Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch
Die ollen Krümel von früher
Als ich klein war, brachte ich mir mal eben das Lesen selber bei, weil ich bei Comics nicht nur die Bildchen anschauen wollte, sondern auch den Inhalt der Sprechblasen kennen wollte. Gestartet habe ich dann mit Fix&Foxi, was dem Alter entsprechend eigentlich gar nicht mal so schlecht war (Ich weiss gar nicht, ob’s den Comic noch gibt, aber es gibt noch eine ziemlich schlechte Zeichentrickserie davon). Als nächstes kamen die Geschichten aus Entenhausen, wo man erst mal lernt, dass man als Erwachsener ohne Kohle im Leben blöd da steht. Interessante Info war auch, dass man bei den Pfadfindern (Fähnchen Fieselschweif) ein Handbuch bekommt, dass in Taschenbuchgrösse den Inhalt einer 85-bändigen Super-Enzyklopädie enthält. Eltern hatte eigentlich keiner, aber wie das genau ablief mit der Fortpflanzung war in dem Alter sowieso noch kein Thema. Aber irgendwann danach erwischte ich eines dieser ganz besonderen Heftchen, eines aus dem Verlag *DC*… ein SUPERHELDEN-Comic. Das war mal beeindruckend (zugegeben, als Erwachsener weiss man, dass es Steroide und plastische Chirurgie gibt und jeder zumindest so AUSSEHEN kann). Aber da waren coole Typen in bunten Kostümen (gibt’s heute umsonst an Technoparaden oder am Christopher Street Day, nur sind dort die Typen eher warm) und schöne Frauen in knallengen Dresses, was heutzutage durch Massenberieselung auch irgendwie seinen Reiz verloren hat (obwohl die aktuelle Passionata-Werbung ja schon ziemlich *zisch* ist). Nun denn, irgendwie waren die Geschichten auch interessant und da ging’s noch so richtig voll Gut gegen Böse. Was ich ziemlich doof fand, war allerdings die Tatsache, dass die Guten dermassen GUT waren, dass sie die Bösewichter nicht einfach umlegten, sondern sie über einen Zeitraum von 178 (oder mehr) Ausgaben am Leben erhielten. Aber egal, so richtig realistisch konnten die Stories auch nicht sein, denn wenn es realistisch gewesen wäre, dann wären sämtliche Frauen dank Schwerkraft sofort vornüber gekippt und nie mehr aufgestanden. Wahrscheinlich konnten deshalb die meisten Helden fliegen. Wie Superman zum Beispiel, das Weichei, dieser geschniegelte Strumpfhosenträger. SUPERman, aber jede zweite Person hatte grünes Kryptonit in der Hosentasche und konnte ihn windelweich strahlen. Supi hatte auch das wohl doofste Alter Ego, Clark Kent. Allein die Tatsache, dass man ihn mit Brille und altem Hut TOTAL verkleiden konnte und sogar die Frau, die ihn öfters mal ranliess NICHTS merkte, gibt einem zu denken. SO blind kann doch nicht mal eine verliebte Frau sein. Er war auch irgendwie immer zu sauber. Da waren Leute wie Batman, Spiderman oder andere angeknackste Existenzen halt einfach glaubwürdiger (soweit das halt da ging). Auf jeden fall wollt ich immer Superheld werden. Aber in mich schlug weder der Blitz ein, noch schenkte mir ein Ausserirdischer eine grüne Laterne. Ausserdem seh ich in Strumpfhosen auch irgendwie blöd aus. Aber die Mädels die man da kriegen könnte, das wär schon cool. Allerdings muss man die dann auch dauernd vor irgendwelchen machtgeilen Bösewichten beschützen, was bildliteraturgemäss ziemlich anstrengend werden kann. Vielleicht bleib ich doch auf dem Teppich und les halt einfach weiter Comics. DAS habe ich nämlich nie aufgegeben. Gibt halt immer noch tolle Heldinnen. Und heute sind die knallengen Dresses noch etwas gewagter. Wobei… Hmmmm… Das war’s dann aber auch. Denn trotz allem Angehimmle wird da nie gepoppt. In keiner der letzten 178 Folgen zumindest. Mist!