Der Apfel fällt nicht weit vom Pferd

Apropos Pferd: Vor ein paar hundert Jahren trieb ein wildes Reitervolk sein Unwesen über den ganzen eurasischen Kontinent: Die Mongolen. Die waren sehr sehr lange unterwegs, metzelten alles nieder, was ihnen in den Weg kam, eroberten so ziemlich alles und jeden und erfanden dabei noch eine Variante, Fleisch weichzuklopfen. Sie ritten es weich. Das hat jetzt nichts mit Sex zu tun, ihr Nasen, nein, sie legten ihre Steaks zwischen Pferd und Sattel, überfielen ein, zwei Länder und am Abend hatten sie wunderbar zartes Fleisch. Ob daher wohl der Ausdruck „kein Sitzfleisch haben“ kommt? Weil, wenn die das nicht hatten, dann war das ja härter und auch unbequemer, also konnten sie nicht so lange wie sie wollten. Also war Fleisch früher schon gutes Polstermaterial. Heute beim Metzger: „Ich hätte gerne zwei dicke Stücke vom Rind“ – „Ist es für Steaks?“ – „Nein, für meinen Hintern“. Die trieben aber nicht nur ihre Pferde übers Land sondern es auch sonst recht wild. Vor allem der Anführer, der alles ins Rollen brachte: Dschingis Khan. Der Mann, den heute Jugendliche nicht mehr kennen, weil sie in der Schule lieber SMS schreiben. D.K. brachte es fertig, eines der grössten Reiche aufzubauen, und gleichzeitig wild durch die Gegend zu rudeln, was kürzlich in einem Zeitungsartikel niederschlag fand. Dort wurde errechnet, dass – mathematisch gesehen – heute jeder fünfte Asiate ein Nachfahre von Dschingis sein müsste. Das Khan man sich kaum vorstellen. Wenn DAS mal ein Familientreffen geben sollte, wo bringt man die alle unter?
Apropos unter: Untergegangen sind die Mongolen trotzdem. Also das Reich. Denn das Volk gibt es heute ja noch (nur etwas kleiner). Untergegangen sind generell eine Menge Hochkulturen. Ägypter, Griechen, Römer, Atlanten (ich weiss, da streiten sich die Geister), Maya, Inka und so weiter. Da war einmal SO viel Wissen und Intelligenz, soviel Kraft und Ehrgeiz. Eigentlich hätte sich das doch alles im Genpool niederschlagen müssen. Bloss habe ich zeitweise das Gefühl, dass sich der Mensch umgekehrt evolutioniert. So viele Memmen und Dummies. „Survival of the fittest“ war mal. Das kann man jetzt positiv oder negativ betrachten. Wenn ich mich aber derzeit ein bisschen dem Beobachten von Menschen und Ereignissen hingebe, dann scheint es eher „survival of the dumbest“ zu sein. Speziell auf der Autobahn. Oder überhaupt auf der Strasse, wo ich auf dem Fussgängerstreifen fast umgefahren werde und sich beim Blick ins Wageninnere die Aussicht auf einen Zeitungsleser erschliesst. Muss nicht sein, oder? Ausnahmsweise war es kein Golffahrer, da wäre ich nicht überrascht gewesen, denn neunzig Prozent der „Schiesst-den-keks-auf-der-Strasse-ab“-Versuche waren Golfs.
Ob Dschingis wohl auch Golf gespielt hat? Mit den Köpfen seiner Gegner? Ach nein, das waren ja Reiter, die hätten dann eher Polo gespielt. Was auch wieder ein Auto von VW ist. Die sind ja richtig brutal mit ihren Autos. Womit Mongolen wohl gefahren wären auf ihren Eroberungszügen? Und: Hätten sie Sitzbezüge aus Fleisch gehabt?

Aktuell im Kopf: Titelmusik von ALIAS

11 Comments on “Der Apfel fällt nicht weit vom Pferd

  1. Was würd ich nur ohne deine genialen Geschichten machen , ich glaub mein Büroleben wäre echt frustrierend ;))))

  2. …es gibt noch andere Dinge, die einem das Büroleben durcheinander bringen können. z.B. wenn man im Büro einer neuen Mitarbeiterin gegenübersitzt, einen der Blitz trifft und man anstatt dem Büro und der darin enthaltenen Arbeit nur noch sein Gegenüber im Kopf hat…ich brauch jetzt einen Tee….sofort….

  3. … es gibt noch mehr Dinge, die einem das Büroleben durcheinander bringen können. Zum Beispiel SMSe von Keks.
    P.S. Markus, TEE?? Ich dacht immer, etwas Kaltes wäre wirkungsvoller?

  4. …ja, ich meinte TEE. Richtig echten heissen guten Tee. So feinen Schwarztee mit leckerem Sahne-Karamell-Haumichtod-Vanille Geschmack. Und der ist Gut. Den geniess ich dann und der wird vernascht. Obwohl den Tee würd ich doch hundertmal stehen lassen und ganz wen anderes hier vernaschen…also…ich mein…irgendwie…eiei