Schafe im Wolfspelz. Oder umgekehrt.

Vor langer Zeit habe ich mal den Satz ausgesprochen: „Wer nicht in meinem Tage-Buch auftaucht ist irgendwie langweilig, der gibt mir keine Angriffspunkte“. Leser der Classix mögen sich vielleicht dran erinnern. Wenn ich damals gewusst hätte, was für Auswirkungen das für meine Umgebung hat! Kaum erwähne ich mal jemanden wirklich nicht oder lange nicht mehr, geht gleich das Gejammere los, sie seien wohl nicht spannend genug oder eben halt wirklich langweilig. Auch wenn es keiner so recht zugeben will, sie fühlen sich halt doch irgendwie gut, wenn ich sie zerpflücke, dann haben sie ihren kleinen Auftritt im Rampenlicht der Anfängersatire (ausser root, die versucht sich möglichst zurückzuhalten, reitet sich dabei aber unerbittlich tiefer rein). Heute ist mir aufgefallen, dass Smokey wirklich ausser namentlicher Erwähnung so gut wie nie vorgekommen ist. Das mag daran liegen, dass er sich sofort nach Eintreffen im Büro ins zweite Untergeschoss verzieht, sich in unserem Lager verbarrikadiert, den Raum einnebelt und griechische „Musik“ hört, die alle gelegentlich Umstehenden (auch unter Aufbringung von gutem Willen) mit verzogenem Gesicht eher dem Bereich der akustischen Vergewaltigung zurechnen würden. Dass man von portugiesischem Fado depressiv wird, das ist mir bekannt. Von Canzoni wird man eingeschmalzt (und von Calzone fett), aber dass man von ebenfalls südländischer Musik an den Rand des Suizids gewinkt wird, DAS konnte ich mir bis anhin nicht mal ansatzweise vorstellen. Jetzt schon. Ich hab ihn ja schon mehrfach darauf hingewiesen, dass es so Institutionen gibt, wo man hingehen kann, um sich Musik hörbarer Natur zuzulegen. Nun hat unser lieber Kollege aber eine Allergie. Gegen „einkaufen“. Könnte MIR ja niemals passieren, drum versucht er mich auch immer anzustellen, ihm aus dem MediaMarkt was mitzubringen, wenn ich mal wieder da bin. Ich hingegen versuche ihn dahin gehend zu dressieren, dass er ohne Beissen und Kratzen von alleine in ein Geschäft reingeht. Und sich dort auch was kauft. Sonst seh ich das so, dass er in kurzer Zeit verhungern wird. Hm. Jetzt weiss ich auch, warum er zu den bizarrsten Zeiten noch im Büro ist und diesen Sound hört. Erstens haben wir eine Kantine, wo man Notfalls Essen bekommt. Wenn nicht, vertreibt das Geplärre ganz sicher jede Art von Hunger. Akustikdiät. Ob sowas schon in der Brigitte stand?

Aktuell im Ohr: Tangled Universe – Message From The Universe

3 Comments on “Schafe im Wolfspelz. Oder umgekehrt.

  1. irgendwie bist du schon auf der richtigen fährte. was meinst du, wie ich meine kilos abgenommen habe ? eiserne disziplin beim sounden bis dir schlecht wird …