Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch
Die ollen Krümel von früher
Vor kurzem hatte ich die spontane Eingebung, ich könnte mich eigentlich hinsetzen und einen Artikel, eine Kolumne oder sonstwas für unsere Hauszeitung im Betrieb schreiben. Also habe ich mich mit den nötigen Leuten verständigt und ich habe ein Thema bekommen. Vor den Bug. Vor den Latz. Was dann daraus resultiert, wenn man sich auf die Zunge beissen muss, ständig seine eigenen Finger haut um brav zu bleiben, das folgt hier im Anschluss. Man darf ja als Angehöriger einer bestimmten Interessengruppe nur bedingt Angehörigen einer anderen ans Bein pieseln, grade wenn es darum geht, auf ein Produkt von ersterer hinzuweisen. Ich sollte also als IT-Mensch unser Intranet bewerben. Ein IT-Produkt. Okee…
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IntraNet – das unbekannte Wesen
Der gemeine arbeitende Mensch fährt ab und zu in die Ferien. Zu diesem Zweck nimmt er möglicherweise den Zug, um einen Teil seiner Reise zurückzulegen und er kommt an einem Bahnhof vorbei. Aber hat jemand schon einmal genauer einen solchen Bahnhof betrachtet? Den Ort, der meist unbeachtet am Rande einer Reise vor sich hin existiert? Können Sie sich erinnern, wie der Bahnhof bei Ihnen aussieht? Wissen Sie, was Sie dort alles anstellen können?
Ähnlich verhält es sich mit dem IntraNet. „Dem was?“ fragen jetzt vielleicht einige. Oftmals ist das IntraNet der Bahnhof auf dem Weg ins Internet. Sie kommen zwar daran vorbei, wenn es zu einem E-Journal oder zu den Laboranleitungen geht, aber haben Sie sich schon einmal gefragt, was dort alles auf Sie wartet? Zur Erinnerung, das IntraNet ist das orange Ding, das erscheint, wenn Sie den Internet Explorer starten und das gerne weggeklickt wird.
Am Bahnhof erhält man heutzutage ja nicht nur Billette, sondern auch Uhren, Zeitungen, Karten fürs Open-Air, Ferien, Snickers, Lottozettel, ab und zu eine Anfrage „Häsch mer no en Schtutz?“ und bald vielleicht auch Hochzeitskleider und Kühlschränke. Im IntraNet können Sie nichts kaufen. Bis jetzt. Wer weiss, vielleicht steht da auch bald ein Shop. Oder ein Anschlagbrett, wo Sie Ihr Hochzeitskleid, das Sie am Bahnhof gekauft haben wieder loswerden können.
Aber vielleicht gehen Sie ja einfach auf Entdeckungsreise und stellen mit Erstaunen fest, dass dieses eine Formular, das Sie schon seit Wochen in Ihrem Schrank gesucht haben nach nur zehn Sekunden in Ihrem Drucker liegt. Das würde entweder bedeuten, dass das IntraNet eine richtig coole Sache ist oder dass Sie unbedingt Ihren Schrank wieder einmal aufräumen sollten. Oder beides.
Wussten Sie, dass es am Bahnh… im IntraNet ein topaktuelles Telefonbuch hat? Die Preisliste für den Partyservice? Links zu wichtigen Nachschlagewerken? Den Wetterbericht? Okay, den kennen Sie. Aber den Rest?
In Ihrem Leben zählen die inneren Werte? Genau so ist es.
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Doch, doch, das ist von mir. Irgendwelche Anmerkungen?
"Doch, doch, das ist von mir."
Wohl eine Anspielung auf den unsympathischen Strolch [der offensichtlich eine Lesebrille braucht, da er den Copyright-Hinweis rechter Hand unbeachtet liess], der fälschlicherweise annahm, dieser Beitrag sei nicht von dir verfasst worden…
>> Irgendwelche Anmerkungen? << Liest sich wie ein Bericht über unser Intranet. Und was die Leute hier davon alles nicht wissen. Scheint wohl das Los eines jeden Intranet zu sein, so unbeachtet, verkannt und vereinsamt am Rande der Reise zu liegen *schnief*
hallo süßer,
erst einmal viele liebe grüße hier aus stuggitown zu dir ins bergländle :o)
sag mal, kann ich diesen text unseren jungs fürs intranet vorschlagen?
eventuell etwas abwandeln?
ich weiß – geistige abschöpfung ohne lohn :o)
aber der text ist einfach so klasse, dass er es wirklich wert wäre, ins intranet von daimlerchrysler zu kommen
grüßle
damaris