Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch
Die ollen Krümel von früher
Gemäss Lenin sei Religion Opium für das Volk. Wenn das stimmt, dann stehen ein paar Religionsvertreter aber ganz schön unter Einfluss von Opiaten. Oder sind ganz einfach doof. Derzeit versucht sich die Schweiz – ich hab ja Ferien – einem Fernziel anzugleichen und testet die Option „Regenzeit“ aus. Konstant. Wäre unser Land wie von einigen Rechtsverrichteten gewünscht von einer Mauer umgeben, dann wären wir diese Woche der weltgrösste Wasservergnügungspark. Disney müsste das Matterhorn nicht nachbauen, das hätten wir im Original und ab sofort ist jeder, der auf einem Hügel oder Berg wohnt viel beliebter. Ergo, es regnet, giesst, schüttet, schifft, pisst. Menschen verwenden Schirme, auch Religionsvertreter, die sich zwar nicht immer als Menschen sehen, aber das ist jetzt egal. Also, besagter Vertreter einer kuriosen Sekte steigt ins Tram ein, klappt seinen Schirm zu und hängt ihn oben an die Haltestange. Dann setzt er sich. Drunter. Moses konnte das Meer teilen, ja, aber Schwerkraft wirkt und er hat sich doch TATSÄCHLICH gewundert, wo jetzt dieses Wasser herkommt.
Das hätte ihm ja die Frisur kaputt machen können. Das ist nämlich sehr einfach machbar. Regen auf Haare und futsch ist sie. Deshalb sollte man immer eine Frau mit Schirm dabei haben, die man dann um selbigen BITTEN kann. Also EINFORDERN. Und sie dann als asozial bezeichnen, wenn sie den Schirm nicht rausrückt. Solche Sachen gibt es. Schirme sind doch eigentlich für Frauen (mit Frisuren) und nicht für Männer (mit Haarschnitten) gedacht. Und für Weicheier. Schirmchendrinktrinker. Heissföhner. Ein Mann gebraucht nur in absoluten Ausnahmen einen Schirm. Wenn es so regnet wie jetzt und man blöderweise den Wetterbericht nur subaufmerksam verfolgt hat und demzufolge nicht wettertauglich in fremden Gefilden weilt. Dort gibt es dann eine Frau, die einem einen Schirm schenkt. Und was war ich froh, dass es dunkel war, wenig Leute unterwegs waren und mich keiner kannte. Ein Knirps. In Regenbogenfarben. Ich sah aus wie ein SAT1-Ball auf Speed. Hinzu kam, dass es ein Werbeschirm war. Für eine Lesbenorganisation. Vielen Dank.
Was aber tut man nun bei solchem Wetter? Wäsche waschen. Zehennägel lackieren. DVD’s aufarbeiten. Neue Menschen treffen. An ganz kuriosen Orten. Basel zum Beispiel. Nun muss man als Information vielleicht vorausschicken, dass Basel und Zürich (aus der Ecke komme ich) eine Art Hassliebe verbindet. Vielleicht auch nur Hass, eventuell Abscheu, auf jeden Fall geht man ohne einen wirklich guten Grund (davon gibt es allerdings in beiden Richtungen eine Menge, es gibt bloss keine Sau zu) nicht zu den anderen. Falls doch, lernt man erst zwei Wochen lang Sitten und Gebräuche, um nicht aufzufallen. Ich hatte aber einen solchen Grund: Lucy. Coole Frau. Guter Humor. Nicht die von den NoAngels, nein. Auch wenn sie etwas engeliges hat. Sofern man die beiden Hörnchen an der Stirn übersieht. Per Web kennen gelernt und warum nicht mal gucken, was passiert, wenn man sich in echt trifft. Der ursprüngliche Plan war ja eigentlich, sich an den Rhein zu setzen un die Sonne zu geniessen. Aber wir wollten dann doch nicht bis nächstes Jahr warten.
Nun, ich kann mich irren, aber ich würde behaupten, wir haben uns prächtig unterhalten und ich glaube, ein- oder zweimal habe ich sie sogar zu Wort kommen lassen. Dann kam allerdings so ein Moment, wo ich im Nachhinein annehme, ich stand mit beiden Beinen fest auf der Leitung. Sie: „Jetzt musst du halt bei schönem Wetter nochmals kommen“. Ich guck raus: „Hm, ich glaube, das wird nichts mehr diesen Sommer“. Sie: „Du könntest ja auch Freitagnachmittag mal vorbei schauen, da sind die Läden hier auf“. Ich: „Ach, die Läden kenn ich hier ja auch schon“. Sie: „Na dann lass es doch!“. DAS löste eine Phantasiesequenz aus, wo ein Gartenbau-Lastwagen eine komplette Ladung Zaunpfähle auf mich entlud. Ich kann mich irren, aber wenn man das so liest, bestünde möglicherweise der Ansatz, dass sie mir mitteilen wollte, ein Wiedersehen wäre durchaus eine Option? Nein, es gibt nichts zu gewinnen, also zumindest nicht für euch. Ich bin ja auch nur ein Mann. Wir sind nun mal nicht die Schnellsten. Wir verstehen keine unterschwelligen Botschaften. Aber doch, ich glaube, ich fahre wieder mal nach Basel. Jä.
DEN Schirm mit Keks hätte ich gerne gesehen. Der Gedanke allein reicht zur Zwerchfellmassage (subcutan).
Jetzt bin ich verwirrt, Lenin war der Urheber des "Opium fürs Volk"? Ich dachte immer, Marx?
Was man bei dem Wetter tut? Schirme kaufen natürlich ;) Die man dann gepflegt in Bus und Bahn liegen lassen kann …
Marx war der Urheber, aber Lenin brachte es mit Religion in Verbindung :)
immer diese zaunpfähle… hihi… da kann man bzw. frau winken so viel sie will… *g* wenn der andere ein brett vor dem kopf hat ist hopfen und malz verloren…
:-D
"Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volkes." – Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung, Karl Marx.
Lenin hat mit der Kurzversion davon um sich geworfen, stimmt. Aber er hat trotzdem bei Marx geklaut ;)
@Mirtana: Ich hab ja nicht gesagt, dass Lenin NICHT geklaut hat :)
@missTeriös: aber ICH bekenne mich wenigstens :P
Verwirr mich doch nicht so =)
das stimmt… punkt für dich ;o) hihi
dänn chömmer ja mal zäme uf basel :-)
Ach, kennst du da auch jemanden? :)
Känne doch überall öpper :-)