SCREEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEAAAAAM!!!! Vol.1

Nach über einhundertfünfzig Flügen (über den Daumen gepeilt) war es fällig, einen zu verpassen. Dabei hatte der Morgen so schön angefangen. Ich hab das Packen völlig verdrängt, aber war der Meinung, dass zwischen weckerklingelunterstütztem Hormonanschub und Abfahrt des Busses locker Zeit wäre. HAH! What me sucker! Also nahm ich an, ich würde den Bus verpassen. Tat ich nicht. Musste dann wohl das verpasste Tram sein. Auch nicht. Der verpasste Zug. Fehlanzeige. Dafür verpassten rudelweise Bau-Messe-Besucher deren Extrazug und wurschtelten sich in unseren Zug, was zu einer nicht unwesentlichen Verspätung führte. In Basel angekommen, kriegte der Zug (Typ Deutscher ICE) die Türen nicht auf (en bloc), nur um kurz darauf den Inhalt unserer überfüllten Turbowurst zeitgleich mit dem gut gefüllten bahnsteigsgleichen Tschu-Tschu auf eben jenen zu ergiessen. Aber hey, was soll’s, gibt ja schliesslich eine GANZE Rolltreppe für uns.

Am obigen Ende blieb dann irgend so ein Franzmann stehen (sonst ein Anrecht der Seniorilen) und blockierte mit seinem Rollcontainer den sonst schon dürftigen Platz, was Tomati dazu anregte, kurz dagegen zu treten, natürlich völlig unbeabsichtigt, weil er halt fast drüberfiel. Wie auch immer. Um einen Kleinkrieg zu vermeiden, bei dem wir am Ende Frankreich wegsprengen müssten um auch endlich Strand zu bekommen, würgten wir uns nierensteingleich aus der Harnröhre des Bahnhofes und verpassten doch einen Bus. Natürlich kam auch gleich wieder einer, wir stiegen ein, der Fahrer aus. Er kam dann dafür auch nicht gleich wieder, sondern machte wohl Pause. Relaxt wie wir waren kümmerte uns das überhaupt nicht und da wir beide keine Uhren tragen, blieb uns auch das nervöse Handgelenkstarren erspart. Man kann auch nervös das Handy aus der Hosentasche ziehen.

Schliesslich fuhren wir los und ich hatte das dumpfe Gefühl, der Busfahrer aus Windisch, der das Gaspedal nur per Blindenhund findet, hätte sich nach Basel versetzen lassen. Die haben im Übrigen eine Haltestelle namens „Brausebad“. Was soll DAS denn? Also ab zum EuroAirport, wo unser EasyJet-CheckIn genau fünf Minuten vor unserer Nase zu machte. Strafe muss sein, deswegen verspätete sich der Abflug auch um eine Stunde, was uns aber trotzdem nicht ins Flugzeug brachte sondern zum Stranden auf dem wohl langweiligsten Flughafen aller Zeiten. Sogar der Dschungel-Strip in Nordaustralien war spannender und der bestand aus einem Namensschild, ein paar Blechtonnen und einem Feuerlöscher.

Da die nächste Variante mit SleazyJet erst abends um Neun angeboten worden wäre, wollten wir die Variante des kostenpflichtigen Umbuchens ins Auge fassen. British Stairways bot uns einen Platz ECONOMY zum sagenhaften Preis von 1000 Franken an. Pro Person. Wie hätten wir DAS ablehnen können!? Sehr einfach und schnell. Via Phantasierückflugsdatum hat die Dame dann den Preis allerdings gedrückt auf nur 700-irgendwas pro. Vier Meter weiter erwartete uns dementsprechend SWISS, mit der wir eigentlich nicht fliegen wollten, weil man da zusätzlich Service-Taxe zahlt, um keinen Service zu bekommen. Da waren wir dann mit 370 pro mit dabei und haben eigentlich so viel bezahlt wie wir von Anfang an hätten bezahlen können, wenn wir ab Zürich geflogen wären, aber hey, so viel Abenteuer muss sein. Also buchen, einchecken (sicher ist sicher) und zwei Stunden warten. Immer noch besser als zehn.

An Flughäfen bietet sich Shopping an. Um vom einen Kiosk zum anderen zu kommen in Basel braucht man einen Personalausweis, weil zwischen den Läden befindet sich die Passkontrolle, da Basel auf verschiedenen Hoheitsgebieten liegt. Verwaltungstechnisch. Ebenfalls in der Mitte liegt eine Stehbar. Dort kommt zwangsläufig die Frage auf, ob eigentlich französische Kellner alle zusammen im Untergrund von Paris geklont, gezüchtet und dann in die ganze Grande Nation du Schlechtes Benehmen exportiert werden. Furchtbare Gestalt. Und der Kaffee schmeckte kalt fast besser als warm. Dafür konnte ich während der ganzen Umbuchungs-, Planungs- und Etc-Aktion kontinuierlich SMS nach England schreiben und alle fünf Minuten den Ankunftsflughafen ändern. Passend hat auch unser erster Gastgeber (bei Erhalt der ersten Mail um halb zehn von seiner Angetrauten) als erstes gedacht: „Mail? Um DIE Zeit? Was verdammt haben die beiden JETZT angestellt?“

Schliesslich wurden wir aber doch in ein Propellerflugi verfrachtet (Premiere in der Grösse) und nach London, England verfrachtet. Zum City Airport (Premiere). Dort haben wir für den zehnminütigen Transfer extra einen Bus gekauft, er war grad so günstig zu haben. Dann per Tube (U-Bahn) zur Paddington Station, wo wir sofort nach einem für uns unsinnigen Tarif Karten kauften, in den nächsten Zug stiegen und feststellten, dass in UK jeder Depp bereits am Freitag frühnachmittags Feierabend macht und mehr zahlenden Touris die Sitzplätze wegnimmt. Aber nach einer halben Stunde durften wir uns dann auch zu den Grossen setzen und freundlicherweise waren direkt neben uns die Behindertenplätze, die Feuerlöscher und sämtliche Notrufknöpfe. Hallo? Wollte uns da jemand was sagen?

Angekommen dann wurden wir entgegen genommen (kurz nachdem ich knapp einer Auseinandersetzung mit einem Hoohoohooligan entgehen konnte) und ja, Kaffee war heiss und Kartoffelchips mit Essig schmecken bei JEDEM UK-Trip gleich beschissen. Der Abend verlief dann plaudernderweise und mit Unterstützung englischen Essens (essbar, aber irgendwie kein erkennbarer Geschmack) durchaus angenehm und wenn mir meine Hosts nochmal Sonnenblumen ausdrucken und das Bett dekorieren, dann prügel ich die durchs Haus. Den Eisbären hingegen haben sie mir vorenthalten. Am Samstag morgen english breakfast, sprich Fett als Geschmacksträger. Wobei, nein, das war am Samstag gar nicht mal so schlecht, da gab es Perogies. Kanadische Teig-mit-Kartoffel-und-Speck-Füllung-Täschchen sind das. Und dann war Abfahrt. Nach Wales.

Und weil das doch etwas länger wird, Übergang zum nächsten Eintrag.

Aktuell im Ohr: Girls Aloud – Sound of the Underground

One Comment on “SCREEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEAAAAAM!!!! Vol.1

  1. MEHR! MEHR! MEHR! MEHR! MEHR! MEHR!

    Und CityAirpost ist eh cool. Die hatten mal ne Tolle Verbindung nach Berlin Tegel. Aber dann entschied die Lufthansa, es wuerde mehr Sinn machen Fluege nach Berlin anzubieten, bei denen man etwneder 3 Stunden Zwischenaufenthalt in Duesseldorf oder Frankfurt macht.

    Und Hooligan. Wieso Hooligan?