{"id":619,"date":"2004-12-01T09:59:24","date_gmt":"2004-12-01T07:59:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/?p=619"},"modified":"2004-12-01T09:59:24","modified_gmt":"2004-12-01T07:59:24","slug":"meine-fresse-erotikmesse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/2004\/12\/01\/meine-fresse-erotikmesse\/","title":{"rendered":"Meine Fresse, Erotikmesse"},"content":{"rendered":"<p>Ich gehe f\u00fcr meine Leser gerne dort hin, wo es weh tun m\u00fcsste. So auch dieses Wochenende, als in Z\u00fcrich die Extasia04 stattfand, eine die gr\u00f6sste Messe f\u00fcr Erotik in der Schweiz.<br \/>\n<img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.kay-x.net\/bilder\/tagebuch\/girl1.jpg?w=760\" align=\"left\" hspace=\"10\" vspace=\"10\" alt=\"Fr\u00fcchtchen sind gesund und lecker\"> Drei Tage lang wurde in einer Eventhalle dem h\u00fcllenlosen Treiben gehuldigt, das niemand guckt, kauft oder \u00fcberhaupt davon geh\u00f6rt hat. In weiser Voraussicht habe ich den Samstagnachmittag als Besuchszeitpunkt gew\u00e4hlt, denn da rechnete ich mit den wenigsten Besuchern und demzufolge den kleinsten Chancen, etwelchen Nachbarn oder Arbeitskollegen zu begegnen. Wenig Besucher war leider nicht, schon am hellheiteren Nachmittag war es so voll wie Dolly Busters Bluse. Trotz des gepfefferten Eintrittspreises von 45 Franken. Willkommen in Dekadenzia.<\/p>\n<p>Also an den Freigeifernden vorbei (das sind die, welche draussen an der Scheibe leckten an der einen Stelle wo man zu einem kleinen Showb\u00fchnchen sehen konnte), abzocken lassen und die ersten drei Plastikt\u00fcten mit Kontaktmagazinen in die Hand gedr\u00fcckt bekommen. Kaum drin und schon die H\u00e4nde voll, wie sollte ich den da die Kamera noch festhalten? Eigentlich egal, denn jedesmal WENN eine mehr oder weniger bekleidete Frau durch die Menge stolzierte, war sie sofort von Dutzenden Fotografenst\u00e4ndern umgeben und ich meine jetzt NICHT Stative. Bei diesem Anlass wurden unz\u00e4hlige Showgirls vorgekarrt, damit sich nicht alles nur auf die Pop-Stars konzentrierte. Wie zum Beispiel das Fr\u00fcchtchen auf dem Bild hier. Ein Airbrusher &#8211; ein Luftb\u00fcrster also, sprich ein Farbonanierer &#8211; spr\u00fchte im Akkord die \u00c4pfel megavieler Damen zu Kirschen um, weil halt eines der Magazine Cherry heisst. Originelle Idee. Ich h\u00e4tte gern auch die Arschbacke mit dem Schriftzug pr\u00e4sentiert, allerdings h\u00fcpfte mir da dauernd ein fetter kleiner Mann vor die Linse.<\/p>\n<p>Der hatte dann auch noch die Frechheit und wollte sich von mir seine neue Digicam erkl\u00e4ren lassen. Keine Chance. Der meckerte dann auch noch die ganze Zeit, wie langsam seine Cam sei. &#8222;Eh weisst du, voll langsam Kamera! Hab ich da gehabt Schnitte vor mich, hat gemacht Beine breit und ich kniips und Kamera macht nischt. Dann dreht um und Kamera macht kniips! Voll Scheisse, sehe gar nix!&#8220; So ein Pech. Aber die Besucher (18000 an den drei Tagen) waren bunt gemischt, zwar \u00fcberwiegend m\u00e4nnlich, aber doch entfernt vom klischeehaften Notgeilen. Viele Junge (die wahrscheinlich endlich mal eine Frau aus der N\u00e4he und nicht bloss im Internet sehen wollten und \u00fcberraschend viele Frauen. Die waren weniger bei den Gazongilliarden Filmen zu finden als bei den &#8222;Tooooyyys&#8220;. Die meisten suchten da wohl nach einem handyfreien Vibrationsalarm. Gab es, in allen Farben, Formen und Gr\u00f6ssen. Sogar als Teddyb\u00e4r verkleidet.<\/p>\n<p>Zur musikalischen Auflockerung hat man eine Band namens Erocktica eingeflogen, die wohl eher weniger durch musische Leistungen, denn durch frei schwingenden Ausdruckstanz den B\u00fchnengraben zum pulsieren brachten. Hab ich leider verpasst, denn die ganze testosterongeschw\u00e4ngerte Luft war irgendwann auch mal zu viel. Die &#8222;Polizistin&#8220; wollte mich nicht verhaften und der aus dem Publikum auf die B\u00fchne geholte Strip-Show-Unterst\u00fctzer versuchte sich dauernd wieder anzuziehen wenn die Stripperin wieder von ihm abliess und da entschloss ich mich dann zu gehen. Seit diesem Tag hat auch der Begriff &#8222;After Show Party&#8220; (die im Anschluss stattfand) eine GANZ neue Perspektive bekommen.<\/p>\n<p>Wenn aber schon dekadent, dann auch zum Abschluss und nach Monaten habe ich mir bei Spr\u00fcngli die Collection Truffes Grand Cru geg\u00f6nnt. Sechzehn Pralinen f\u00fcr 26 Franken, je vier aus vier ganz extraordinairen Kakaoanbauregionen, ausgestattet mit Booklet, in dme Herkunft, Geschmacksnuancen und geschmackliche Abgangst\u00f6ne erl\u00e4utert werden. Zuerst dachte ich ja, der Preis werde abgeleitet davon, dass die Dinger nicht mit Kakao sondern mit dunkelbraun gef\u00e4rbtem Koks best\u00e4ubt wurden. Ist nicht so. Schmecken edelst lecker, muss ich sagen. Nur das braune Zeugs geht so schwer wieder von der Nase weg.<\/p>\n<div class=\"music\">Aktuell im Ohr: Rosenstolz &#8211; Die Liebe ist tot<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich gehe f\u00fcr meine Leser gerne dort hin, wo es weh tun m\u00fcsste. 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