Chauvitage bei McKrümel

Was will ich mit meiner beruflichen Zukunft anstellen? Hab ich mich heute mal so beiläufig gefragt, als ich in der Notaufnahme lag. Ausnahmsweise mal nicht auf einem Bett sondern unter einem Drucker. Sofern man ein Ding mit Holzgehäuse „Drucker“ nennen kann. Was will ich machen? Ewig den Schraubenzieher halten? Nein, das tu ich nur einmal pro Woche so richtig, wenn Helpdesk-Tag ist und sich alle gegen mich verschworen haben (mal unabhängig davon, dass meine Kollegen immer den Schlitzschraubenzieher verschlampen, wenn ich ihn brauche). Will ich aufsteigen, wie blöde Karriere machen und Chef werden? Nein, das ganz bestimmt nicht. Ich finde Verantwortung schon spannend, aber das reicht mir in meinem Bereich schon, da tanzt der Bär auch ganz schön. Aber Chef? Nö. Obwohl ich mich dann aus der Möglichkeit katapultiere, Zielobjekt beim Hochschlafen zu sein. Aber damit kann ich leben. Wir sind sowieso eine zu kleine Abteilung um das Durchzuziehen. Ich bin auch eher ein Teamplayer, behaupte ich jetzt mal. Obwohl das meine Kollegen möglicherweise anders sehen. So teamclown oder so. Obwohl ich immer bereitwillig antworte, wenn mich jemand was fragt. „Kann ich dich was fragen?“ – „HÄÄH?!“. Tschäikb wollte gestern wissen, nachdem er eine Liste mit Namen abarbeiten musste, ob eine bestimmte Person männlich oder weiblich sei. Ich gab dann die korrekte Antwort „weiblich“. Ein weiterer – namentlich nicht weiter zu erwähnender – Kollege fügte dann an, das sei die Blonde mit dem breiten Hintern. Worauf meine vorlaute Klappe zu sagen wusste, dass diese Beschreibung auf vierzig Prozent der weiblichen Belegschaft zutreffe. Beziehungsweise, man könne das blond weglassen, dann würde es auf 98 Prozent zutreffen. Strafende Blicke trafen mich von zwei Seiten mussten sie ja, sind beide verheiratet…). Ich kann zu meiner Verteidigung sagen, dass ich in den letzten Tagen mit einem Schlafmaximum von etwa vier Stunden pro Nacht auskommen musste und drum mein Gehirn etwas hinterher hinkt, wenn es drum geht, meiner Zunge Einhalt zu gebieten. Oder das ist alles ein billiger Rechtfertigungsversuch, den mir keiner abnimmt. Wenn ich ab Morgen im Haus geschnitten werde von allen Seiten, dann weiss ich wenigstens, wer alles mitliest.

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2 Comments on “Chauvitage bei McKrümel

  1. Ich schätze ich hab grad deine Winterswapcd klargemacht. Ich hoffe ich bin hier richtig, bei den adressen steht ja leider nicht das entsprechende log :)