{"id":769,"date":"2006-06-21T21:59:56","date_gmt":"2006-06-21T19:59:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/?p=769"},"modified":"2009-07-13T22:13:10","modified_gmt":"2009-07-13T20:13:10","slug":"wie-man-auf-hohem-niveau-kunden-verarscht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/2006\/06\/21\/wie-man-auf-hohem-niveau-kunden-verarscht\/","title":{"rendered":"Wie man auf hohem Niveau Kunden verarscht"},"content":{"rendered":"<p>L\u00e4den, in denen ich regelm\u00e4ssig Geld ausgebe, unterliegen verschiedenen Kriterien. In den einen ist es eine riesige Auswahl zu durchzogenen Preisen aber mit Option auf das Finden von weniger bekannten Sachen oder Vergessenem oder generell (Beispiel Mediamarkt). Bei anderen ist es eine kleinere Auswahl zu netten Preisen mit sehr netter Bedienung (nett heisst nicht ein grosser Ausschnitt, bloss um das klarzustellen), wo man sich noch als Kunde wohlf\u00fchlt. Tante Emma in modern. Beispiel, die Ex Libris Filiale meines Vertrauens. Nicht die gr\u00f6sste, aber es ist da halt pers\u00f6nlicher. Und ich mag da auch irgendwie die M\u00e4d&#8230; die Damen, ich bin so altmodisch und find&#8217;s klasse, wenn man mit Namen begr\u00fcsst wird. Basismotive in der Psychologie. Ich w\u00fcrde von mir sogar behaupten, ich bin dort gern gesehener Stammgast. Zumindest bekomme ich einen Zusammenschiss, wenn mich die Filialleiterin im gr\u00f6sseren Laden um die Ecke erwischt. Dabei guck ich da noch nur. Ohne anfassen.<\/p>\n<p>Bekannt bin ich dort haupts\u00e4chlich wegen eines Merkmals: Ich bin Mister Special Edition. Master of Director&#8217;s Cuts. Lord of the Boxed Editions. Plus wahrscheinlich der einzige Mann, der die ganzen Gilmore Girls Staffeln kauft. Aber grunds\u00e4tzlich ist es so, dass WENN etwas, das ich haben will, als Sonderausgabe kommt, ich die haben will. Weil die aber wiederum nicht regul\u00e4r in jeden laden kommen, muss der keks schon auch mal bestellen. K\u00f6nnte ich theoretisch auch von zu Hause per Internet, aber das ist unsozial. Ich bl\u00e4tter auch gerne in B\u00fcchern, bevor ich sie kaufe, da spielt Touch&amp;Feel mit. Die Produkte. Nicht die Verk\u00e4uferinnen. Also bin ich dann, plauder ein bisschen, fall ihnen l\u00e4stig, gebe schon auch mal Kunden Auskunft \u00fcber Ver\u00f6ffentlichungsdaten und hab Spass. Gut, Leiterin von Laden hat mir auch schon vorgeworfen, ich h\u00e4tte sie zu Tode erschrecken wollen mit dem Hinweis, die eine DVD da, die k\u00e4me dann erst n\u00e4chsten Tag raus. Releasedaten sind heilig. Verkauft ein Schuppen die zu fr\u00fch und die Konkurrenz meldet das, dann gibt&#8217;s \u00c4rger und den n\u00e4chsten Blockbuster erst versp\u00e4tet. Hat sie ganz sch\u00f6n ins Rotieren gebracht. Aber es war alles in Ordnung. Ich bekomm&#8217;s bloss immer noch vorgeworfen.<\/p>\n<p>Aber zur\u00fcck zu der Special Edition von &#8222;The Descent&#8220;, den ich haben wollte. Falsch, die ich haben wollte. Ist ein Bezug auf SE und nicht auf den Film. Also zumindest hier kann da weiter oben auf den Karte dem Klugscheissmodus ausgemacht werden. Hrhrhr. Also, der Film war draussen, aber ich wollte nat\u00fcrlich die Version in Metallbox (Steelbook), mit zwei Scheiben (Double Disc), mit allem Blut drin (uncut) und halt eben spezieller (zehn Franken teurer). Also bestellt und extra die Nummer des Ladens im Handy eingespeichert, damit ich weiss wer anruft und in den H\u00f6rer hechelt. So weit hab ich die dressiert, wenn was ankommt, was ich ganz ganz ganz gahanz dringend haben will. Sieht f\u00fcr die Kunden wohl \u00e4hnlich kurios aus, wie wenn einer F\u00fcnfj\u00e4hrigen vorgesungen werden muss, damit die entscheiden kann, ob die aktuelle Single wirklich das ist, was sie haben m\u00f6chte. Ich sag ja, im Mediamarkt macht das kein Schwein.<\/p>\n<p>So zieht also die Zeit ins Land und es wird Sommer (tja, dieses Jahr ging das schnell) und ich war am Samstag dort, erkundigte mich, ob denn da wohl schon, weil es sei ja doch schon einige Tage und die Singles Disc sei doch schon l\u00e4nger und so. Also nachschauen und da steht meine Order immer noch auf dem Bildschirm als &#8222;offen&#8220;. Nun gut. Zum Ausgleich bestelle ich noch einen Stapel CDs. Keine Hardcorespannung also, muss ich wohl &#8222;Love&#8230; Actually&#8220; reinschieben. Frauenfilm. War grad nichts anderes vorr\u00e4tig ausser dem Stapel von gut zwanzig Filmen, die noch auf Durchsicht warten, aber der war ausgeliehen (seit l\u00e4ngerem) und immer vergessen. Also mal eben kurz abhaken. Dummerweise habe ich mich wirklich gut am\u00fcsiert und ich habe verdammt keine Tempos gebraucht. ICH NICHT! Tatsache. War nur ein Kleenex. Jetzt muss ich den Film wohl auch noch in die Sammlung aufnehmen. Was mich zu einem neuen Lieblingswort bringt: Verdammt.<\/p>\n<p>Apropos verdammt: Schon verdammt kurz sp\u00e4ter, also am Mittwoch, also eigentlich ist das doch nicht sooo kurz, aber der \u00dcbergang war grad so ja ich weiss, ich hatte schon bessere. Am Mittwoch komm ich aus der Mittagspause, da surrt mein Handy mit einer unbekannten&#8230; Nein, nat\u00fcrlich surrt das Handy nicht mit der Nummer, sondern mit der Vibrationsfunktion und die Nummer ist auf dem und ja ich weiss, ich k\u00f6nnte zum Punkt kommen. Also geh ich ran und da meldet sich Ex Libris (eine Unbekannte, aber die lernen dort im Shop grad eine neu an) und teilt mir mit, meine Sabber-Edition von Descent sei da zum Abholen. Flugs nach der Arbeit dort hin und mitgeteilt, ich w\u00fcrde gerne meine DVD abholen, ich sei angerufen worden. La Chefin de la Filiale guckt nach und erkl\u00e4rt mir, meine DVD sei nicht da. Und eigentlich h\u00e4tten sie heute auch gar keine Bestellungen ausgepackt. Oder mir angerufen. Oder \u00fcberhaupt jemandem. Schon gar nicht die Neue, die hatte an dem Tag frei. Ob ich mir sicher sei, dass das heute war. Also an dem Tag da. Dort. War ich. Guckte nach, nur seltsame Nummern  da drauf, aber weder deren noch eine andere aus Z\u00fcrich. Und ja ich war mir sicher. Weil am Dienstag w\u00e4re ich in einem anderen B\u00fcro gewesen und gar nicht in der Pause, also h\u00e4tte dieses Situation so gar nicht stattfinden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich war mir auch gar nicht so sicher, ob die aktuelle Situation stattfand. Also erw\u00e4hnte ich, die Anruferin sei auch keine von den mir bekannten Damen gewesen (obwohl, Dame klingt jetzt so spiessig und alt, sind die aber nicht, wollt ich erw\u00e4hnen, auch wenn die eine da grad ein bisschen altklug daherkam) und h\u00e4tte einen seltsamen Dialekt gehabt, den ich aber nicht zuordnen h\u00e4tte k\u00f6nnen. Also rief sie den Laden um die Ecke an, weil dort eine aus Graub\u00fcnden arbeitet und die haben ganz klar einen Dialekt, einen solchigen. Aber die hatten auch nichts ausgepackt. Oder angerufen. Und mir schon gar nicht. Also noch zwei Z\u00fcrcher Shops anrufen und fragen. dann den anrufen, der geografisch meinem Wohnort am n\u00e4hersten liegt. Nichts. Zweitn\u00e4her auch nicht. Langsam fange ich an, Kn\u00f6chel in den Mund zu stopfen und Frau XY fragt mich, ob ich sie wieder mal Hochnehmen will. Es spricht allerdings f\u00fcr mich, dass die Bestellung auf dem Bildschirm (das kann ich versichern, ich hab es gesehen und die Stimmen haben es mir auch gesagt&#8230; nein, sie hat ihre Kollegin vom Samstag angerufen und deren Stimme hat ihr gesagt, dass es da wirklich noch offen war) weg und daf\u00fcr der Zettel in ihrem Stapel der eigentlich erledigten Bestellungen eingeheftet war. Nun gut.<\/p>\n<p>Eigentlich erstaunlich, dass ich nicht die noch nicht vorhandene Senilit\u00e4t \u00e4rztlich widerlegen musste. Ich konnte ihr einen minuti\u00f6sen Ablauf der vergangenen Tage geben, ein Alibino auf dem Polizeiposten h\u00e4tte mich ob der \u00fcberbordenden Detailtreue ganz bestimmt f\u00fcr einen hochgradigen L\u00fcgner gehalten, weil alles so ausgearbeitet war. Aber ich kam dann doch langsam etwas schr\u00e4g drauf. Also doch nochmal Handy checken und eine der Nummern um die Mittagszeit checken. Das war aber nur eine Nummer aus Basel. Aus lauter Neugier werfe ich einen Blick auf die interne Telefonnummernliste. Basel Fischmarkt. Die einzige Ex Libris Filiale in Basel, in der ich noch niemals in meinem Leben einkaufen war. Also hat die nette Dame mit dem (ich behaupte) leicht schadenfreudigmitleidigen Grinsen in Basel angerufen und siehe da. Dort. Das war allen Ernstes die Dame, die angerufen hatte. Sie w\u00fcrde auch beim n\u00e4chsten internen Transport vom Freitag die Box mitreichen. Basel. Z\u00fcrich. Sieht sich auch zum Verwechseln \u00e4hnlich, liebe Versandzentrale. UND ICH HATTE RECHT! Doch noch nicht verkalkt. Am folgenden Samstag wollte ich plangem\u00e4ss erst Schuhe kaufen, aber kaum kam ich da in T\u00fcrn\u00e4he vorbei, sprang mich Frau XY an und rief mir zu, mein Ding aus Basel sei da. Ich habe zwar keine Ahnung, was das alleine in Basel angestellt hatte, aber ich holte mir dann meine DVD. Und alle bestellten CDs. Die waren nicht in Basel. Oder Luzern. Oder Genf. Aber von DA w\u00e4re mir ein Anruf doch aufgefallen.<\/p>\n<div class=\"music\">Aktuell im Ohr: Vitamin C &#8211; Put A Smile On Your Face<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>L\u00e4den, in denen ich regelm\u00e4ssig Geld ausgebe, unterliegen verschiedenen Kriterien. 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