Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch
Die ollen Krümel von früher
Am Löwenplatz in Zürich wurde vor kurzem an einem Gebäude die Fassade renoviert und zu diesem Zweck werden zum Schutze der Fussgänger Auffangnetze über die Gebäude gezogen, damit nichts runterfällt. Findige Werber haben dann entdeckt, dass diese grossen Flächen ideale Grosswerbebotschaften aufnehmen können, an denen man einfach nicht vorbeigucken KANN. Also, was hängen diese Damen und/oder Herren da wohl als Erstes hin? DAS:

In Gebäudegrösse! Und wie inzwischen wohl alle wissen dürften, springt der keks durchaus auf optische Ablenkung an, dafür nicht aufs Tram auf. Eigentlich kam ich da ziemlich gehetzt mit Einkaufstüten beladne zur Haltestelle, mein benötigtes Transportmittel fuhr eben ein, da wandert mein Blick hoch und runtergeklappten Unterkiefers verpasse ich natürlich die Abfahrt. Zu einem Zeitpunkt, wo zwar in sieben Minuten nochmal ein Tram kommt, aber der daran anschliessende Bus nicht. Also eine halbe Stunde warten bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Das Bild war dann nur schon weg und nicht mehr in der Lage, mich zumindest innerlich zu erwärmen.
Einige Wochen später muss wohl eine Werberin gedacht haben, jetzt gleichen wir das auf der Sexismusskala wieder aus und dann kam da ein Plakat hin mit den Finalisten der schweizerischen Coke-Light-Mann-Wahl. Alle mit halbnacktem Oberkörper und halbschwuchteligem Grinsen, also durchaus ein adäquater Ersatz zu dem, was die meisten Frauen mit „billige Schlampe“ abtun würden. Die hört aber auf den Namen Ana Beatriz Barros, ist Brasilianerin und scheinegut bezahltes Model. Im Gegensatz zu den Amateuren, mit denen man sie ersetzt hat. Und weil die Kampagne noch mehr Bilder hat:

Nicht, dass es heisst, ich unterschlage da was. Und ja, ich gebe es zu, ich find die Werbung witzig. Billig, kitschig, schlampig, aber originell. Ist übrigens eine Variation von einer Kampagne, die an dieser Stelle schon mal aufgetaucht ist. Insofern zeige ich da nur Konsequenz. Und deswegen werd ich schon nicht in die Hölle kommen. DESWEGEN nicht.
Apropos Hölle: Ist die eigentlich im Internet präsent? Haben die überhaupt Netzanschluss? Falls ja, benützen die eine Firewall? Wo nur der Port 666 geöffnet ist? Haben die zusammen mit dem Himmel einen Chatroom? Ein Diskussionsforum? Mit Voting-Möglichkeiten, wer jetzt so die auf der Kippe stehenden Seelen abkriegt? Sind die auch per normalem Provider mit dem Web verbunden? Komme ich per Up- beziehungsweise Download nach Himmel und Hölle? Sterbe ich langsamer, wenn die Leitung grad überlastet ist? Werden Buchclub-Anfixer vom Virenscanner abgefangen? Wenn die Him-Mail-Box voll ist, werde ich dann zurückgeschickt mit einer Tätowierung auf dem Arsch „Could not be delivered to its destination“? Wir werden das irgendwann erfahren. Und wenn es so weit ist, dann hoffe ich zumindest, dass der Server nicht eben auf dem Zahnfleisch läuft, weil Luzifer zuviele MP3s runterlädt.
Entirely Keksy – der-mit-den-Augen-denkt *feix
aber die grösse der plakate wird dich hoffentlich nicht davon abholten dir so eins zuhause ans haus zu hängen, oder keksi?
und falls du dich nicht entscheiden kannst dann nimm doch einfach alle drei (ohne die gay coketypen)
@ Doc: besser mit den Augen…
@ rocco: es gibt noch ein Viertes, aber das findet man nirgends einfach so. Und die Aussenwand wär… naja…