Schlag mal mit den Flügeln. Aber nicht mich!

Verdammt zum Rumliegen und gelegentlichem Sitzen, kann man durchaus mal wieder anfangen durch die Gegend zu klicken, was aber irgendwie langweilig ist. So die pioniermässigen Einrichtungen, die man früher im Web noch suchte sind Vergangenheit. Der Mensch stumpft halt ab. Was also tun? Gezieltes Ansurfen von Seiten, zum Beispiel um (weil ja grade nichts anderes zu tun ist) Flugpreise zu checken. Man weiss ja nie, wann Ferien auftauchen, man im Lotto gewinnt oder man halt wo hin muss. Oder will. Einkaufen ist immer wieder mal nett woanders. Weil einkaufen im Web ist zwar praktisch, aber es ist unlive (um wieder einmal dieses echt gute Wort zu verwenden). Man riecht nichts. Sieht nichts. Fühlt nichts. Keiner der einen anrempelt. Genusserlebnisse wie die Lebensmitteletagen im Globus oder Jelmoli in Zürich sind megaklasse. Der Foodbereich bei Harrod’s. So in dieser Art.
Ich war kürzlich Genuss-Shoppen. Zusehen wie der Japapaner frisches Sushi macht, an den Gewürzen riechen, handgemachte Lachsravioli mit nach Hause nehmen, zum Schluss 85%-Kakao-Schoggi kaufen und bemerken, dass die Scheisse schmeckt. Das kann man im Internet nicht. Ob es wohl diesen Stand in London noch gibt wo’s die noch warmen Chocolate Chips Cookies gibt? Wahrscheinlich nicht. Vielleicht gibt es auch die Baguettes mit dem „Ich-Schiess-dir-das-Gehirn-raus“-Senf nicht mehr. Wobei das egal ist, ich hab den auch hier gefunden. Thomy Dijon Senf „Extra Forte“. Wobei ich den Zusatz auf der Tube erst gelesen habe, nachdem sich der Inhalt eines mittleren Stausees aus meinen Augen ergossen und ich fünf Minuten lang wie blöd mit der Faust auf meine Couch eingeschlagen hatte. Musste ich natürlich gleich nachlegen, ich mochte mich ja geirrt haben. War aber ein Irrtum. Dass ich mich geirrt habe, meine ich. Also in Zukunft genauer lesen, welcher Härtegrad angeschrieben ist.
Aber zurück zum Web. Germanwings ist billig, hab ich gehört. Also hüpfe ich auf deren Präsenz im WeltWeitWühltisch und gebe meine Informationen ein. Dann klicke ich auf „Preis berechnen“. Leider funktioniert das nicht. Ich versuche es mit einem anderen Browser und mit einem Reboot. Wiederholt stelle ich fest, dass es nicht funktioniert. Ein JavaScriptchen. Tut nicht. Futsch. Die erwarten doch jetzt nicht ernsthaft, dass ich auch nur den Hauch eines Fusses in eine Flugschüssel von denen setze? Dort kann man nicht einfach das Fenster auf und zu machen und es geht wieder. Ein Absturz hat definitiv krassere Auswirkungen als zu Hause am Schreibtisch. Hm. Möglicherweise ist Einkaufen per Internet doch nicht so schlecht. Es gibt Momente, da ist es gut, wenn die Realität möglichst weit weg ist. Dann tut man sich auch nicht weh. Aber wo bestelle ich jetzt lauwarme Cookies mit kalter Milch?

Aktuell im Ohr: Camouflage – Neighbours