{"id":634,"date":"2005-02-04T13:57:54","date_gmt":"2005-02-04T11:57:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/?p=634"},"modified":"2005-02-04T13:57:54","modified_gmt":"2005-02-04T11:57:54","slug":"screeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeaaaaam-vol-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/2005\/02\/04\/screeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeaaaaam-vol-2\/","title":{"rendered":"SCREEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEAAAAAM!!!! Vol.2"},"content":{"rendered":"<p>Nun, kamen wir also in Wales an und rutschten gleich wieder \u00fcber die Grenze nach England, bogen zweimal links ab und einmal rechts und kamen schliesslich nach <a href=\"http:\/\/www.baskervillehall.co.uk\" target=\"_blank\">Baskerville Hall<\/a>, das damals Arthur Conan Doyle als Schauplatz f\u00fcr &#8222;The Hounds of Baskerville&#8220; gedient hat. Sherlock Holmes, you know. Auf Wunsch der Besitzer verlagerte er die Geschichte allerdings nach Devon, weil die damals schon eine gewisse Abneigung hatten gegen Touristen. Heute ist die Hall ein Hotel und mag Touristen. Sogar wenn solche kommen wie wir:<br \/>\n<img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.kay-x.net\/bilder\/tagebuch\/bask_frame.jpg?w=760\" vspace=\"5\"><\/p>\n<p>In einem 1924-B-Movie-Setting wurde eine bunte Schar von phantasiebegabten Menschen zusammengerufen, um ein RLRPG zu bestreiten. Real Life Role Playing Game. So tun als ob in echt. Keine Klempner-Brieftr\u00e4ger-Schulm\u00e4dchen-Spielchen, sondern jeder dachte sich eine Rolle aus, die einen Grund hatte, beim Spendensammeln eines russischen Schachgrossmeisters zugegen zu sein. Da gab es von Schoggi-Industriellen (Tomati) \u00fcber Lebedamen, froons\u00f6sische Poeten, deutsche Arch\u00e4ologen, Butler, Tweed-Produzenten bis zum Priester (ich) alles. Den Pfaffen nahm mir nur leider jeder, der mich schon kannte nicht wirklich ab. Die Bemerkung &#8222;endlich k\u00f6nne ich mein wahres Ich zeigen&#8220; zog minutenlange Lachst\u00fcrme nach sich, was ich irgendwie nicht nett fand. Aber die Rolle war schliesslich auf nachtr\u00e4glichen Wandel angelegt.<\/p>\n<p>Nach dem Briefing und der Vorstellungsrunde gingen wir dann in die kommunikative Phase \u00fcber und die Tatsache, dass jeder mit Revolver und Munition in beschr\u00e4nktem Masse ausger\u00fcstet wurde, liess nichts Gutes erahnen. Da die Bar aber nur wenige Meter entfernt war, wollte man sich dort zu ersten Gespr\u00e4chen einfinden und eine der Damen (UK oder USA) wollte mit dem Poeten (F) anbandeln, der kanzelte sie allerdings mit den Worten &#8222;Si g\u00f6nnten das Alter meiner M\u00fctter aaben!&#8220; ab. Tats\u00e4chlich IST sie seine Mutter und wahrscheinlich durfte er die Woche danach den kompletten Abwasch erledigen.  Und dann zerriss ein markersch\u00fctternder Schrei die Ruhe und ich h\u00e4tte beinahe meinen Holy Rotwein ausgekippt. Sogar der Koch kam wie von der Tarantel gestochen aus der K\u00fcche gerannt, weil jemand vergessen hatte ihm zu sagen, dass eine Rollenspieltruppe im Haus weilt. Dabei war bloss die erste Leiche gefunden worden, der englische Schachgrossmeister. Von der \u00fcberaus histerischen englischen Reporterin, die schon mal kurz den Pfarrer erschiessen mochte, weil ihr der zur Beruhigung die Knarre abnehmen wollte. Aber das war sp\u00e4ter. Nach den ersten Vampirbissen (Tomati nat\u00fcrlich).<\/p>\n<p>Das Witzige an solchen Anl\u00e4ssen ist ja, dass die Spielleiter nicht wissen, was genau passieren wird und mit einem Kreuz schwingenden Pfarrer hatten die ja auch nicht gerechnet. Die \u00fcbrigen G\u00e4ste \u00fcbrigens auch nicht, die schon auch mal durch die Bude kreischten, wenn ein blutverschmierter Zombie an ihnen vorbeirannte. Also improvisiert man. Die Reporterin s\u00e4uft auch locker das Glas mit dem Weihwasser aus, mit dem die ganzen G\u00e4ste besch\u00fctzt werden sollten, aber hey, sie hatte halt Durst. Das W\u00e4sserchen h\u00e4tte aber trotzdem nichts genutzt, weil ich war eigentlich nur kost\u00fcmierter Dieb, der die Reichen ausnehmen wollte. &#8222;WIE? Sie sind ein Betr\u00fcger?&#8220; &#8211; &#8222;Na und? Unser Gastgeber ist ein verdammter Vampir, was ist das gr\u00f6ssere Problem?&#8220;. Indeed war er das und mit den Schachfiguren, die gestohlen wurden, sollte ein D\u00e4mon \u00fcbelster Art beschworen werden. Wer jemals H.P. Lovecraft gelesen hat, weiss, was auf uns wartete.<\/p>\n<p>Das fanden wir n\u00e4mlich raus, weil im Hosenbund vom deutschen Hans ein Tagebuch steckte, das wir fanden, als er tot ausgebreitet am Boden lag. Leider gab es keine weiblichen Leichen, die man h\u00e4tte untersuchen k\u00f6nnen. Unter heftigstem Schusswaffengebrauch und zwischenzeitlichem Denkhilfennachschub in promillehaltiger Form versuchten wir die L\u00f6sung R\u00e4tsels zu finden und mit unserem Leben verteidigten wir die wiedergewonnenen Schachfiguren. Na gut, gelang uns nicht wirklich, weshalb dann eben doch eher unsch\u00f6ne Ereignisse stattfanden. Kkurze Zwischeninfo: jeder durfte ab und zu sterben, war dann f\u00fcr 5 Minuten aus dem Spiel raus, aber nach dem vierten Tod, wurde der Spieler als Zombie rezykliert, was ab einer gewissen Spielzeit ein Missverh\u00e4ltnis schuf, grade weil ein Monster durch eine Ber\u00fchrung t\u00f6ten konnte, wir aber mehrmals ballern mussten, um die umzulegen.<\/p>\n<p>Auf jeden Fall stellte sich dann raus, dass die welpen\u00e4ugige, hach so zarte, echte Tr\u00e4nen vergiessende Reporterin eigentlich die Ober-Bitch war und dann kam ein D\u00e4mon und viele Zombies und wir waren ganz viele tot und doch kamen wir unter Zeitdruck und unter mehrmaligem Lesen des Tagebuchs (oftmals rennend und schiessend) auf die rettenden Ideen und konnten die Schlampe umlegen, den H\u00f6llenschlamperich wegbannen und die Welt retten. Der Butler war am Ende die Rettung. In England war&#8217;s eben doch immer der Butler. Wir hatten keinen G\u00e4rtner zur Hand. Mag alles etwas verworren klingen, aber man muss da wohl dabei sein. Kurzzeitig nahm uns noch die Disco hinterm Haus auf, wo wir aber ohne Kost\u00fcmierung eingefahren sind, wir wollten ja nicht zwingend mit Fackeln und Heugabeln aus der Gegend vertreiben werden. Und grade als wir ins Bett h\u00fcpfen wollten klingelte das Telefon und wir sind dann wohl noch beim Schampusschl\u00fcrfen in einer der Suiten gelandet.<\/p>\n<p>Alles in allem ein sehr lustiges und sehr geselliges Wochenende und n\u00e4chstes Jahr wird das wiederholt. Nur das mit der Anreise m\u00fcssen wir dann anders angehen. Die R\u00fcckreise an sich war gar nicht schlecht am n\u00e4chsten Tag. Falsch, am \u00fcbern\u00e4chsten, wir hatten ja nochmals Zwischenstop bei Freunden inklusive einem 20-Liter-Pott homemade Stew, das dieses Mal nur noch partiell so scharf war wie beim ersten Mal und von mir auch ohne kontante Zuf\u00fchrung von L\u00f6schschaum kosumiert werden konnte. Nebenbei stellte ich auch noch fest, dass der Film &#8222;Die Braut des Prinzen&#8220; dringend in meine Sammlung geh\u00f6rt. Aber dann die R\u00fcckreise war dann wirklich in Ordnung. Nat\u00fcrlich mussten wir erneut das Transportmittel k\u00e4uflich erwerben, aber da gew\u00f6hnt man sich dran.<\/p>\n<p>Jedenfalls kamen wir p\u00fcnktlich in Luton an, flogen dort aber nat\u00fcrlich versp\u00e4tet ab, schliesslich wollten wir ja nicht zur Zeit im heimischen K\u00f6rbchen landen. Das w\u00e4r ja noch gegangen, nur sass direkt hinter uns die zickige Dreifaltigkeit, von denen eine konsequent und ununterbrochen am Quasseln war. Ob die anderen nichts sagen wollten oder KONNTEN war schwer zu erkennen, da sie gar keine Gelegenheit bekamen. So muss es sich anf\u00fchlen, wenn ein lebendes Gehirn in eine Mikrowelle gesteckt wird. Ich benied Tomati unheimlich um seinen iPod in dieser Zeit, der h\u00e4tte durchaus geholfen, meine Ohren vom spontanen Ausbluten abzuhalten. Ich gebe zu, meine oberfl\u00e4chlichen Momente zu haben, aber DIE Schnalle toppte alles. &#8222;Alle M\u00e4nner sind Scheisse!&#8220; war eine mehrfach get\u00e4tigte Aussage, was sie aber nicht abhielt, sich ein Wochenende lang mit Scheisse im Bett zu w\u00e4lzen. Einpr\u00e4gsame Vorstellung.<\/p>\n<p>Nun ja. Aber abgesehen vom diesmaligen Hin- und Herkommen war es wieder Spitze. Spass gehabt und gelernt, dass man Frauen (Bitch!) mit grossen Kulleraugen nicht trauen kann. Das wird sich r\u00e4chen. Auch gelernt, dass englischer Hustensirup wie Sirup schmeckt, aber wie Brennsprit riecht. Also runter damit, ohne erst eine Nasenprobe zu nehmen. Auch gelernt, dass es in England die sch\u00e4rferen Apothekerinnen gibt und ich n\u00e4chstes Mal (es ist ja Rollenspielzeit) mit irgendwelchen beratungsintensiven Wehwehchen antanzen werde. Auch gelernt, dass man danach wieder abschalten muss, um nicht zu vergessen, dass nicht jeder Bleiche ein Zombie ist und sinnlos durch die Gegend ballern nicht in jeder Situation passt. Und ich bin als Priester untauglich. Ich sehe es ein.<\/p>\n<div class=\"music\">Aktuell im Ohr: Thomas Newman &#8211; Theme from Six Feet Under (Photek Remix)<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nun, kamen wir also in Wales an und rutschten gleich wieder \u00fcber die Grenze nach England, bogen zweimal links ab und einmal rechts und kamen schliesslich nach Baskerville Hall, das damals Arthur Conan Doyle als Schauplatz f\u00fcr &#8222;The Hounds of Baskerville&#8220; gedient hat. 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