Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch
Die ollen Krümel von früher
Schon wieder ein Jahr um? Unsere nationale Postille für Servelat-Prominenz („Ich wär so gern, aber ausserhalb meines Wohnortes kennen mich nur die zwei Leute, die mein Buch gelesen, meine Platte gekauft, von mir gepo…“), die Schweizer Illustrierte (gehört einem der grössten Verlage der Schweiz, hat aber keine Seite im Internet), läutet sie wieder ein: Die nächste Runde der Miss Schweiz Wahlen. Erneut versuchen ein paar an und für sich normale Mädels ihren Sprung ins Rampenlicht, ins Blitzlicht und auf die Schuhwerbeplakate von Vögele. Ich weiss nicht, wie es in den umliegenden Ländern ist mit ihren Missen. Aus Österreich hört man ja nie was. Bekommen die eigentlich genügend Frauen zusammen um ein Finale zu organisieren? Bei meinen letzten Besuchen bei den Nachbarn konnte ich mich zwar optisch von den Auswirkungen von Sachertorten und Palatschinken überzeugen, aber auf das Kredenzen von visuellem Hochgenuss wurde verzichtet (ich war wohl an der falschen Stelle, zur falschen Zeit). In Deutschland bekommt man ja schon ein bisschen mehr mit und ich find es auch schön, dass nicht mehr nur die blondgelockte Standard-Tussi gewinnen kann. Aber danach? Eine deutsche Miss darf bei Glücksrad Buchstaben drehen (beziehungsweise neu ANTIPPEN), sich für den Playboy ausziehen und wenn sie unter Zwanzig ist kommt sie in die Bezahl&Bums-Kollektion vom ollen Eden aus Berlin (erstaunlich, wie genug Geld über mehr als genügend Falten hinwegtäuschen).
In der Schweiz hingegen hat man als Miss Ansehen. Die zuckeln rum, repräsentieren auf Viehmessen, machen Werbung für Schuhe (und allerlei anderen Krims), stellen sich am Auto-Salon vor dicke Karossen und neben dünne Bundesräte, landen bei Miss World oder Universe-Wahlen auf abgeschlagenen Plätzen, verlassen ihre Partner („Wir hatten einfach keine Zeit mehr füreinander, es hat nichts mit der Misswahl zu tun“) und machen dicke Kohle in den paar Monaten. Danach angeln sie sich weitere Werbeverträge, einen Sportler als Mann oder versuchen in der (schweiztypisch) kleinen Medienszene Fuss zu fassen, was qualitativ dann aber immer noch oberhalb dessen liegt, wofür sich die Ex-Container-Einsitzer hergeben. Der Wiedererkennungswert ist hier dann auch entsprechend höher, weil in der Schweiz kennt sowieso jeder den anderen. Ich bin ja gespannt, wer dieses Jahr den Mund aufreissen, die Hände vors Gesicht schlagen und dann stundenlang heulen darf. Nur um drei Stunden später in voller Montur und taufrisch (und geschminkt) aus dem Bett zu hüpfen für die erste Promi-Home-Story in der (Wer weiss es?) Schweizer Illustrierten. Noch werden Wetten angenommen, wer erste wird und nach wievielen Monaten sie wieder solo ist. Die Wahl darf auch per Dartpfeil getroffen werden. Natürlich nur auf die Papierversion. Also bitte.

irgendwo habe ich mal gelesen, dass in keinem land (ausgenommen irgendein südamerikanischer staat) die missen einen so hohen stellenwert haben wie in der schweiz.
Haben die denn alle einen Freund?
also ist schon ein bisschen klein und eigentlich gefällt mir da oben auch keine. Hab schon vor langer Zeit festgestellt, dass ich nicht Miss irgendwo, irgenwann und irgendwie tauglich bin.
Da hab da doch lieber meine privaten Top 5 ;))
fast alle haben einen, ja. die einen haben vorsorglich vor kurzem schluss gemacht :)
top 5? hm… *grübel*… *ideehab*
*tipp abgibt*
Reihe 2 von oben, die zweite Lady (von links nach rechts gerechnet)
sowie evtl. noch
Reihe 4, die Lady rechts
könnten bei Keks noch durchgehen, wie ich mal schätze. ;)