{"id":763,"date":"2006-04-18T10:33:27","date_gmt":"2006-04-18T08:33:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/?p=763"},"modified":"2009-08-31T22:12:34","modified_gmt":"2009-08-31T20:12:34","slug":"folgen-sie-der-signaletik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/2006\/04\/18\/folgen-sie-der-signaletik\/","title":{"rendered":"Folgen Sie der Signaletik"},"content":{"rendered":"<p>Nein, entgegen falsch geschriebener Annahmen hat dieses Wort nichts mit Ethik zu tun. Intensives Nachschlagen hat ergeben, dass Signaletik ein auf Architektur, Design, Psychologie, Sinneswahrnehmung und Kultur beruhendes Konzept zur Orientierung\/Lenkung von Personen in komplexen Umgebungen ist. Das Ganze soll dann auch intuitiv, sprich idiotensicher sein. Egal, wer wo auf der Welt ist, anhand signaletischer Symbolik findet er sich zurecht, anders als bei Verkehrszeichen, die man erlernt. W\u00e4ren Verkehrszeichen nach signaletischen Grunds\u00e4tzen erstellt worden, dann st\u00fcnden Ferrarifahrer auch nicht mehr im Halteverbot, bloss damit sie gleich neben ihrer Prothese im Strassencaf\u00c3\u00a9 sitzen k\u00f6nnen, an ihrem Goldkettchen und den gepumpten und gepimpten Vorzeigekugeln ihrer verblondeten Gespielin rumwerkeln k\u00f6nnen. Aber es kann ja nicht alles nach diesen Grunds\u00e4tzen ausgelegt sein, das w\u00e4re ja zu offensichtlich.<\/p>\n<p>Apropos offensichtlich und selbst f\u00fcr Idioten erkennbar: Mein Gesichtsausdruck kann ganze Geschichtsb\u00e4nde sprechen, wenn man ihn nur l\u00e4sst. Allerdings ist das in verschiedenen Situationen nur bedingt w\u00fcnschenswert. Beispiel, k\u00fcrzlich beim Einkaufen, ich spiele am Obstregal an zwei Melonen rum, da entdecke ich gegen\u00fcber beim Gem\u00fcse eine attraktive Frau (nicht ganz so wie die, welche k\u00fcrzlich bei mir zum Essen war, aber nahe dran) und die st\u00f6bert dort und richtet sich auf einmal wieder auf und h\u00e4lt mit beiden H\u00e4nden und festem Griff eine Salatgurke. Ich kenn den Griff. Damit geht sie dann auch zur Kasse und l\u00e4sst die Gurke nicht los. Mein schweinisches Grinsen h\u00e4tte man mit dem Meissel entfernen m\u00fcssen und ich war dankbar, dass sie in diesem Moment nicht geradeaus zu mir gesehen hat. Im Gegensatz zu ihrem, h\u00e4tte ich nur Erkl\u00e4rungsnotstand gehabt. Ich werde mich doch wohl nicht irren, wenn ich annehme, dass sich Frauen, die in einem Laden nichts anderes als eine grosse dicke knackige Salatgurke kaufen, zu Hause sofort eine Gesichtsmaske auflegen, oder?<\/p>\n<p>Ich kann mich aber auch irren. Tippt man in Word das Wort Frau und hetzt den Thesaurus dr\u00fcber, klickt auf die Erkl\u00e4rung Dame, dann stehen da zwar (wusste gar nicht, dass Microsoft Humor hat) &#8222;Krone der Sch\u00f6pfung&#8220;, aber &#8222;Gipfel der Verwirrung&#8220; lassen sie weg. Geht doch nicht. Ich meine, wie sonst ist es zu erkl\u00e4ren, dass bei Tisch zwei Frauen sitzen und durch haarstr\u00e4ubende Querverbindungen, die sie am Ende selber nicht mehr nachvollziehen konnten, auf das Thema &#8222;Wolle beissen&#8220; kamen. Und, das war das Spassige daran, beide hatten bei dem Gedanken, auf einen Wollfaden zu beissen einen Gesichtsausdruck wie Menstruationskr\u00e4mpfe im Endstadium. Die beiden M\u00e4nner am Tisch konnten das nicht nachvollziehen. Fingern\u00e4gel auf Wandtafel, L\u00f6ffel an Topfwand (ach ja, der Zusammenhang), Zugbremsen, gut, aber ein Wollfaden? K\u00f6nnten andere Frauen dazu Stellung nehmen?<\/p>\n<p>Apropos Wolle: Wollen wir mal eben noch auf ein anderes bizarres Ph\u00e4nomen eingehen, n\u00e4mlich jenes, dass ich f\u00fcr eine Freundin den Text f\u00fcr ein Singleportal schreibe und sie deswegen die T\u00fcr eingerannt bekommt. Sogar bevor ein Foto mit drinsteht und die Typen nat\u00fcrlich bemerken, wie IHRE Zeilen ansprechend seien. Gut, sp\u00e4ter l\u00e4sst sich alles als Augengeilheitumschreibungsman\u00f6ver auslegen, aber IHRE Zeilen. Warum funktionieren dann MEINE Zeilen bei MIR nicht? Gut, eventuell st\u00f6rt das Bild. Aber echt, meine Zeilen. Die scheinen zu paralysieren. Ach nein, falsch, polarisieren heisst das. Entweder die Texte werden als originell empfunden, aber der Kontakt verl\u00e4uft im Sand, oder die Texte werden als kalt und sarkastisch gebrandmarkt, dies allerdings dann meist von verbitterten mittvierziger M\u00fcslischlampen, die ihren Computer vor lauter R\u00e4ucherst\u00e4bchenqualm kaum mehr erkennen k\u00f6nnen und eigentlich froh sein k\u00f6nnten, wenn sie wenigstens einen Sarkasten abbekommen. Aber die warten lieber auf den Sandalen- und Selbststricksocken tragenden Gedichteauskotzer, der n\u00e4chtens von vor unter dem Balkon wie einst Romeo seine schw\u00fclstigen Machwerke aus seinen Eingeweiden quetscht. Bloss hat Romeo damals wenigstens einen Schlussstrich unter den Krams gezogen. Ich werde wohl mein Bild testhalber durch ein signaletisches Icon ersetzen. Oder ich schreibe nur noch f\u00fcr andere ihre Texte. Oder ich lass es bleiben und mache etwas GANZ anderes. Gurkensalat.<\/p>\n<div class=\"music\">Aktuell im Ohr: Mark&#8217;Oh &amp; John Davies &#8211; Should It Begin&#8230;<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nein, entgegen falsch geschriebener Annahmen hat dieses Wort nichts mit Ethik zu tun. Intensives Nachschlagen hat ergeben, dass Signaletik ein auf Architektur, Design, Psychologie, Sinneswahrnehmung und Kultur beruhendes Konzept zur Orientierung\/Lenkung von Personen in komplexen Umgebungen ist. 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