Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch
Die ollen Krümel von früher
Als ich vor etwas mehr als einer Woche gesagt habe, ich würde mir eine Grippe bestellen, da war das eigentlich anders gemeint. Aber man muss sich eben klar ausdrücken, wenn man etwas will. Da sitze ich nun und habe Zeit, um Gedanken zu sortieren und um sie wieder in Unordnung zu versetzen, wenn mir die endgültige Anordnung doch nicht zusagen sollte. Allerdings hat der Einsatz von verschiedenen Grippemittelchen über Kreuz durchaus verschiebende Wirkung auf die Ansichten von Un- und Ordnung. Besonders Vicks MediNait haut gut rein. Ein paar Stichworte in den Pott geworfen und zusehen, was dabei rauskommt.
Vor vielen vielen Einträgen habe ich mich gefragt, warum bei Statistiken oder Umfragen in Frauenzeitschriften zum Thema „Männer verschiedener Nationalitäten“ die Schweiz jeweils asexualisiert wird. Wir tun das auch. Schliesslich sind wir noch nicht ausgestorben. Aber so langsam erkenne ich die tieferen Zusammenhänge. Wir haben in der Schweiz Nummernkonten. Wir sparen nicht nur Geld, wir sparen auch Sex. Bloss wofür? Sind wir auch in der Illusion gefangen, irgendwann kommt dann doch die/der Richtige und wir müssten uns aufsparen? Schliesslich muss da auch ein Return of Investment rausspringen. Was ich reinstecke, bekomme ich auch zurück. Halt falsch, das würde nur funktionieren, bei zwei Männern. Also doch anders.
Dann musste ich mich auch noch mit der Frage beschäftigen, woher der Ausdruck „bauchpinseln“ stammt. Ich weiss, was er bedeutet, aber wie entsteht so etwas. Zum Thema passend müsste ich ja zugrunde legen, dass bauchpinseln eigentlich Koitus mit einem Nabel wäre. Da ja bauchpinseln ein anderes Wort für schm-eichel-n ist, käme da die Ableitung durchaus zustande, weil ja, wie wir alle wissen, der Nabel nur Fusseltiefe besitzt und der Annäherung männlicher Anatomie genau in dem Umfang Platz anbieten könnte. Ausser da, wo die Gebärmutter oder Hebamme, die Nabelschnur falsch verknotet hatte und statt des piercingtauglichen kleinen Lochs ein Gnubbel entstanden ist wie das Ende eines zugeknoteten Luftballons.
Ebenfalls völlig unzusammenhängend kam mir die Theorie vor, dass Masturbation der Zahnerhaltung dient. Allerdings muss das mit Testosteron zusammenhängen, denn bekanntlich sei ja der Rubbelquotient bei Männern höher als bei Frauen. Ich berufe mich da wiederum auf schon vorgängig erwähnte Zeitschriften aus ärztlichen Wartezimmern. Hm. Wenn im Wartezimmer lauter Zeitschriften für Frauen ausliegen, ist das dann ein Frauenzimmer? Wahrscheinlich nicht. Also, wenn jetzt das Training der rechten Armmuskulatur in regelmässigem Ausmass stattfindet und der Proband besitzt noch alle Zähne, hat das einen direkten kausalen Zusammenhang? Wahrscheinlich nicht. Aber es ist schön, dass man mit euch darüber reden kann.
Nein, liebe Friseusen, wenn ich meine Haare im Winter von 6mm auf 2mm zurückstutzen lasse, dann friere ich deswegen nicht, weil man mit fast Nichts genau so an die Rübe friert wie mit faster Nichts. Nein, ich lasse meine Haare nicht länger wachsen. Ich besitze drei Wirbel auf dem Kopf, wovon zwei von den Schläfen nach hinten verlaufen und wenn ich die Haare länger als ein Komma zwei Zentimeter lasse, dann bekomme ich einen Doppelscheitel. Die Aussenteile gegen aussen und die Innenteile basteln sich einen Kamm und das sieht Scheisse aus. Aber trotzdem hält das hunderte Männer nicht ab, mit dieser ach so trendigen Kai-Pflaume-Gedächtnis-Giebel-Frisur rumzurennen. Sagt euch das Wort „Individualität“ was? Naja, ich glaube, den Stylingkenntnissen nach zu urteilen, trifft öfter wohl eher das Wort „Invalidität“ zu.
Bevor nun die weibliche Leserschaft anfängt zu lästern: Schaut mal kurz in den Spiegel. Wieviele von euch tragen hellblauen Lidschatten und finden sich scharf damit? Weil hellblau unterstützt den Glanz meiner blauen Augen. Oder hellblau kontrastiert so schick mit meinen braunen Rehäuglein. Los, stell dich ins Scheinwerferlicht, Bambi. Hellblauer Lidschatten suckt in neunundneunzig Prozent der Fälle. Man sagt zwar schon, dass es Gesichter gibt, die nichts entstellen kann. Aber nicht weil die so schön sind, sondern so hässlich, dass der Mond sich weigert zuzunehmen, damit wenigstens nachts der Mantel der Verhüllung ausgebreitet bleibt. Gut, per se hässlich sind die Menschen dann ja nicht, sondern lassen sich nur in den ungünstigsten Momenten fotografieren und stellen die Bilder dann auf Kontaktseiten im Web. Und wundern sich, wenn sie niemanden abkriegen. Aha, es gibt sie also doch. Gerechtigkeit.