Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch
Die ollen Krümel von früher
Oder: Das fehlgeleitete Optimieren von Mensch und Maschine. Eigentlich ist Tuning ja die nachträgliche Leistungsverbesserung eines Fahrzeuges. Sagt zumindest Herr Duden, Band 5. Üblicherweise gelten allerdings mehrheitlich die Wagen als getunt, deren optischer Kotzfaktor gesteigert wurde. Das reicht von Chiemsee-Aufklebern in Fallschirmgrösse über Peniswunschgrössenauspuffrohre bis zu Spoilern, die einen Düsenjet am Abheben hindern würden. Die meisten dieser Windleitbleche sehen in der Regel wie Handgriffe zum Wegwerfen des daran befindlichen Automobils aus und haben indirekt einen Nutzen von plusminus Null, weil die Wirkung erst bei einer Geschwindigkeit eintritt, die entweder auf unseren Strassen nicht realisierbar oder von betreffendem Fahrzeug gar nicht zu erreichen ist. Das Ausrüsten von italienischen Kleinfahrzeugen mit Schürzen und Verbreiterungen lässt vielleicht den haargeschleimten Besitzer vor Stolz fast platzen, aber ausser einer IQ-neutralisierten Beifahrerin teilt wohl nicht ernsthaft jemand seine Begeisterung. Warum auch dieses Rumgeschraubse, ein paar Farbtupfer können viel mehr aus einem Auto machen. Gut, die Achtziger-Jahre-Airbrush-Bildchen mit nackten Frauen auf Delphinen, die vor einem Sonnenuntergang übers Bild hüpfen sind out (obwohl man das gerne auf von Countrymusik grölenden Fahrern gelenkten Trucks noch bewundern kann), aber es gibt doch auch noch andere interessante Gestaltungsmöglichkeiten, die sogar aus ganz kleinen Autos ganz grosse Wirkung rauskitzeln. Zeigt auch sofort, dass an der Sicherheit nicht gespart wurde und Airbags mit eingebaut sind.

Jeans werden seit neuestem auch getunt. Früher: Hosenbund rundrum auf gleicher Höhe. Heute: Hosenbund je nach Zielgruppe tiefergelegt. Bei verschiedenen Trägern ist das nicht echt nötig, weil der Arsch schon tiefergelegt wurde. Wenn jemand zum Beispiel ein Steiss-Tattoo trägt (das sind die Verzierungen knapp oberhalb der Arschspalte, die bei Mädels nett aussehen mag, aber nicht beim Calgon vertretenden Waschmamschinenreparierer), dann kann man die rückseitig, mittig heruntergesetzten Jeans verwenden. Für Girlies, die dauernd gesagt bekommen, dass sie ihre Nieren nicht so freizügig zeigen sollten, weil sie später mal ganz arge Probleme bekommen würden (obwohl ihnen das zu der Zeit scheissegal ist, Hauptsache es sieht geil aus), gibt es die hinten HOCHgezogenen. So zeigen sie ihren Eltern „Guck mal, Nieren bedeckt“ und die nun glücklichen Erziehungsbrechtigten lassen ihren femininen Nachwuchs ins Nachtleben ziehen, ohne mitbekommen zu haben, dass die Hosen zwar hinten hoch sind, aber als Ausgleich auf der Vorderseite so tief hängen, dass es bestimmt keine Diskussionen mehr gibt, in welcher Farbe entweder Unterwäsche oder Schambehaarung ist. Was noch fehlt sind die Vorne-und-hinten-hoch-aber-auf-der-Seite-tief-Jeans. Dann ist es endlich einfacher für die ganz hippen Chicks, ihre Billigstrings auf der Seite rausblinken zu lassen. Was wiederum aussieht wie Griffe zum hochheben und mitnehmen. Oder Wegwerfen. Womit wir wieder bei den Spoilern sind. Nur weil es getunt ist muss es nicht gut aussehen. Oder bessere Leistung bringen. Was wiederum auszutesten wäre.
tja!
wer schön sein will muß leiden!
wobei schön immer im Auge des Betrachters liegt :))
8o)…meine Fresse alter Schwede, die Schüssel da oben ist wohl mit Abstand die schärfste Karre seit langem. Manche Leute verstehen es halt doch noch, wie man aus kleinen Dingen was ganz grosses machen kann. Respekt für den Besitzer dieses "Prachtstücks".