{"id":708,"date":"2005-09-16T06:30:08","date_gmt":"2005-09-16T04:30:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/?p=708"},"modified":"2005-09-16T06:30:08","modified_gmt":"2005-09-16T04:30:08","slug":"warum-ich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/2005\/09\/16\/warum-ich\/","title":{"rendered":"Warum ICH?"},"content":{"rendered":"<p>Da sitze ich also, es ist morgen fr\u00fch, der Tag ist im Gegensatz zu mir schon wach. Gehe die seit dem letzten Abend eingetrudelten Mails und versuche, meine Augen dem buchstablerischen Geschehen auf dem Bildschirm zu widmen. Schleppend pinseln die Worte vor mir ihren Sinn auf die Leinwand meines umnebelten Geistes und ich stelle fest, das wollte ich nicht lesen. Eine Freundin berichtet von ihrem Gyn\u00e4kologenbesuch und dumpf erinnert ging es da um eine weisse glibbrige Masse, die wohl f\u00fcr irgendwelche Untersuchungen verwendet worden sein muss. Ich kann ja das nicht aus eigener Erfahrung nachvollziehen. Weisse glibbrige Masse. Ich blicke auf den Becher mit Naturejoghurt in meiner einen Hand, auf den metallenen L\u00f6ffel in der anderen und pl\u00f6tzlich habe ich so gar keine Lust mehr auf gesunde weisse Glibbernahrung. Ich stehe auf und schlurfe zur Kaffeemaschine, nehme einen Becher zur Hand und die sehen aus wie die Pissbecherchen in der Urologie. Spontan verliere ich die Lust auf Kaffee (es gibt Leute, die trinken daraus Zitronentee) und stelle fest, dass es Tage gibt, die zu Ende sind, bevor sie eigentlich richtig begonnen haben.<\/p>\n<p>Stehe ich dann sp\u00e4ter in der Schlange der Cafeteria oder Kantine oder wo auch immer, dann bekomme bestimmt ich die Dame mit dem fl\u00fcchtigsten Ged\u00e4chtnis \u00fcberhaupt. Ein Espressotasse auf meiner Handfl\u00e4che, deute mit dem Zeigefinger der anderen Hand auf den Kaffee und sage &#8222;nur den hier&#8220;. Sie guckt mich fragend an und sagt: &#8222;Einen Expresso?&#8220;. Wobei hier ein nat\u00fcrlicher Schlagreiz einsetzt. ESPRESSO VERDAMMT! Das ist kein Schnellzug! Ja, nur einen Espresso oder sehen Sie noch was anderes? Dann w\u00fcnscht sie mir wieder (wie immer) &#8222;En Guete&#8220; und weg bin ich. Ich bastel mir auch demn\u00e4chst ein Schild &#8222;Das ist ein Menusalat, auch wenn er nicht so aussieht&#8220;, weil ich ein Di\u00e4tmenu ohne Zwiebeln bekomme, das separat zubereitet wird und entsprechend der Salat nicht genau so aussieht wie alle anderen Salate, ich aber pro Woche mindestens zweimal erkl\u00e4ren muss, warum das so ist und warum mein Salat so aussieht, wie er aussieht. Nicht, dass wir eine so hohe Personalfluktuation h\u00e4tten, nein, nur Ged\u00e4chtnisfluktuation. Ein Salat?<\/p>\n<p>Unterschwellige Botschaften sind glaube ich verboten. Diese Nachrichten, die in Einzelbilder verpackt in Filmen in unser Unterbewusstsein gelangen oder per Akustik versteckt ihre Steuerfunktionen in unsere Hirnlappen ein\u00e4tzen. Wenn die tats\u00e4chlich verboten w\u00e4ren, k\u00f6nnen wir dann nicht einfach mal alle Frauen verklagen? Metabotschaften gingen ja noch, die werden wenigstens mimisch und gestisch untermalt. Aber diese Nachrichten, die kein Schwein (M\u00e4nner sind Schweine) erkennt, die sind fies. K\u00f6nnen die nicht einfach sagen, was sie wollen? Das ist wie im Internet, wenn ich eine Anfrage eintippe und Enter dr\u00fccke, dann kommt irgendwann sichtbar das Ergebnis. Bis da hin sind aber f\u00fcr mich unsichtbar schon ganz ganz ganz viele Informationen gelaufen, die ich nicht sehen kann, aber die wichtig sind. Kaum sehe ich eine Frau, dann geschieht das auch. Bloss kann ich da keinen Quelltext oder ein Nachrichtenprotokoll nachgucken, was jetzt da genau gelaufen ist oder warum eben etwas NICHT gelaufen ist. Ich pl\u00e4diere f\u00fcr Deutlichkeit. Einfach mal so. Ach, ich weiss doch auch nicht.<\/p>\n<div class=\"music\">Aktuell im Ohr: Rammstein &#8211; Ohne Dich<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da sitze ich also, es ist morgen fr\u00fch, der Tag ist im Gegensatz zu mir schon wach. Gehe die seit dem letzten Abend eingetrudelten Mails und versuche, meine Augen dem buchstablerischen Geschehen auf dem Bildschirm zu widmen. 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