{"id":697,"date":"2005-08-23T19:15:27","date_gmt":"2005-08-23T17:15:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/?p=697"},"modified":"2005-08-23T19:15:27","modified_gmt":"2005-08-23T17:15:27","slug":"peace-mann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/2005\/08\/23\/peace-mann\/","title":{"rendered":"Peace, Mann!"},"content":{"rendered":"<p>Menschen sind seltsame Tiere. Wir halten uns gerne f\u00fcr die Kr\u00f6nung der Sch\u00f6pfung, im Vergleich mit Tieren kommen wir uns ganz grossartig vor. Wir denken und planen, wir haben moralisches  Empfinden, k\u00f6nnen einen Wasserkocher bedienen und auf einer komplexen Ebene kommunizieren. Warum sind wir dann nicht zufrieden? Warum hetzen wir dem Gl\u00fcck hinterher, versuchen uns mental wie materiell zu bereichern, nur um festzustellen, dass wenn wir etwas haben, gleich noch mehr brauchen. In Bond-Filmen lachen wir \u00fcber die B\u00f6sewichte mit ihren \u00fcbersteigerten Egos und ihrer Gier und ihren Machtgel\u00fcsten. Wenn wir das Ganze um einen oder zwei Hollywoodquotienten reduzieren und redimensionieren, dann sind wir schon auch bei der Frage, warum der B\u00fcrokollege jetzt den besseren B\u00fcrostuhl hat. Von Termin zu Termin hetzen um einen besseren Job zu ergattern, bei dem wir genauso unzufrieden sind wie beim alten, aber daf\u00fcr mehr Kohle bekommen, die wir f\u00fcr Sachen ausgeben, die wir gar nicht brauchen.<\/p>\n<p>Einatmen. Durchatmen. Aufatmen. Ist denn wirklich alles so schlimm, wie wir es grade sehen? Oder machen wir es nur schlimmer, weil es so geil ist zu leiden? Einleuchten. Durchleuchten. Aufleuchten. Wenn wir uns zur Abwechslung damit besch\u00e4ftigen, was in uns drin vorgeht, anstatt auf die anderen zu schielen UND dabei ehrlich sind und uns auch mal sagen k\u00f6nnen, was f\u00fcr komplette Idioten wir eigentlich sind, m\u00f6glicherweise machen wir dann einen Schritt, der uns vom Menschen wieder zum Tier macht, n\u00e4mlich dahin gehend, dass wir zufrieden sind wie es ist. Loslassen. Nichts erzwingen wollen. Nicht Gleichg\u00fcltigkeit, sondern Gelassenheit, ein fliessen lassen, nicht dieses sture Durchs-Leben-rennen, sondern eher ein M\u00e4andern. Auch zur Abwechslung in einen Fettnapf (oder ein Fettbassin in meinem Fall) h\u00fcpfen und es locker und sich selber nicht so ernst nehmen. Einige Leute m\u00fcssen sogar einen sehr hohes Mass davon haben, \u00fcber sich selber zu lachen.<\/p>\n<p>Und es schien mir letzte Woche, dass all diejenigen, die einen an der Klatsche haben, am gleichen Tag wie ich im Zoo waren. Was bei mir dann die Frage aufwirft, wenn ICH ja auch dort bin&#8230; Egal. Es herrschte Kinderwahnsinn und der Intelligenzquotient der Menschlichen Besucher &#8211; ich nehme mich da jetzt aus (nicht von den Menschen, der Gruppe als solches) &#8211; lag weit unterhalb der Temperatur im Pinguingehege. Aber vielleicht war den Besuchern wie von mir empfohlen schon in v\u00f6lliger Gelassenheit diese Erkenntnis ins Gehirn geglitten, dass sie es doch dabei belassen sollten. Erstaunliche Szenen spielten sich ab und gerade im unmittelbaren Vergleich zwischen Menschen und Tieren, da tritt zutage, wo es bei einigen hapert. Ein Ozelot verzehrt ein Meerschweinchen und putzt sich dabei laufend Gesicht und Pf\u00f6tchen w\u00e4hrend vor der Glasscheibe ein Dummelot einen Wrap verdr\u00fcckt und es noch nicht mal bemerkt, dass sich die Cocktailsauce bis zwei Zentimeter vors Ohrl\u00e4ppchen erstreckt. Sich danach zwar die Mundwinkel abwischt, aber mit Verzierung durch die Gegend spaziert.<\/p>\n<p>Ein weiteres Faszinosum sind Schimpansen, die ihre Getr\u00e4nke in Bechern serviert bekommen, diese entweder in der Hand tragen, oder aber den Becherrand zwischen die Z\u00e4hne klemmen, durchs Gehege zu einem Sitzplatz turnen und dort trinken. Ohne einen Tropfen zu versch\u00fctten. Draussen vor der T\u00fcr steht ein Menschenm\u00e4nnchen und ist zu doof, ein Calippo-Eis aus der T\u00fcte zu dr\u00fccken. Aber da, ein Weibchen mit ihrer halbw\u00fcchsigen Tochter und die alte versucht der jungen etwas zu erkl\u00e4ren, da muss ich doch mitlauschen. Doch ich h\u00f6re nur, wie Mensch(?) dauernd wiederholt: &#8222;Schlag ein Rad! Schlag ein Rad!&#8220; (Nicht zu ihrer Tochter und mit Quietschestimme) &#8222;Schlag ein Rad! Schlag ein Rad!&#8220; und Pfau denkt: &#8222;Ich bin ein Weibchen, du dumme Nuss&#8220;. Ich war schon fast am Ende mit den Nerven, dass diese ganzen Talkshow-Insassen ihren Weg hierhin gefunden hatten, da zeigte ein Menschenkind, dass es auch anders geht. Junge (ca. 10) (hier Sirenenlautst\u00e4rke denken): &#8222;MAAMAAA! MAAAAMAAAA! GUCK DAAAAA! MAAAMAAAAA!&#8220; und da dreht sich daneben ein M\u00e4dchen (ca. 7) um und br\u00fcllt ihm ins Gesicht &#8222;DAS GEHT AUCH LEISER, MANN!&#8220;. Also wer DIE mal abkriegt&#8230;<\/p>\n<div class=\"music\">Aktuell im Ohr: Fortran 5 &#8211; Time To Dream<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Menschen sind seltsame Tiere. Wir halten uns gerne f\u00fcr die Kr\u00f6nung der Sch\u00f6pfung, im Vergleich mit Tieren kommen wir uns ganz grossartig vor. Wir denken und planen, wir haben moralisches Empfinden, k\u00f6nnen einen Wasserkocher bedienen und auf einer komplexen Ebene kommunizieren. 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