{"id":562,"date":"2004-02-26T14:36:29","date_gmt":"2004-02-26T12:36:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/?p=562"},"modified":"2004-02-26T14:36:29","modified_gmt":"2004-02-26T12:36:29","slug":"vergangenheitsbewaltigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/2004\/02\/26\/vergangenheitsbewaltigung\/","title":{"rendered":"Vergangenheitsbew\u00e4ltigung"},"content":{"rendered":"<p>Spontan forderte k\u00fcrzlich eine mich anspringende Assoziation meine eingerosteten Langzeitged\u00e4chtnis-Synapsen heraus. Ich kann nicht mehr sagen, was genau der Ursprung war, aber zumindest dessen Resultat. Ich dachte pl\u00f6tzlich wieder an Poesiealben. Nun wird sich wahrscheinlich die neuzeitliche Generation @ fragen, was denn das bitte sein soll. Ich k\u00f6nnte noch nicht einmal sagen, ob das ein l\u00e4nderspezifisches Ph\u00e4nomen war. Zur Aufkl\u00e4rung: Ein Poesiealbum war ein (meist von M\u00e4dchen gef\u00fchrtes) kleines Album, \u00e4hnlich von Gr\u00f6sse und Beschaffenheit wie ein Tagebuch. Dieses wurde dann zu Erinnerungszwecken herumgereicht, damit man sich mit Bildchen, Zeichnungen, Texten und Gedichten darin verewigen m\u00f6ge. Eigentlich ging es wohl nur darum, mit dem grossen Schwarm in Kontakt zu und etwas Pers\u00f6nliches von ihm zu be-kommen. Oder es ging darum, es sp\u00e4ter stundenlang anzustarren oder f\u00fcr Voodoo- oder Hexenrituale zu missbrauchen. Die ganzen anderen Leute bekamen es also eher als Alibi\u00fcbung, damit sich Girlie rausreden konnte, dass es eigentlich nicht bloss um die feuchten Tr\u00e4ume fr\u00fcher Jugend ging, sondern weil man halt alle so lieb hatte. Immer aber gab es diese paar Leute in der Klasse, denen man es halt geben MUSSTE, weil, ja weil man es ihnen aus fr\u00fchsozialtechnischen \u00dcberlegungen heraus nicht verweigern konnte. Ich war wohl einer von denen.<\/p>\n<p>Halt, halt, bevor jetzt alle beim Lesen ein mitleidiges OOOOOOOOOOOOOOOOH absondern, damals war mir das durchaus egal. Ich konnte damit leben. Einstellungsbedingt habe ich mir aber trotzdem immer sehr M\u00fche gegeben mit Selbstgedichtetem oder individuellen Zeichnungen: da gab man sich noch M\u00fche. Heute w\u00e4ren Poesiealben ja durch MMS-Handys oder PDA&#8217;s abgel\u00f6st und man br\u00e4uchte auch kein digitales Album mehr rumzureichen. Neuer Technik sei Dank kann man das auf dem kabellosen Weg sofort \u00fcbertragen und Girlie muss noch nicht mal mehr infrarot werden. Was aus all diesen B\u00fcchern geworden ist, das w\u00e4r durchaus spannend zu wissen. Aber ich kann mich nicht mehr wirklich daran erinnern, bei wem ich da je was reingemalt habe. Hat mich ja zwecks Alibieintrag (OOOOOOOOOOOOOOH) auch nie interessiert. Erst sp\u00e4ter hat mich dann doch etwas besch\u00e4ftigt: Beim Flaschendrehen geh\u00f6rte ich auch nicht zu den Wunschkandidaten. Da waren Sportler bevorzugt. Die Coolen halt. Die geilen Typen. Wie ich die damals aber sowas von nicht ausstehen konnte. Was aus DENEN geworden ist, das w\u00fcrde mich&#8230; Nein, eigentlich nicht. Nachdem ich gelesen habe, dass einer davon mit einer ehemaligen Big Brother-Kandidatin was hat, da bin ich dann doch froh, dass ich beim Flaschendrehen \u00fcbergangen wurde und aus mir was geworden ist. Und dass meine Freundin nur VOR dem Fernseher labert und nicht DRIN.<\/p>\n<div class=\"music\">Aktuell im Ohr: U2 &#8211; I Still Haven&#8217;t Found What I&#8217;m Looking For<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Spontan forderte k\u00fcrzlich eine mich anspringende Assoziation meine eingerosteten Langzeitged\u00e4chtnis-Synapsen heraus. Ich kann nicht mehr sagen, was genau der Ursprung war, aber zumindest dessen Resultat. 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