Auf die Spitze getrieben

Begibt man sich auf die Suche nach altertümlichen Bauwerken, dann findet man (oh, wie überraschend) auch schon mal neutümliche Frauwerke. Wenigstens, und das muss man der Göögl-Bildersuche zugute halten, stimmt die Tittensammlung mit dem Suchbegriff einigermassen überein. Der Grundauftrag „Pyramide“ wurde erfüllt. Ich fragte mich dann in der Folge, was die Bilder sonst noch gemeinsam haben könnten. Ob sich da drin tatsächlich etwas versteckt oder ist alles nur viel Verpackung und der Inhalt ein Rätsel? Wie schwierig war es, da rein zu kommen und würde man danach tatsächlich an einem mysteriösen Fluch sterben? Ach Quatsch, ich will den alten Ägyptern jetzt auch kein Unrecht tun. Da kam man nur schlecht raus. Nach Ansicht von Indiana Jones und vergleichbaren Abenteuerfilmen rätsel ich ja schon gerne, ob es denn diese ganzen Fallen wirklich gab. So ein wenig spekulieren macht doch auch Spass. Es muss sich auch nicht immer alles beweisen lassen. Was sich allerdings beweisen lässt sind die Fallen, die einem das Leben stellt. So man sie denn als solche erkennt.

Samstags beim Einkaufen im Einkaufszentrum, dezidiert in der Abteilung für Futter- und Lebensmittel. Rechts von mir, knapp drei Meter entfernt, ein Schrank von Mann, fast mehr breit als hoch und sicherlich mit mehr Muskeln als Fett ausgestattet. Über die Muskelmassen und direkt unterhalb des luftleeren Raumes spannte sich eine schwarze Jacke mit dem Aufdruck eines mehr oder minder vertrauenerweckenden Sicherheitsdienstes. Auf der Nase eine gelbverglaste Sonnenbrille, welche ihr eigenes tat zur Erweiterung des coolen Eindruckes. Er schien seine ganze Konzentration, die er aus seiner Denkerbse pressen konnte, darauf zu verwenden, den Einkaufwagen festzuhalten. Mein Blick schwenkte durch die Gegend und dann fiel mir zur Linken, ungefähr fünf Meter entfernt, das Paradeexemplar einer aufgebrezelten Dauerwelle vor die Pupillen und beleidigte diese durch blosse Anwesenheit. Der knielange Wildledermantel mit Flauschepelzbesatz schmiegte sich an einen bulimiegestärkten und in cooles Schwarz gepackten Fischgrätenkörper. Klapperstiefelchen (oder sie ging barfuss) rundeten, beziehungsweise kanteten das Bild als Gesamtes ab.

Dann geschah, was ich nicht für möglich gehalten hätte. Ein Ausbruch ihrerseits vermittelte unglaublich deutlich, dass die peinlichsten Gestalten, die sich derzeit in diesem Laden aufhielten, zusammen gehörten. Quer zwischen Fleischkühlung und Käsetheke brüllte sie mit einem quietschenden Sprachorgan (man kombiniere Fran Fein, die Feldbusch und eine rostige Kreissäge) und in einer Lautstärke, dass mir die Ohren bluteten zu ihrem Begatter hinüber:
„BÄÄÄÄÄÄÄÄÄBYYYYY! BÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄBYYYYYYYYYYYYYYYYY! ICH GEH NOCH ‚NE MILCH HOLEN!“ Jedes anerkannte Gericht hätte mir hier Straffreiheit gewährt, wenn ich sie mit einem gefrorenen Poulet besinnungslos geworfen hätte. Der Einsatz von Tiefkühlpizza als Frisbee des rächenden Todes ist gemäss Genfer Konvention nicht verboten! Was macht er? Er dreht sich links und rechts, versucht den Standort seiner Knochenmatratze aus den noch nicht halb besinnungslosen Durchschnittseinkäufern zu filtern und nickt dann vorsichtshalber in Richtung Oliven. Was soll’s! Ist der gleiche IQ! Und da sagt man noch, Einkaufen sei langweilig. Aber ich hätte die so gerne mit einer Gurke geschlagen. So gerne. Aber vielleicht sind die nächstes Wochenende auch wieder da. Dann lauer ich ihnen hinterm Brotregal auf, streue getrocknete Erbsen, damit sie nicht flüchten können und verprügel sie dann mit Stangensellerie. Oder schube sie in eine Dosenpyramide. Womit der Kreis wieder geschlossen wäre.

Aktuell im Ohr: Men At Work – Overkill

3 Comments on “Auf die Spitze getrieben