Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch
Die ollen Krümel von früher
Es war einmal Pfingstsonntag, ein teils regnerischer, ein teils sonniger Tag, mit schönen Erlebnissen und viel Zu-Fuss-Gehen. Am Abend sitzt man gemütlich am Gate des Pariser Charles-de-Gaulle-Flughafens und macht sich über eine Schar deutscher Hühner lustig und wartet auf das Boarding. Gelockert und entspannt begibt man sich dann ins Flugzeug, nimmt seinen Sitzplatz ein, streckt die Füsse aus, so gut es geht und studiert die Karte mit den zwar überrissenen, aber im Vergleich zu Paris immer noch moderaten Preisen. Dann macht der schwule Flight Attendant seine Willkommensdurchsage, dass er, eine andere mit unverständlichem Namen und eine Frau Düsentrieb sich um uns kümmern (sprich: uns abzocken, weil Germanwings hat ja aus Spargründen keinen Service) werden. Bis da hin ist es noch ein ruhiger Sonntagabend. Dann sagt er: „Wie begrüssen Sie auch im Namen unseres Captains, Gabriele…“ und ab diesem Moment knallen die Sicherungen raus, ich springe hoch und schreie „NEIN! Keine Frau ans Steuer!“. Natürlich nur auf der Innenseite meines Kopfes, sonst lässt mich meine Freundin vielleicht vom Flughafen aus zu Fuss nach Hause latschen. Ich stell mir das dann so vor, wie der Navigationscomputer schnarrt „Nach rechts“ und sie korrigiert und der Bordcomputer sagt „Das andere rechts“. Ich hab dann vorsichtshalber den Gurt enger gezurrt, mir die Kotztüte näher geholt und überlegt, welche Gebete mir noch spontan einfallen. Ich war dann doch irgendwie enttäuscht, dass wir beim Zurücksetzen weder einen der Winkstoffel überfahren noch ein anderes Flugzeug gerammt haben. Beim Fahrne zur Startbahn waren wir glücklicherweise diejenigen, die von rechts kamen an der Kreuzung. Dann ging’s los und im Gegensatz zum wohl besoffenen männlichen Piloten des Hinfluges (da sind wir hin- und her geeiert) war der Start butterweich. Vielleicht lernt man ja als Pilotin, wie man mit Knüppeln am Steuer umzugehen hat und die möglichst sensibel anfasst. Der Flug verlief auch gut (obwohl das Flugzeug auf dem Info-Display erst in eine ganz andere Richtung flog „rechts, sagte ich!“) und dann kam die Landung. Vorsichtshalber raffte ich mehrere Schwimmwesten zu mir, schliesslich liegt Köln am Rhein und man weiss ja nie. Dann kamen wir runter, setzten recht sanft auf und nur einer der mitfliegenden Dödel klatschte. Vermutlich der Österreicher, dessen doofe Tochter am Gate jeden Flugzeugstart kommentierte („Guck mal Mama, da startet schon wieder einer! Und da noch einer! Und daaa!“). Nun ja, also waren wir gelandet und ich wartete immer noch drauf, dass sie beim Einparken den Tower trifft oder an einem Laternenmast die Tragfläche abrasiert. War aber auch nichts. Frauen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Können plötzlich Flugzeuge fliegen. Aber ich wette, die Rücklichter ihres Autos sind eingebeult.
…ohje, ich sehe heftig Prügel auf dich zukommen, falls Lydia diesen Eintrag hier zu Gesicht bekommen sollte… :)
Mach ihm keine Hoffnungen.
;p
Du weisst doch, runter kommen sie alle. Immer. Irgendwie. ;-)
Und Hauptsache, Paris war überraschend (und) schön.
…aha, ich sehe schon, hier legt es jemand absichtlich drauf an, bekanntschaft mit der 9-schwänzigen zu machen *g*…böser, böser Junge…