{"id":786,"date":"2006-12-08T13:22:50","date_gmt":"2006-12-08T11:22:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/?p=786"},"modified":"2009-07-08T19:45:54","modified_gmt":"2009-07-08T17:45:54","slug":"and-the-winner-is","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/2006\/12\/08\/and-the-winner-is\/","title":{"rendered":"And the Winner is&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Vor einigen Wochen hatte mich Blaublindchen gefragt, ob ich da an diesem einen Schreibwettbewerb mitmachen w\u00fcrde da. Von einer grossen Buchhandlung in Bern. Auf den ich nat\u00fcrlich extrem aufmerksam gemacht wurde durch seine Pr\u00e4senz in meinen Frontallappenschwingungen. Also auf gut deutsch: Nein. Aber gl\u00fccklicherweise wies sie mich ja darauf hin. Einen Tag vor Abgabeschluss. Aber hey, im Keller haben die einen Leichen, ich hatte noch eine Geschichte, die ich dann auch nochmals durchlas und etwas \u00fcberarbeitete (daf\u00fcr war grad noch Zeit). Eingeschickt und vergessen. Bis zu diesem omin\u00f6sen Briefumschlag, der meinen Laterallappen einen Hinweis gab. Eine Einladung zu einer Preisverleihung, na sowas. Da musste ich mir doch gleich Nessi sichern f\u00fcr diesen Tag und ein klein wenig hyperventilieren. Aber was soll&#8217;s.<\/p>\n<p>An betreffendem Tag versuchte ich mich dann ein bisschen nett zurecht zu machen, schliesslich ist es etwas doof, wenn man eine sch\u00f6ne Frau am Arm&#8230; na gut, in der N\u00e4he des Arms hat und selber aussieht wie ein Sack Kartoffeln. Bei der Fahrt ins B\u00fcro habe ich dann gemerkt, dass die Schuhe zwar cool sind, aber ich damit dauernd am Pedal h\u00e4ngen bleibe, wenn ich bremsen will. Wenn Mann schon Frau abholt, sollte man sich beim Fahren nicht zum Affen machen. Also nochmals nach Hause, andere Schuhe anziehen. Die waren aber nicht mehr schwarz, also passte der Pulli nicht mehr, sonst h\u00e4tte das bl\u00f6d ausgesehen, also noch kurz einen Shopstop und einen farblich einigermassen abgstimmten Pullover holen. So. Aber jetzt.<\/p>\n<p>Zehn Minuten sp\u00e4ter konnte ich ausprobieren, ob dei der Geschwindigkeitsreduktion von 120 auf 0 mein ABS tats\u00e4chlich funktioniert und dabei war ich den R\u00fcckseiterallappen extrem dankbar, mir den Schuhwechsel empfohlen zu haben, sonst k\u00f6nnte ich jetzt n\u00e4mlich nicht tippen, weil um mich herum entweder Gips oder zwei Meter Erde gepackt w\u00e4ren. Das alles hatten wir einem Gummib\u00e4rchenlaster zu verdanken, der danach noch weiter ziemlich gelatineartig \u00fcber die Autobahn waberte. Aber egal.<\/p>\n<p>Unterwegs konnte ich dann doch meine Nerven etwas entladen und kurz darauf Nessi einladen. Irgendwo in der Chemiepampa um Basel. Dann ab nach Bern, wo uns die Stimme des Navigationssystems sofort nach der Autobahnausfahrt in einer Megabaustelle im Stich liess und wir erst eine kurze Ehrenrunde durch ein zuf\u00e4llig dort liegen gebliebenes Parkhaus drehen durften, dessen Ausfahrt uns aber immerhin auf die richtige Strasse brachte. Und zum korrekten Parkhaus. Dort konnten wir feststellen, dass Berner ausw\u00e4rtigen Humor offensichtlich nicht verstanden oder einfach sehr viel sp\u00e4ter. Also z\u00fcgig weg aus dem Bahnhof zu dem das Parkhaus geh\u00f6rt und ab in Richtung Innenstadt. Da reisst mich meine Begleiterin pl\u00f6tzlich an sich und&#8230; Falsch. Wunschdenken. Sie reisst mich zur Seite und rettet mich davor, in Hundekacke zu treten. Meine Heldin. Aber hallo.<\/p>\n<p>Nun waren wir noch etwas zu fr\u00fch und gingen flanieren, weil es ein durchaus milder Winterabend&#8230; Herbstabend (sonst meckern die Kalenderpuristen) war und dank der vorweihnachtlichen Beleuchtung doch eine ganz sch\u00f6ne Stimmung entstand. Trotzdem wollten wir uns kaffeem\u00e4ssig noch etwas betanken und begaben uns (das hat schon fast etwas Rituelles) zu Starbucks, um uns dar\u00fcber zu \u00e4rgern, dass keine Sofen oder Sesselinen mehr frei wraen, weil ich etwelche h\u00e4ssliche Menschen darauf nieder gelassen hatten, die eigentlich nur Holzst\u00fchle verdient h\u00e4tten. Aber nein.<\/p>\n<p>Zwei Sessel, in denen wir uns sofort breit machten und da stand er auch schon vor uns, der Mitarbeiter von Starbucks, erhob seine Stimme und sagte: &#8222;M\u00f6chtet ihr unsere neuen Kreationen probieren, ToffeCoofee irgendwas und oben ist \u00fcbrigens Party und gratis Essen und Getr\u00e4nke&#8220;. In diesem Augenblick schauten wir uns an und&#8230; Wunschdenken&#8230; Also wir schauten uns an und stellten beide fest, dass es jetzt leicht surreal geworden war. Wir nuckelten erst unsere Toffeedingsdabecher leer und dannn fragte Nessi &#8222;Bestellen wir uns jetzt was&#8220;, nur um sofort darauf zu kommen, wie surreal DAS denn war, schliesslich war oben Freigetr\u00e4nk. Schweren Herzens entliessen wir die Sessel in die Freiheit und stapften die Treppe hoch, wo uns beim Eintreten Schnittchen und H\u00e4ppchen angeboten wurden, als ob wir auf Kreuzfahrt w\u00e4ren. Zu allem \u00dcberfluss standen direkt am anderen Ende des Raumes: Zwei Sessel. Aber leer.<\/p>\n<p>Das konnte nicht sein. Wir vermuteten, dass wir in eine Art Feldversuch geraten waren und wir jetzt die Rolle der Ratten \u00fcbernehmen sollten. \u00dcbernommen hatten. Auf einem der Sessel sass ein Mann gehobenen mittleren Alters mit einem ultradicken Ordner, in dem er bl\u00e4tterte und schrieb und bl\u00e4tterte und damit unseren verdacht unterst\u00fctzte. Was w\u00fcrde wohl als N\u00e4chstes geschehen. Ein Starbucky trat auf uns zu und ich kreischte &#8222;Jetzt kommen die Heizdecken!&#8220; aber er wollte uns nur weitere Kaffeem\u00fcsterchen (bestimmt wahrnehmungsst\u00f6rende Drogen drin) anbieten. Nessi vernaschte dann noch&#8230; \u00e4tsch&#8230; einen Muffin. K\u00fcrbis. Wieso \u00e4tsche ich eigentlich? Nun ja, zumindest war das \u00fcberaus spassig dort, weil umsonst und wir doch keine Timesharing Wohnungen auf Teneriffa kaufen mussten. Sch\u00f6n. Aber seltsam.<\/p>\n<p>Auf dem Weg zur Verleihung traten wir dann noch an ein Schaufenster mit einem sehr sch\u00f6nen Kleid darin. Dummerweise trat Nessi dann doch noch in die Hundekacke, vor der ich sie bestimmt gerettet h\u00e4tte, wenn ich nicht nur Augen f\u00fcr&#8230; das Kleid gehabt h\u00e4tte. In Folge mussten dann Bordsteinkante, eine Pf\u00fctze, der Eingangsteppich einer nicht n\u00e4her bezeichneten FastFood-Filiale und einieg derer Servietten hinhalten, um den Scheiss (wortw\u00f6rtlich) zu entfernen. Und ich schw\u00f6re bei allen religi\u00f6sen Obermackern, ich habe noch NIE in meinem Leben jemanden gesehen, der mit einer solchen Grazie und Eleganz den Schuh sauber bekommen hat. Fast wie der Ansatz zu einer Pirouette auf Eis. Man h\u00e4tte es filmen m\u00f6gen. Aber eben.<\/p>\n<p>Schliesslich schafften wir es doch noch bis zur Buchhandlung, in dem zwischen Caf\u00c3\u00a9 und Kochbuchecke dann die Preisverleihung angesetzt war. Die Jury hiess willkommen, erkl\u00e4rte deren Auswahlkriterien, was sie bef\u00e4higte (alles Schreibknechte irgendwelcher Art) die Wertungen vorzunehmen. Es gab drei Hauptpreise, die von einer Schauspielerin gelesen wurden, sieben Anerkennungspreise (plus drei solchige bei den Jugendlichen) und generell einen sch\u00f6nen Abend. Da ich ja auch eingereicht hatte, war nat\u00fcrlich die Spannung gross und tats\u00e4chlich, ich war&#8230; Wunschdenken ahoi&#8230; einer der Anerkennungspreise. Wobei ich sagen muss, gegen die drei zu &#8222;verlieren&#8220; war okay. Die waren echt gut. Und es war nicht so, dass Drei besser waren als ich, sondern ungef\u00e4hr Dreihundertsechzig schlechter. H\u00e4h\u00e4. Fies. Aber wahr.<\/p>\n<p>Trunken vom Erfolg fuhr ich dann doch nachts ohne Licht durch halb Bern, was mich zu dem Punkt zur\u00fcck bringt, sich nicht vor Frau zum Affen zu machen. Nessi hat sogar zugegeben, dass das wohl ziemlich cool war (die Buchsache, nicht das Lichtlose). Da sieht man mal, was man alles erleben k\u00f6nnte, wenn man sich ausserhalb Basel mit einem coolen Typen einl\u00e4sst. Jaja, ich weiss. Der Ausruf &#8222;Gott liebt mich&#8220; hatte dann allerdings nichts mit mir zu tun, sondern dass wir an der einen Autobahnrastst\u00e4tte ein offenes Diner vorfanden, die sogar meine Pommes in separiertem Beh\u00e4lter zubereiteten und wir den Abend bei Junk Food und Cola ausklingen lassen konnten. Nicht ganz so exklusiv wie man vielleicht h\u00e4tte erwarten k\u00f6nnen. Aber stilvoll.<\/p>\n<p>Ahja: Der <a href=\"http:\/\/www.stauffacher.ch\/shop\/stb_ext_kurzgeschichten06\/show\/\" target=\"_blank\">Link<\/a> zu den Siegergeschichten.<\/p>\n<div class=\"music\">Aktuell im Ohr: Paris Hilton &#8211; Nothing In This World<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einigen Wochen hatte mich Blaublindchen gefragt, ob ich da an diesem einen Schreibwettbewerb mitmachen w\u00fcrde da. Von einer grossen Buchhandlung in Bern. Auf den ich nat\u00fcrlich extrem aufmerksam gemacht wurde durch seine Pr\u00e4senz in meinen Frontallappenschwingungen. Also auf gut deutsch: Nein. 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