Schaaaatziiii? Schaaaahaaaaatziiiiiiii?

Jaha? – Weisst du, was heute für ein Tag iiist? – Montag. – Und was nooohoooch? – Ja, was noch?. Der Tag, an dem überarbeitete Blumenboten ausgelaugt in Vorgärten liegen. Der Tag, der die Kolumnen dieser Welt füllt, inklusive meinem schon in mehreren Jahren. Die Frage ist dann bloss: Warum eigentlich? Neid auf Blumenhändler oder ist es schlichtes Unverständnis darüber, warum Verliebte einen Anlass brauchen, eine Markierungsflagge in der See der beziehungtechnischen Unwägbarkeiten? Oder anders gefragt, brauchen MÄNNER das? Siehe früheren Eintrag, schätzungsweise den vor zwei Jahren. Wahrscheinlich, denn Frauen glauben in der Regel (oder ausserhalb, je nach Mondstand), dass Valentinstag dazu da ist, dass Männer Frauen was schenken. Das ist MUTTERTAG. One-Way-Festivität. Valentinstag ginge in beide Richtungen, wenn da nicht die konstante Implizierung von schlechtem Gewissen wäre, die die Männchen gar nicht auf diesen Gedanken kommen lässt.

Also Mädels, ihr dürft ruhig auch losrennen und statt Warteschlangen vor dem Blumenladen Warteschlangen vor Weinhandlungen, Autozubehörshops oder U2-Konzertticket-Schaltern erzeugen. Aber wer steht denn frierend am Morgen in der Kälte? Girlie? No way! Also gebt euch einen Ruck, zeigt eurem Attachement, dass ihr nicht bloss geil auf Blumen seid. Ihr könnt ihm auch einfach zeigen, dass ihr geil seid, das akzeptieren Männchen durchaus als Gegengeschenk. Dieses allerdings nicht am Muttertag. Das war nur bei Ödipus. Zu Muttertag übrigens noch eine Anmerkung: Da bekommt nicht JEDE Frau Geschenke. Nur Mütter. Sonst hiesse es Frauentag. Vatertag gibt es in der Schweiz glücklicherweise nicht und wie in Deutschland den Ollen einfach zum Saufen und Randalieren rauslassen muss auch nicht sein. Dafür gibt’s doch die Fussballstadien.

Vatertag ist aber auch nur für Väter. Obwohl nach Fasching, Fasnacht, Karneval und dem dabei konsumierten Alkohol die Anzahl Papas sprunghaft ansteigt, bloss keiner weiss, dass er es ist. Also saufen sie halt im Andenken, weil man ja sein KÖNNTE. Und irgendwie muss man Jahre später auch die Talkshows füllen mit dem Thema „Du bist der Gorilla, der damals die Kostümträgerinnen Banane und die Big-Brother-Bewohnerinnen-Schlampe geschwängert hat und jetzt möchte ich dich damit überraschen“. Dass es solche Titel mal geben wird ist schon fast ein Versprechen.

Apropos Versprechen: Warum klingt Versprechen und Versprecher so ähnlich? Ich vermute da einen gewissen Zusammenhang. Heute Morgen im Büro hatten wir, beziehungsweise HooBee einen wunderschönen Verplapperer, den ich mir allerdings nicht notiert habe. Also frage ich per SMS am Abend nach, ob er sich denn entsinnen könne. Seine Antwort: „Kann mich im Moment nicht erinnern. Werde mich aber auch nicht freiwillig belasten!“ Hallo? Was habe ich eigentlich für einen Ruf? Da denken alle, ich würde sofort über sie etwas verfassen, was dann alle lesen können. Tu ich doch gar nicht. Schon gar nicht mit Namensnennung. Weiter oben habe ich auch nicht gesagt, dass der arme Kerl am U2-Schalter der Freund der Vibrationskisseninhaberin ist. Versprecher entstehen nun mal. Vorgestern habe ich zum Beispiel gesagt: „Ich kann mit Sex nichts anfangen“.

Das war SO eigentlich nicht gedacht, denn es ging im Gespräch um Puffbrause. Nuttendiesel. Der heisst ja je nach Land, beziehungsweise Anbaugebiet anders, was aber vielen Einwohnern kulinartechnisch barbarischer Länder (wie beispielsweise Deutschland) völlig egal ist. Hauptsache Alkohoool! Wirf mir noch einen Eiswürfel in den Merlot! In dem Zusammenhang wollte ich lediglich sagen: „Ich kann mit Sekt nichts anfangen“. Ehrlich! Mit Sex könnte ich durchaus was anfangen, wenn denn das Gegenüber oder Untendrüber stimmen täte. Je nachdem würde ich mich sogar zum Trinken von Traubenfürzel Edeltrunk hinreissen lassen oder wie der Fusel da auch immer heissen mag. Aber ich bevorzuge Freixenet. Fräschnä.

Mit leicht angekokelter Tfunge läfft fich daf aber nur fwer auffprechen. Ungefickterweife war ich mit meiner Tfunge an einer Ftelle wo fie nicht hätte fein follen. Unachtsamkeit in der Küche hat schon zu manchem Malheur geführt und beim Vorkosten des Gemüsesüppchens sollte man eben aufpassen, woran man leckt. Die Nerven kommen zwar langsam wieder, aber als Frauenablecker-und-Badezusatzerkenner bei „Wetten dass…?“ wäre ich derzeit ungeeignet. Aber eigentlich eine interessante Idee. Das hat meines Wissens auch noch niemand gemacht. Was meines Wissens AUCH keiner macht: Keine Sau hängt den Weihnachtsmännern und Osterhasen bei Lindt von Hand diese blöden Glöckchen um. Niemals! Und diese Pralinen, die zu Aberschoggillionen hergestellt werden, die malt auch kein tuntiger Konditor von Hand die karamelisierten Linien drauf. Aber Lindt (oder alle anderen), wenn ihr den Gegenbeweis antreten wollt, ihr dürft mich gerne zu euch einladen und zeigen, dass ihr das doch tut. Ich lecke dann auch nicht an eurer Empfangsdame. Wahrscheinlich.

Aktuell im Ohr: Depeche Mode – Little 15 (Ulrich Schnauss Remix)

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