Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch
Die ollen Krümel von früher
Du bist so niedlich. Du auch. Du aber noch mehr. Nein, du! Nein, DU! Ach, du bist so toll. Nein, DU bist toll! Du bist aber toller als ich! Hach, bist du schnucklig. Hach, seid ihr nervig! Verliebte Pärchen sind eine Plage. Da will man einen kleinen Ausflug machen und wo man hinsieht turtelnde Paarungen, die den Zuckerquotienten in ihrer Umgebung in ungesunde Sphären hochtreiben. Die sitzen dann im Restaurant oder Café auch nicht kommunikativ gegenüber, sondern sitzen zusammen auf der Eckbank und parken ihre Hände an Orten, die in der Schicklichkeitsskala sehr tief unten angesiedelt sind. Dann dreht er sich rüber und kitzelt ihr mit der Zungenspitze die Mandeln. Muss ich sowas mit ansehen? NEIN, finde ich. Pärchen in Fussgängerzonen sind auch übel. An einem einzelnen Menschen kann man vorbei gehen, an Zweien, die durch eine Kernverschmelzung offensichtlich an den Händen zusammenevolutioniert sind ist ein Vorbeikommen schon schwieriger. Grade deshalb, weil man sich durch eine unglückliche Fügung des Schicksals genau ZWISCHEN ihnen befindet. Dann strahlen die einen an und warten. Ja was? Soll ich unten durch kriechen? Den resignierten Blick zum Boden deuten Sie offensichtlich so, denn plötzlich reissen sie ihre Arme hoch und lassen einen unten durch gehen. Wie freundlich. Das letzte Mal fand ich sowas im Kindergarten lustig. Und dann strahlen sie weiter. Was muss so eine Zurschaustellung von Glücksgefühlen bloss bei einem Diabetiker auslösen? Noch schlimmer kann es nur dann werden, wenn sie ihre Grunz- und Säusellaute in die Öffentlichkeit tragen, was nur noch getoppt wird von dem weinerlichen Gejaule, das gewisse Leute an den Tag schleifen, die zu dämlich sind, eine ganz normale Frage zu stellen und denken, man erfüllt ihnen einen Wunsch dann eher (willkürlich aus dem Berufsleben gegriffen). Zurück zu diesen Ausflüglern: Versucht doch tatsächlich auch noch eine, was in den Schnee zu schreiben und ihr Anhängsel hält sie von hinten an den Hüften fest, damit sie nicht umfällt. Ja, wie sieht das denn aus!?! Furchtbar. Schrecklich. Also, nein, echt. Wie? Ja, ich weiss, ich bin auch verliebt. Nein, Obige Szenen beziehen sich NICHT auf meine Situation. Was für eine Annahme. Und jetzt soll einer sofort diese schnäbelnden Tauben verscheuchen. Die sollen von der Parkbank weg, ich will mich mit meiner Freundin hinsetzen können. Ganz nah zusammen. Weil es übel kalt ist. Was denn sonst?