Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch
Die ollen Krümel von früher
Im Leben wie im Internet ist es das Gleiche. Suchen, suchen, suchen und ab und zu tatsächlich etwas davon finden. Meistens findet sich aber etwas ganz Anderes, als man ursprünglich dachte. Oder man findet überhaupt Dinge, die man gar nicht wollte. Das kann zwar ab und zu auch zu positiven Erlebnissen führen, aber gruseliger sind dann doch diese Fundsachen des Bösen. Suchmaschineneinträge zum Beispiel finden sich in meinen Seitenstatistiken und immer wieder frage ich mich, warum gewisse Suchen durchgeführt werden. Ich habe aufgehört mich zu wundern, warum die bei MIR landen, das ist bei den aus- und abschweifenden Texten hier ja schon beinahe Herausforderung. Aktuelle Beispiele sind zum Beispiel: „Kann eine 80 jährige Frau noch Sex haben“. Kam via Giggle. Natürlich kann sie das, lieber Sucher. Wenn Sie einen findet, der sich da drauf legt. „Ferien auf dem Bauernhof finde ich geil“ stellt für mich generell die Frage, ob betreffender User weiss, wozu man Suchmaschinen eigentlich verwendet. Aber zu diesem Thema kann ich die frühpubertären Filme „Ferien auf Immenhof“ empfehlen, wo die Mädels alle reiten und singen konnten und Namen hatten wie aus Donald Duck Comics. Leider kann ich ansonsten den ganzen Verirrten und Verwirrten nicht weiterhelfen, da müssen sie schon auf einschlägigere Seiten ausweichen. Aber denkt an Brian May (sinngemäss), wenn ihr euch den Kram ununterbrochen reinpfeift: Too much porn will kill you.
Weiter auf der Suche sind auch die Milliarden Singles dieser Welt, die sich gegenseitig suchen, aber trotz des Überangebots nicht finden. Oder sich schlicht und einfach falsch verkaufen. Im World Wide Weiterhelf bietet es sich ja geradezu an, sich in irgendwelchen Single- und Kontaktbörsen einzutragen, sofern man denn auf dem Pfad des Gefundenwerdenwollens wandelt. Mit etwas Hoffnung darauf, dass einerseits nicht jeder der sich dort aufhält ein Perverser und/oder Beamter mit Zimmer bei Mutti ist. Mit etwas mehr Glück verwendet das Gegenüber auch nicht ein Modelbild zum Ködern und entpuppt sich beim Treffen dann als berechtigter Erzgegner von Kapitän Ahab. „WAL BLÄST!“. Hm. Obwohl, da könnt jemand drauf stehen, wer weiss. Nein, ernsthaft, man soll sich ja schon ein wenig gut verkaufen da, aber nicht übertreiben. Drum weiss man dann ja nie wirklich, ist das Bild denn nun echt und man traut sich einfach nicht, weil man denkt, chancenlos zu sein. Oder man fragt sich ob das Bild echt ist und jemand wirklich so bescheuert war, das so zu veröffentlichen. Hier mal zwei Muster aus Webportalen, die sich dem digitalen Kontaktvermitteln verschrieben haben. Die Fotos sind So schon im Web vorhanden, also nicht anschwärzen, dass ich hier jemanden durch den Kakao ziehen würde.

Ich kann mich irren, aber eines der Bilder wirkt einen Hauch unvorteilhaft. Aber wie immer sind natürlich beide Geschmackssache. Nur mal so zum Vergleich. Hat Clearasil eigentlich eine Website?
Ich weiss gar nicht was du hast – die Lady links sieht so schlecht gar nicht aus.
Also links sieht wirklich gut aus, wirkt aber schon ein wenig wie nachgeholfen. Rechts dagegen … nun, im Zweifelsfall, ob’s wirkt, gibt es ja auch digitale Alternativen zu Clerasil = Photoshop.
Andererseits:
Warum sollte sich dir rechte denn mit dem digitalen Clerasil bearbeiten? Hatsie etwa Lust auf ein Date bei dem sie dann doch nicht so recht mit DEM mann ins gespräch kommt weil er durch ihr richtiges erscheinungsbild doch nicht so ist? Würde ihr ja auch nichts bringen…
Jein. Zumindest käme sie erst dank Photoshop überhaupt in den Genuss eines Dates, würden böse Zungen jetzt behaupten.
D.h. sie ist relativ schüchtern und hat kein selbstbewusstsein oder?
Dann sollte sie nämlich meiner Meinung nach erst gar nicht nach einem Date suchen…
Meine Logik sagt mir, dass gerade schüchterne Personen zunächst aus der "sicheren" Distanz – z.B. durch solche Anzeigen – einen ersten Kontakt wagen würden, wenn sich ihnen diese Möglichkeit anböte und ihnen diese Möglichkeit zusagt.
P.S. Schüchternheit ist eine Art Zurückhaltung und bedeutet nicht gleichzeitig, dass man kein Selbstbewusstsein besitzt.
@lydia: Hmm, dein PS, das ist schon richtig, habe ja nicht gesagt dass das eine mit dem anderen zwingend zusammenhängt ;-)
Dennoch: Wenn ich mir doch als Single alleine vorkomme und einen Partner möchte, bearbeite ich doch nicht alle "Schönheitsfehler" meines Körpers… Man muss doch damit zufrieden sein was man hat (auch wenn es halt manchmal ein wenig schwer fällt…)
Naja, für einen positiven ersten Eindruck ist es halt sicher besser, wenn’s nicht die Blitzaufnahme vor der weißen Rauhfasertapete aus 1m Enternung ist. Die bringt nunmal all das Unschöne an uns allen auf eine sehr direkte Art und Weise hervor und ist für den schüchternen Single vielleicht nicht der erfolgversprechendste Weg. Ist zumindest meine Meinung :-)
…ja, es ist wie überall im Leben. Die kleinen Bescheissereien und Lügereien mögen zwar vielleicht kurzfristig Erfolg bringen und damit dem einen oder anderen reizvoll erscheinen, doch am Ende bleibt jeder Mensch genau das was er nun mal ist. Und wer sein ganzes Leben durch Schein und Trug aufgebaut hat, muss sich net wundern, wenn alles irgendwann wie ein Kartenhaus zusammenfällt, und was bleibt dann noch übrig, als leere Fassade ? … richtig, gar nix nämlich…
Klar Patrick, das sehe ich wie du, aber siehe hierzu Dirks Kommentar – es gibt auch andere Ansichten.
Und wie Markus schon sagt, es zählt nur, was Mensch letztendlich wirklich ist und [hoffentlich] bleibt – und dies können ausschliesslich Menschen wissen, die sich Freunde bzw. Vertraute (!) nennen. Derjenige, dem du dein Vertrauen nicht schenkst, wird sowieso nie den Menschen kennenlernen, der du wirklich bist.
Wie auch immer.
Ich glaube Zufriedenheit mit sich selbst strahlt auf alle Fälle nach aussen und baut automatisch Beziehungen zu anderen Menschen auf [egal ob nun Freundschaften oder eine enge Beziehung zu einem Partner]. Wer mit sich nicht zufrieden ist, strahlt es ebenfalls nach aussen aus und ihm steht es dann frei, es anzupacken und das zu verändern, was ihm an sich nicht passt, schliesslich liegt’s in der eigenen Hand [falls keine Krankheiten zugrunde liegen, auf die man keinen Einfluss hat]. Wer’s nicht tut, mag bequem sein.
Ich merke, wir einigen uns immer mehr (auch wenn es anders aussah)…
Das mit der Zufriedenheit nach außen ausstrahlen ist perfekt beschrieben, wie ich finde und sollte jedem frei sein (ok wie sollte man es einer Person auch verbieten? ;-))
Lassen wir das alles also so einmal stehen, grüße: Patrick
Wie auch immer, ich finde Blondie auf jeden Fall sympathischer, weil sie einfach echter wirkt. Und das soll bei mir was heißen, dass ich blond mal in irgendeiner Art und Weise sympathisch finde. ;-)