Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch
Die ollen Krümel von früher
Wenn ich so durch meine Archive blättere, da stelle ich fest, dass sich in den letzten Jahren doch einiges getan hat. Ein Kommen und Gehen, Menschen, die mich begleitet haben und das noch tun und ein paar haben mich verlassen. Was nicht immer schlecht sein musste. Das Durchblättern zeigt auch, wie blöd Verliebtheit machen kann. Wenn man dann später darauf zurückblickt stellt man fest, dass man unter dem Einfluss von Hormonen Dinge tut, die man in einem halbwegs geistig nüchternen Zustand niemals auch nur in Erwägung ziehen würde. Ich habe tatsächlich Einträge hier umgeschrieben, weil sie jemandem nicht in den Kram passten und ich wohl das Gefühl hatte, es gäbe dafür Liebesentzug. Eigentlich müsste ich die alle nochmals veröffentlichen als „Directors Cut“. Oder ich mache es einfach in der Zukunft besser. Die Vergangenheit lässt sich nicht ändern. Die Zusammenstellung hier auch nicht. Die ist ein Querschnitt.
Olympia liegt auch in der Vergangenheit, aber dazu ist mir bei Ansichtigwerden eines Plakates die Frage oder Bemerkung eines amerikanischen Bekannten eingefallen. Er wunderte sich, wie die Schweiz es schafft, beim Beach Volleyball auf Weltklasseniveau mitzuspielen, ohne einen Strand zu haben. Ja, der Zürisee beziehungsweise die Limmat hat halt schon was. Aber eigentlich wollte er mich nur ärgern, weil er in einer Bar arbeitet, die direkt am Strand liegt und er den Volleyballerinnen beim Trainieren zusehen kann. Bei den Frauen ist es tatsächlich so, dass dort vorgeschrieben ist, wie kurz die knappen Höschen sein müssen. An anderer Stelle wäre mir eine umgekehrte Vorschrift lieber, aber hier ist wenigstens der Inhalt der Kürze angemessen. Nicht wie das Bild, das sich beim letzten heissen Wetter (auch schon wieder Wochen her) bot, als ich mit dem Bus auf dem Heimweg war. Neben uns radelte ein älterer (ca. 60) Herr, gebräunt und durchaus faltig und trug nichts anderes als Sandalen und einen knallrosa String. Und nach jeder Haltestelle durften wir das nochmals geniessen. Das ist ein Einschnitt.
In der Schweiz heisst Kleingeld „Münz“. Das Münz. Nicht eine einzelne Münze, sondern viele. Münz eben. Gut, ist gibt danaben noch Pfeffermünz, aber das ist der Tee und nicht etwa versehentlich gewürztes Geld. In Deutschland wird man von den Pennern angehauen mit „Hast du mal ’nen Euro“, was eigentlich blöd ist, da sind unsere flexibler. In Deutschland geben die sich dann mit dem zufrieden, oder man lässt sich auf Diskussionen ein, wenn man nur einen halben Euro hat und geben will. Bei uns ist das offener und man gibt sich keine Blösse, wenn man grade nicht so flüssig ist, denn man wird ja nur um Münz angefragt. Da kann man selber entscheiden, wieviel man denn investieren möchte. Wenn man grad gar nichts geben möchte, dann bedanken die sich auch noch. Das ist Anquatschqualität auf höchstem Niveau. Dienst am Kunden. Da könnten viele etwas von lernen. Das war ein Abschnitt.
Und wie nannte der Prinz damals koseformig Schneewittchen in der Kurzform? Genau: Schnittchen.
°schererüberreich° ;o)
Wie wahr, die Story deines Lebens!
Ja heisst es bei euch denn nicht: "He, hesch mer e Stutz?"
Das habe ich schon ewig lange nicht mehr gehört. Liegt wohl an der Umstellung auf den Euro. Früher wenn man 1 Schtutz verlangt hat, dann war das 1.2 Mark. Heute ist ein Schtutz aber nur etwa 0.66 Euro. Also ein schwerer Rückschritt im Vergleich. Aber um das auszugleichen 1 Schtutz Füffzg zu verlangen war zu doof und die Erklärung zu lang. Drum.
Jä so? Aha! :-)