen des Gottes Barbequum! Ich konnte es leider nicht verhindern, denn ich weilte kurzzeitig in einem anderen Flügel unseres Anwesens. Wann merkt man, dass eine Wohnung gross ist? Wenn man sich SMS schreiben muss, um sich wiederzufinden. Oder wenn man sich auf dem Weg zum Klo zwischendurch mal hinsetzen muss um zu verschnaufen. Oder wenn man nachts vom Kühlschrank nicht mehr zum Bett findet, weil man den Kompass auf dem Nachttisch vergessen hat. Jetzt würde ich mit Erna! gern etwas trinken, aber erst muss ich sie finden. Huhu! Miezmiezmiez!
Sagt mir meine Freundin, ich müsse halt lernen damit umzugehen, dass ich einen Kürzeren habe. So im Vergleich. Wir haben gestern den vom Nachbarn gesehen und der hatte einen grösseren. Na gut, meiner ist etwas dicker, aber seiner länger. Wirkt optisch schon ganz anders. Und etwas weiter drüben mein Chef, der hat einen ganz langen. Aber ich behaupte immer noch, das allein macht es nicht aus. Umgehen muss man damit können. Klar hat er einen langen, aber er steht auch nur da und schlenkert damit ein bisschen rum. Das kann ICH auch. Und ich bin flexibler mit dem Kleinen. Die Leute erschrecken auch nicht gleich, wenn man ihn rausholt und ihnen zeigt. Farblich gesehen ist der hintere Teil bei mir auch schöner. Rot erscheint mir da passender als blau-grün geadert. Druckmässig hingegen dürften wir alle gleich sein, aber die anderen haben so… sagen wir mal „Hilfsmittel“, die den Strahl ein bisschen besser verteilen. Aber die haben ja auch was grösseres, das sie befeuchten müssen. Ach, wie tief bin ich gesunken, wenn ich Vergleiche anstelle. Nun ja, ich könnte schlechter dran sein, der Nachbar auf der anderen Seite hat gar keinen. Da macht’s die Frau von Hand. Vielleicht redet er drum so wenig. Man muss sich auch irgendwie dran gewöhnen. Ich hab kein Auto als Statussysmbol, mit dem ich auf der Strasse rumprotzen kann. Aber wenigstens habe ich endlich auch einen Gartenschlauch. Mit einem Brause-Aufsatz. Einen kleinen zwar, aber der ist so voll pistoleromässig. ZIEH! HAH! Hab ich dich getroffen, du Bäumchen du! Ich kann sogar stufenlos den Ausstoss variieren. Und brausen. Oder heisst das jetzt auch browsen?
Ich glaub, es geht wieder *bastelbastel*. Jetzt nur noch die zwei kaputten Einträge reparieren und überlegen, wie man jemanden möglichst schmerzhaft foltert, die einen Webserver, auf dem sie (umsonst, im Gegensatz zu bezahlenden Kunden) ihre Site hat, bis zum Anschlag mit MP3s zumüllt. Klasse gemacht. Danke.
Sodele. Die Einträge gefixt und ein Voodoo-Puppenset zum Online bestellen ausgemacht. Jetzt brauch ich nur noch eine Haarsträhne.
Wie reagiert wohl ein Schnorrer, wenn man ihn zuerst anquatscht und um Kleingeld bittet? Ich meine einen dieser Typen, die es jedesmal versuchen, wenn man auf den Bus wartet. Also diejenigen, die man bereits kommen sieht. Sofort auf ihn zu und: „Häsch mer en Schtutz?“. Verwirrtes Gesicht garantiert. Ich will an dieser Stelle nicht Ursachen und Gegenprogramme analysieren, warum und wieso, das tun schon genug andere seit Jahren ohne jegliches Ergebnis, ich betreibe nur Seltsame-Auswuchs-Forschung. Aber das kennt ihr ja. Gestern wollte auch wieder einer Geld von mir. Ich nehme es zumindest an, denn ich habe kein Wort von dem verstanden, was er mir erzählt hat. Er tat das denn auch in keiner mir bekannten Sprache (und ich bin einigermassen verschiedener Deutsche mächtig, Englisch, Französisch, Italienisch, kann ebenso skandinavische Sprachen, Spanisch, Portugiesisch auseinanderhalten, Arabisch und Asiatisch ist ebenfalls identifizierbar, aber DAS war Babbelbrabbel). Also ich nehme an, er wollte was. Oder er wollte mir seine Yacht, seine Villa und seinen Privatjet schenken. Möglicherweise hat er auch nur nach dem Weg gefragt, aber hallo, kommunikationstechnisch nicht ganz geschickt angestellt.
Apropos Kommunikation: Arbeitslosenzeitungen. Gute Sache. Vor allem dann, wenn man sie nicht nur kauft, sondern auch liest, denn die Leute, die verkaufen, arbeiten auch oft mit und da hat es wirklich gute Schreiberlein drunter. Bessere als in manchen Zeitungen (bei 20min verwendet ein Autor in jedem zweiten Artikel das Wort „wettern“). Ich kaufe mir auch ab und zu ein Exemplar, ausgenommen, wenn man mir mit einer weinerlichen Stimme die Ohren vollflennt. Dann gehe ich zur Konkurrenz. Ja, ja, nennt mich kaltherzig.
Die Fussgängerzone in Dietikon ist wechselweise von zwei Gruppierungen besetzt, wobei ich mir noch nicht ganz schlüssig bin, welche der beiden lästiger ist. Das eine sind Bettler der Balkan-Connection, das andere sind geschniegelte Telefon-Vertrags-Anbieter-Sklaven. Lästiger wahrscheinlich letztere, weil die rennen einem hinterher und rufen „Mössjö! Mössjö!“ als ob sie vorher bei den Buchclub-Sklaven waren. Oder die verschiedenen Firmen holen ihre Strassenbimbos alle aus dem gleichen Klon-Tank. Aber die Bettler sorgen regelmässig durch andere Aktionen für Aufsehen. Vorletztes Mal war es das Wedeln mit Ordnern und werben für Unterstützung einer humanitären Organisation, die es gar nicht gibt. Fazit: Einfallsreich, aber die Unterlagen waren zu dürftig aufgemacht. Letztes Mal waren es die Musikanten, die auf einer uralten batteriebetriebenen Kinderorgel seltsame atonale Weisen gespielt haben oder eine Ziehharmonika zwar rhythmisch auf- und zuziehen, es dabei aber versäumen, eine erkennbare Melodie zu spielen. Fazit: No way. Wer Geld will, soll Leistung bieten und Zeit zu üben hätten sie ja. Aktueller Durchgang, das Highlight. Die Behindertenmasche. Ein Rollstuhl (offensichtlich vom Schrottplatz, der Typ wird seit Jahren nicht mehr hergestellt) mit Mann drin (meistens der Gleiche wie ein paar Wochen früher). Diesmal war was neues dabei, denn der Mann im Rollstuhl hatte keine Beine mehr. Das ist tragisch, ich weiss, aber darüber will ich auch nichts sagen. Aber: Zweihundert Meter weiter sass der nächste im Rollstuhl und dort stand ein Schild daneben: „Trotz Beinamputation ich noch hier sein und arbeite“. Mit dem kleinen optischen Problem, dass der Bettler hier nicht nur Beine hatte, sondern auch munter mit den Füssen wippte zu Musik, die aus dem Laden neben ihm drang. Liebe Battler, wenn ihr schon versucht mit abgedroschenen Ideen zu Geld zu kommen, dann strengt euch wenigstens ein bisschen an. Ich geb auch gern mal was ab, aber nicht, wenn ihr mich verarscht. Ja, ja, nennt mich kaltherzig.
Steht geschrieben. Oder wird immer wieder gesagt. Dabei stimmt das gar nicht. Sagt die Wissenschaft. Und die Logik. Denn: Am siebten Tage ruhte er. Also schuf (schuftete) er alles in sechs Tagen. Ich wäre froh gewesen, mein Umzug wäre auch so schnell erledigt gewesen, aber das gehört an eine andere Stelle. Und zufrieden war er dann auch noch. Obwohl er mit keinem brauchbaren Projektmanagement an die Sache heran gegangen ist. Heutzutage kann sich kein Manager in dieser Grössenordnung leisten, einfach in einer Woche was hinzuschludern. Ein Kindergärtner benötigt vielleicht sechs Tage, um aus Ton einen Aschenbecher für den Patenonkel zu basteln, der auch als solches zu identifizieren ist (der Aschenbecher, nicht der Patenonkel). Aber einen Planeten inklusive Lebewesen? Der Mensch: Aus eins mach zwei. Na hallo, sind wir hier bei Aldi/Denner/Hofer? Bezahlen Sie einen und nehmen Sie zwei mit ins Paradies. Stubenrein, aber fressen alles von den Bäumen. Waren die eigentlich attraktiv, der Adam und die Eva? „Schatz, ich liebe dich!“ – „Weil ich so schön bin?“ – „Nein, weil sonst keiner da ist“. Oder nahmen die sich wirklich nur, weil sie halt mussten? Obwohl Sodomie damals weder bekannt noch strafbar war, weil niemand Anzeige erstattet hat. Waren die vielleicht sogar EXTREM attraktiv? Die ersten Models der Welt, aber mit einem IQ ausgestattet, der den Genpool für Nachfahren auf Ewigkeiten verwässern würde? Hat Darwin das mit der Abstammung vom Affen bloss erfunden um zu erklären, warum wir zwar geil, aber doof sind?
Wie könnte es sonst kommen, dass wir hochtechnisierte Geräte besitzen, diese aber für niedere Dinge wie Porno-CD-ROMs verwenden? Oder etwas anders überlegt: Warum schafft es bis heute KEIN Hersteller, die Knöpfchen an CD-Laufwerken für Computer OBERHALB der Schublade anzubringen? Geschäftssinn, weil alle dann die Schublade zuschieben und das Werk bald ersetzt werden muss, weil Mechanik kaputt? Was war eigentlich der Satz, den Gott damals gesprochen hatte? „Gehet hinfort aus dem Paradies, habt Schmerzen, stinkt aus dem Mund und vermehrt euch nur um genügend Leute zusammenzukriegen, die sich streiten und gegenseitig umlegen!“. Oder einfach nur: „Geht raus, ihr bekommt bald Computer“ – „Oh mein Gott (damals absolut korrekt formuliert)! Bitte nicht! Ich esse nie wieder einen Apfel!“ – „Apfel? Hm. Gute Idee.“ – „Keine Computer! Da sind wir sofort weg vom Fenster!“ – „Fenster? Hm. Auch eine gute Idee. Da lässt sich bestimmt was draus machen.“ Schon war die Maschinerie geboren. Die Himmelspforte heisst auf Englisch übrigens „Pearly GATES“. Ist das nicht alles eine grosse Verschwörung? Gott mag ein DJ sein, aber beim Remixen könnte er Hilfe gebrauchen.
Früher dachte ich ja, dass Abenteuer heisst, dass man ausgegangen ist und es eine Menge gekostet hat. Da habe ich mich geirrt. Ich dachte allerdings auch, wenn ich in einer Zeitschrift bei den Bildern die Kleider wegschneide, dann sieht man drunter die Unterwäsche. Auch da habe ich mich geirrt. Vielleicht habe ich drum direkt zu den Unterwäscheseiten der Versandhauskataloge gewechselt. Das war spannender. Abenteuerlich. Sollte auch nicht jeder mitbekommen, dass ich mir nicht bloss die Seiten mit den Kampfrobotern oder den Spielen für mein damaliges TV-Spiel (hiess noch nicht Konsole) ansah. Die Frau, das unbekannte Wesen. Aber wenigstens interessant verpackt. Ich habe inzwischen neuere Konsolen, aber Frauen verstehe ich immer noch nicht. Egal, interessant verpackt sind sie immer noch. Was Abenteuer sind habe ich nach Entdeckung des Kinos auch herausgefunden. Bernhard und Bianca, die Mäusepolizisten, retten kleine Kinder, die Raumschiffbesatzung der Palomino rettet sich durch ein schwarzes Loch, aber keiner rettet meinen Arsch vor dreieinhalb Stunden Ben Hur auf Holzsitzen (wir haben damals auf dem Pausenplatz auch nicht verstanden, was der Ben mit Huren zu tun hatte, gerade angesichts unserer Unwissenheit, was das denn eigentlich war).
Später, später kam dann Star Wars ins Kino und nach intensivem Verschlingen jeglichen Materials dazu und Gänsehaut jedesmal wenn der Trailer im Fernsehen lief, da wusste ich, ich hatte meine Bestimmung gefunden. Dann verbot mir meine Mutter den Filmbesuch und meine Kindheit war ruiniert. Traumatisiert. Dafür hat sie mir ein paar Jahre später „Raiders of the Lost Ark“ auf meine Espadrilles gestickt, als der erste Indiana Jones-Streifen in den Kinos lief. Abenteuer PUR. Ich wollte sofort Archäologie studieren (für spinnenfreie Ausgrabungen aber nur). Bei den Filem sitze ich mit Gänsehaut vor Leinwand oder Flimmerkiste und hab grosse Augen. Und da las ich doch erst grad was, da ging mir fast einer ab: Im Herbst kommt die Indiana Jones-Trilogie auf DVD. Plus abenteuerlich viel Bonusmaterial. Dann soll die ganze TV-Serie „Die Abenteuer des jungen Indiana Jones“ ebenfalls auf Silberling veröffentlicht werden. Irre. Kaufen kaufen kaufen. Da weiss man dann wenigstens, wo das Geld abgeblieben ist.
Apropos Geld: Mein Puzzleteilchen und ich sind neulich durch Zürich spaziert und da hat es so um die achtundzwanzig Gazillionen Banken. Da ist uns was aufgefallen: Jeder Laden, der Kunden will, hat ein Schaufenster. Banken haben das nicht. Warum? Sollen die doch auch Auslagen machen und ein bisschen Geld ausstellen. Ich will doch wissen, was ich bekomme. „Ich würde gern etwas von meinem Konto abheben, aber es soll zu meiner Jacke passen.“ – „Hm, dann nehmen wir zweihundert Franken, das passt zu Leder.“ – „Geben Sie mir auch noch ein Girokonto dazu, ich hab das draussen gesehen, die Karte passt zu unserer neuen Couch.“ – „Ein Bezug und ein Giro-Konto, sehr gerne. Darf’s etwas mehr sein?“. So ein kleines Mobile aus Goldbarren wäre sicher ein guter Blickfang.
Bei Jackass kommt es durchaus vor, dass man dem Johnny Knoxville einen feuerfesten Anzug überstreift, Angelhaken dranbastelt, ihn mit Steaks behängt, ihn in einem Planschbecken aus Marinade einlegt um ihn danach komplett (also Steaks UND Dödel) auf einen Grill packt. Danach wird er vom Grill geholt und die Steaks verspeist. Cool? Ansichtssache. Neu? Nein. Denn das gab es alles schon vor ein paar hundert Jahren. Der Schutzpatron der Stadt Bülach hat diese Aktion schon im frühen Mittelalter durchgezogen, allerdings ohne Steaks und Anzug. Man hatte ja früher gar nichts. Die Sendung hiess damals auch nicht unbedingt Jackass sondern Inquisition. Öffentliches Barbeque hatte aber bereits damals einen überaus grossen Beliebtheitsgrad, sofern man sich nicht in der Mitte des Anlasses befand. Da hatte der alte Laurentius damals Pech, aber immerhin hat es sein Grillrost auf das Wappen von Bülach geschafft.
Hier ein Märtyrer, da ein Heiliger, hier Grillparty, da ein Stadtfest. Zumindest in der heutigen Zeit, denn in Winterthur ist das allsommerlich stattfindende Fest nach dem heiligen Alban benannt, das Albani-Fäscht. Allerdings heben heute einige Leute das Gefühl, es heisse so, weil so viele Albaner daran teilnehmen. Nein, Leute, das ist wirklich nicht der Grund. Aber es ist eine Tatsache, dass in den letzten Jahren der Anteil an ursprünglichen Bewohnern verschiedener Mittelmeeranrainerstaaten explosionsartig gestiegen ist. Es gibt Menschen, die freuen sich über kulturelle Vielfalt (Pizza, Paella, Gyros, Kebab), andere sind eher etwas befremdet oder haben gar ängstlich das Gefühl, sie werden jeden Moment entführt und gegen drei Kamele eingetauscht. Meine Schwester, die seit längerem in Portugal lebt, wurde an eben diesem Fest anlässlich eines Heimatbesuchs von einer Bekannten gefragt (raunend): „Du, sag‘ mal, gibt es bei euch auch so viele Ausländer?“ Meine Schwester: „Viele? NUR!“ – „Nein!“ – „Doch! Und alles Portugiesen!“ Die Bekannte hat nicht geschnallt, worauf das Gespräch hinauslief. Wie es weiterging weiss ich nicht, aber ich nehme an, sie hat weiterhin verstohlen die ausländischen Mitbewohner beäugt, gewünscht, die wären woanders und hätte sich dann beim freundlichen Händler ein Bami Goreng bestellt. Jackasses gibt’s auch ohne Grill.
Frauen sind anders. Männer sind anderser. Wenn man beide aufeinander loslässt (nein, nicht SO aufeinander), dann werden die beiden NOCH anderserer. Möglicherweise ist es wirklich nur die biologische Schnittstelle, welche die beiden kompatibel macht. Kompatibel ist zwar das falsche Wort, weil das würde heissen, man kann sie nicht bloss zusammenstöpseln, sondern sie verstehen sich auch noch. Neverending Story. Grundsätzlich frage ich mich eigentlich nur, warum es heisst, gewisse Dinge sind Klischees. Klischees wären ja eigentlich eine Art Vorurteile, die sich aber fern der Wahrheit bewegen. Regelmässig trifft man aber auf Situationen, in denen man feststellen kann: Das ist kein Vorurteil sondern REAL. Oder sind gewisse Frauen einfach genetisch festgelegt, dass sie Klischees erfüllen? Gut, gut, es gibt auch Männer mit Neandertal-Genen, aber wir sind nun mal konditioniert.
Beispiel? Frauen besitzen peripheres Sehvermögen, die können grosse Gebiete mit einem Blick erfassen, sehen sofort, wo ein Stäubchen liegt, ob eine andere Frau im Raum das gleiche Kleid trägt oder erkennt spontan von den dreckigen Schuhen bis zur schiefen Frisur ob ein Mann auch nur halbwegs beziehungsrelevant daherkommt (der optionale Röntgenblick für Portemonnaie-Scans sei hier geflissentlich übersehen). Männer hingegen haben punktuelles Sehvermögen. Können sofort sagen, ob eine Frau einen tollen Busen hat, wissen aber nach zehn Jahren Ehe nicht, was ihre Frau für eine Augenfarbe hat (Farben sind Frauensache, Formen was für Männer). Obwohl, ich habe gestern einen Gegenbeweis für Peripheriesehen bekommen, weil eine gewisse Frau – ich nenne keine Namen, aber es ist die, die gerne mal vom Pferd fällt – beim Einparken LINKS schaut, damit sie auf keinen Fall in die Ecke eines anderen Autos kurvt, RECHTS aber so nebenbei eine dekorative Stein- und Blumenanordnung LÄNGS überquert. Hat gut gerumpelt. Vielleicht kommt das einfach daher, dass bei Frauen das räumliche Sehen bei der Genverteilung vernachlässigt wurde und sie auch gerne mal in der Strassenmitte fahren statt rechts, weil da ist ja dieser böse Randstein. Dann lieber fliegen mit Frauen, da liegen keine Steine rum.
Situation: Frau zieht um. Richtet sich ein. Lebt sich ein. Was ist drei Jahre nach dem Einzug immer noch wie am ersten Tag? Richtig, die Uhr am Videorekorder blinkt noch auf 00:00. Video und weibliche Anwenderin passt einfach nicht zusammen. „Bedienungsanleitung – Die unbekannte Grösse“. Dafür findet sich dann der Klischeemann, der den Rekorder programmiert (inklusive Sendereinstellung – „Brauch ich das?“), das Auto repariert („Ach, DAFÜR ist dieses Teil“) und Kisten hochschleppt („Du bist ja sooo stark“). Klischees? Nö. Alles echt. Das macht es aber auch immer wieder lustig. Fortsetzung folgt.
Was auf die Augen gibt es jetzt. Aber nicht, wie sonst bei mir gang und gäbe was mit nackten Weibern oder Werbebildchen, sondern eigene Werke. Abteilung „Wiedergefunden“. Was soll ich denn sonst damit machen als jedem unter die Nase reiben? Achtung Modem*kicher*benutzer: Dauert ein Momentchen.
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