Nachts sind alle Katzen mit der gleichen Füllfarbe versehen #666666

Lustig, dass ich Blahblahs bekomme, in denen gesagt wird, das alte Design wäre besser gewesen. Das Design ist genau gleich schlecht wie vorher, aber die Farbe ist anders. Einer der verlorenen Kommentare besagte „wenn ich was Graues sehen will, dann schaue ich nach draussen“. Finde ich gut, denn nur so kann man sich auch die Feinheiten zwischen dem Grau ansehen und bewusst machen. Grau ist nicht gleich grau. Und oft verstecken sich in Farben, die man als öde und langweilig betrachtet, kleine Schmuckstücke. Man muss nur die Augen öffnen und sie sehen (wollen). Das ist vielleicht mit ein Grund, warum ich neben dem Grau auch ein Sonnengelb verwende. Als Tupfer, der auffordert, oder darauf hinweist, dass man nicht nur an der Oberfläche schauen sollte, sondern den Blick etwas tiefer richten, um Verstecktes zu entdecken. Die grauen Wände von Häusern bieten viele kleine bunte Fenster, in denen sich kleine und grosse Geschichten abspielen. Im Grau der Anzüge einer Kantine stecken Menschen und eine kleine Minute der Beobachtung erschliesst und möglicherweise eine ganz neue Welt. Wenn man will. Der Graupapagei heisst, wie er aussieht. Grau. Ein wenig Weiss und Schwarz. Und dazu auf der Unterseite seines Schwanzgefieders knalliges Rot. Das entdeckt man aber nur, wenn man genauer hinsieht. Nebenbei erwähnt gibt es auch bei den Menschen ziemlich farblose Typen, die denken, wenn sie das Hauptaugenmerk auf ihren Schwanz richten kommen sie besser rüber. Klappt nicht. Farblos ist nicht grau. Geht nach draussen und nehmt einen Stein vom Boden auf und betrachtet ihn genauer. Einfach nur grau? Oder sind verschiedene Musterungen und Strukturen zu erkennen? Glitzert gar eine Spur Kristall oder Erz heraus? Haltet den Stein weiter weg und er erscheint wieder eintöniger. Aber trotzdem wisst ihr nun, dass sich darunter noch Details verbergen und ihr kennt sie jetzt. Wir sassen vor ein paar Jahren bei schlechtem Wetter an einem Strand fest, ein dunkelgrauer Himmel über uns und ein dunkelgrauer nasser Strand unter uns. Bei genauerem Hinsehen erkannten wir kleine Krabben, die durch den Schlick wuselten. Blau, Gelb, Rot, Lila, Grün. Schönheit findet sich im Kleinen, wie im Grossen, man muss sich nur öffnen dafür. Erfahrungen passieren jede Sekunde, überall, jedem und jeder. Aber man muss lernen, sie wirken zu lassen und sie auch geniessen zu können. Denn man weiss ja nie. Vielleicht stürzt morgen ein Meteor auf die Erde und Bruce Willis hat keine Zeit, eine Atombombe auszuliefern (Home Delivery?). Dann macht es einen abschliessenden Big Bang und das letzte, was man getan hat: Man hat sich aufgeregt oder hat gelangweilt an eine Wand gestarrt. Auszeit nehmen und geniessen, auch wenn es nur ein paar Sekunden sind, die uns am Ende zum Lächeln bewegen. Und jetzt kipp ich eine eiskalte Coke, da steht nämlich ENJOY drauf. Ich bin ja ein folgsamer Mensch. Meistens.

Aktuell im Ohr: Darude – Sandstorm

8 Comments on “Nachts sind alle Katzen mit der gleichen Füllfarbe versehen #666666

  1. Ich kann nicht sagen, dass mir das neue Farbbild nicht gefällt. Aber ganz sicher ist es gewöhnungsbedürftig. Für mich sind Farben sowieso etwas sehr persönliches und manchmal sogar noch situationsabhängig.
    Ich hab schon gelesen, dass weiss und schwarz keine Farben sind. Wie steht es denn da mit Grau? Ist das nun ein Gemisch von Nichtfarben oder eben eine Farbe entstanden aus zwei Nichtfarben??

  2. das ist theorie. da weiss alles reflektiert und schwarz alles absorbiert kann man sich wissenschaftlich rausreden, dass da nichts oder alles ist, aber keine farbe. grau hingegen ist eine mischform wie alles andere auch, ist also sehr wohl farbe. für mich sind auch schwarz und weiss durchaus farben. man kan schliesslich alles zerpflücken, dass es passt wie es soll, aber ob’s was bringt? wie gesagt, farbtheorie. ist ähnlich wie "boah, mein monitor stellt alles in 16,7 millionen farben dar!" na und? der mensch kann einne bruchteil davon überhaupt unterscheiden, also was bringt’s? :)

    ach ja, noch ein beispiel: ein diamant. sieht auf den ersten blick aus wie ein stück glas. aber dann etwas schleifen und das licht drauf und siehe da, was man aus einem stückchen "kohle" nicht alles rausholen kann…

  3. …alter Schwede, eyh. Daniels Fähigkeit die Dinge des Lebens aus höchst philosophischer Perspektive zu betrachten, ist derzeit wieder sehr ausgeprägt und fulminant impulsiv vorhanden :)…

  4. hier gibz aber nix ausser einheizgrau & leuchtegelb, das in den augen wehtut, wenn man das tun will, wozu man hier ist… da kann man noch so genau gucken – keine strukturen, kein glitzern, kein rot leuchtender schwanz.. niente.. nada.. nietschewo.. nur der text – deswegen ist man ja da, um ihn zu lesen & sich den philosophischen fragen des lebens zu stellen – wieso der fahrstuhl aufzug heisst.. oder lift.. aber das ginge ja auch mit schwarz auf prinzenrollenbraun.. & tat auch nicht so weh.. in den augen.. wie das leuchtegelb.. auf dem unigrau.. ohne strukturen.. genauer gucke ich nicht.. weil mir sonst noch die hässlichen ränder an den alten grauen keksen auffallen würden.. oder ich vielleicht doch noch über einen roten schwanz stolpere… & ich will doch nur lesen.. & lachen..