Der Frühling schlägt aus und um sich

Die Sonne scheint, es ist warm draussen, die Schwesterschülerinnen räkeln sich auf dem Rasen vor unserm Büro und dank Sommerzeit sind einige wenige zwar um keine Müdigkeitsausrede verlegen, aber am Abend ist es länger hell. Nicht ganz so hell sind leider einige unserer Mitmenschen. Die sind das allerdings das ganze Jahr durch. Im November zum beispiel gibt es auf dem Zürcher Strassenverkehramt jeweils eine Versteigerung von coolen Autonummern, da wir in der Schweiz ansonsten Prüfschildbürgerisch durchnummeriert werden und uns nichts aussuchen können. Schon morgens zu sehr unreligiösen Zeiten stellen sich da die ersten Verzweifelten an. Nebenbei: Man schreibt jetzt neuerdings nicht mehr v.Chr. (vor Christi) sondern v.u.Z. (vor unserer Zeitrechnung) und man das in der Schweiz vorzugsweise VAU UU ZETT aussprechen sollte, ansonsten man unter Umständen eine gefedert bekommt. Dies ist nebenbei bemerkt der neue offizielle Ausdruck für eine wuchtig rechtshändig geschlagene Ohrflätter, angelehnt an unseren international anerkannten Tenniswastl.

Aber zurück zu der Versteigerung der Nummern. Ich mag falsch informiert sein, aber eine Versteigerung geht los und dann bietet man und das höchste Gebot gewinnt. Warum, frage ich mich dann, stellen diese Deppen sich denn schon um FÜNF dort an? Oeeehhh, ich war der Eeeeerste! Bekommt die geistige Sub-Elite beim Autokauf eigentlich einen Kanister Testosteron umsonst als Bonus? Warum heisst ein Frauenauto aus dem Hause Alfa Romeo nicht Alfa Julia? Sind Frauenautos einfach Handtaschen auf Rädern? Handtaschen. Das ist auch so seltsam. Reiss einer Frau ihre Handtasche weg und sie führt sich auf, als wärst du der Hohepriester aus Indiana Jones (Tempel des Todes), der das noch schlagende Herz seines Opfers in Händen hält. PUMP. PUMP. Ooooh! Meine Taschäääähääääähäääää!

Noch erschreckender wäre es, wenn eine Frau dann tatsächlich den Löffel abgeben würde. Tendenziell eher möglich ist allerdings, dass sie sich nach Verlust der Louis Vuitton Gedenkausgabe mit Anlauf aus dem Fenster wirft. Dies kann man zum Anlass nehmen, ihr noch kurz die Mülltüte auf den Weg nach unten mitzugeben, schliesslich hat ja in der Regel der MANN die Tasche bezahlt, also müsste IHM das weh tun und als Ausgleich macht sie kurz noch SEINEN Job. Sollte sie vorbei RENNEN, kurz noch eine Abfallgebührenmarke auf die Stirn geklatscht, so bleibt sie am nächsten Morgen auch nicht liegen.

Selbstverständlich kann man auch, so sie einem am Herzen liegt, im Tiefkühler ein Plätzchen frei machen. Man muss halt den BoFrost-Lieferanten etwas zur Seite rücken, der einmal mehr nicht dabei hatte, was man wollte. Man bekommt ja auch keine anderen Goodies. Oder ich bestelle zu wenig. Oder am falschen Ort. HooBee bestellt ja nur Bücher bei Reader’s Digest, weil es Steakmesser umsonst dazu gibt. Hm. Digest. Verdauen. Leser verdauen. Ich will jetzt da keine Details haben, unverdauliche Dinge gibt es schon zu Hauf. Grade jetzt, wo es Frühling wird. Denn wenn es schon warm wird, dann bekleidet man sich auch leichter und was sieht man bei den Damen zuerst (neben den hässlichsten Strings)? Arschgeweihe. Die outensten Tattoos der Welt. Was mich aber noch mehr entsetzt sind die fetten Ohren die meistens links und rechts über die Jeans hängen. Das haben Hirsche nicht!

Aktuell im Ohr: Sven Franzisko oder Lotte Ohm – Hinter diesen Mauern (Celthop Mix)