{"id":559,"date":"2004-02-22T17:54:14","date_gmt":"2004-02-22T15:54:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/?p=559"},"modified":"2004-02-22T17:54:14","modified_gmt":"2004-02-22T15:54:14","slug":"korper-geist-fitnesscenter-reloaded","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/2004\/02\/22\/korper-geist-fitnesscenter-reloaded\/","title":{"rendered":"K\u00f6rper &#038; Geist &#8211; Fitnesscenter Reloaded"},"content":{"rendered":"<p>Gesunder Geist in einem gesunden K\u00f6rper propagierten damals schon die alten Griechen. Was damals funktioniert hat, kann heute ja nicht sooo abwegig sein. Griechenland zeichnet sich zwar heute mehr durch Smog und Massentourismus aus als durch geistige Meisterleistungen, aber das muss wohl das Schicksal aller ehemaligen Hochkulturen sein. Ich glaube zwar, dass damals auch die Denker und die Sportler in zwei verschiedenen K\u00f6rperkategorien untergebracht waren. Diogenes zum Beispiel in einem Fass und die Olympioniken in den Wassertr\u00e4gern. Meine Absicht allerdings war jedoch, in mir einen Ausgleich zu schaffen und mich wieder fit zu machen, also ab ins Fitnessstudio und wieder trainieren. Ich hab da nebenbei im B\u00fcro mal von erz\u00e4hlt und dass dort an den Maschinen mindestens knielange Hosen gefordert werden.<\/p>\n<p>HooBee nahm das etwas befremdet auf und wollte wissen warum. Ich wies ihn darauf hin, dass ich (und viele andere sicher auch nicht) nicht das Bed\u00fcrfnis habe, anderer Leute Geh\u00e4nge bei so kurzen Turnhosen mitansehen zu m\u00fcssen (im \u00dcbrigen finde ich auch diese Fleischmurmeln betonenden Spandexradlerhosen verbietensw\u00fcrdig). Antwort: Du musst da ja nicht hinsehen. Wenn ich jetzt davon ausgehe, dass mein lieber Kollege noch kein Fitnesscenter von innen gesehen hat, dann kann ich dar\u00fcber mal hinwegblicken. F\u00fcr alle anderen, die an diesem Kenntnisstand ebenfalls kranken: Die Trainingsger\u00e4te stehen sich \u00f6fter mal direkt gegen\u00fcber. Das ist nett, wenn es umu die Brustmuskulatur von Damen geht, aber nicht, wenn es ein Beinspreizer ist und der Typ tr\u00e4gt eben diese Freiheit-f\u00fcr-die-Kl\u00f6ten-Hosen. Je nachTrainingsintensit\u00e4t hat man EINEN ganz bestimmten Blickwinkel und hat eine konzentrierte Blickrichtung. Wenn ich jetzt mit gen\u00fcgend Gewicht unter Belastung stehe und werde in eben diesem Moment von einer Eier und W\u00fcrstchen-Pfanne erschreckt werde, dann ist das gef\u00e4hrlich, denn wenn ich keinen Gegendruck mehr gebe, will ich bestimmt nicht mit Anlauf um die Maschinerie gewickelt werden.<\/p>\n<p>Nach massiver Ert\u00fcchtigung wurde ich dann zur F\u00f6rderung meiner Kondition erstmals auf ein Laufband gestellt. Laufen, aber sich nicht vom Fleck bewegen war eine ganz neue Erfahrung. Besonders, was die Koordination meines Gleichgewichtsorgans betrifft. Wenn ich normal gehe oder laufe, kann ich in jede erdenkliche Richtung sehen. Auf einem Laufband kann ich das nicht. Das hat insofern den Nachteil, dass ich nicht einfach neben mir trainierende Frauen begaffen kann, ohne unmittelbar auf die Fresse zu fallen. Diese Ger\u00e4tschaften hat sich bestimmt eine Frau ausgedacht. Also Blick geradeaus und abtraben. Nach dem dritten Mal habe ich auch gemerkt, dass man mit der richtigen Musikkulisse viel schneller l\u00e4uft, einfach weil sich die F\u00fcsse dem Rhythmus anpassen. So musste ich das Band je l\u00e4nger je schneller stellen, von Walking zu flottem Gehen. Sp\u00e4testens bei Thomas D.&#8217;s &#8222;Wish&#8220; rannte dann nicht nur Lola, sondern auch der keks.<\/p>\n<p>Was passiert nun am Ende der Lauferei? Man steigt vom Band und rennt erstmal gegen die Wand. Ich zumindest. Es f\u00fchlt sich an wie in die F\u00fcsse implementierte Rollschuhe, man denkt, man rollt, fliesst, gleitet. \u00c4hnliches Feeling, wie wenn man in den Flugh\u00e4fen auf diesen Transportb\u00e4ndern nicht stehenbleibt, sondern ausschreitet. Bizarr! Wenigstens konnte ich auf der zweiten Treppenstufe noch meine F\u00fcsse wieder unter Kontrolle bekommen und nicht das ganze Stockwerk runterpurzeln. ABer auch das bekomme ich noch in den Griff. Dann kann ich auch die Pulsmessgriffe umfassen ohne \u00fcber die eigenen F\u00fcsse zu stolpern.<\/p>\n<p>Der Vorteil ist dann, dass ich nach genug Training nicht mehr das Gef\u00fchl habe, ich w\u00fcrde meine Lunge in den Bus kotzen, wenn ich wieder zu sp\u00e4t von zuhause losgegangen bin. Apropos Geist und kotzen: Bei der ersten Schweizer Castingshow&#8230; Falsch, ist ja schon die Zweite. Also, bei der zweiten Schweizer Castingshow namens MusicStar pr\u00e4gte ein Jurorenspruch unsere aktuelle Dialektwelt: &#8222;Meh Dr\u00e4ck&#8220; (= mehr Dreck). Damit wollte der sympathische Herr einem Kandidaten mitteilen, dass seine Pr\u00e4sentation zwar okay war, aber halt das raue Urt\u00fcmliche, das Markante vermissen liess. Gestern las ich etwas in diesem Zusammenhang auch \u00fcber das Schreiben.<\/p>\n<p>Man solle echt schreiben, wie es in einem hochbrodelt, weil dann das Leben auf das Papier trieft, unverf\u00e4lscht, ohne eigene Kopfzensur, einfach schreiben und nicht \u00fcberlegen, ob das jetzt passt oder nicht. Mit meh Dr\u00e4ck eben. Eigentlich korrekt. Wenn meine Gedanken losschiessen wie rausgerotzt, dann treffen die den Punkt irgendwie besser, als wenn ich daran rumfeile. Muss nicht f\u00fcr jeden passen, f\u00fcr mich konnte ich das durchaus unterschreiben. Was klingt echter von Bruce Willis in &#8222;Die Hard&#8220; (= Stirb langsam): Yippiekayeh Moddafacka oder Jippieieh Schweinebacke. H\u00e4tte Bruce das wirklich gesagt? Uuuh, I feel dirrrty now. Und sch\u00f6n, dass wir mal dr\u00fcber geredet haben.<\/p>\n<p>Hm. Ob ich das da oben so stehen lassen kann?<\/p>\n<div class=\"music\">Aktuell im Ohr: Oomph! &#8211; Hidden Track auf &#8222;Wahrheit oder Pflicht&#8220;<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gesunder Geist in einem gesunden K\u00f6rper propagierten damals schon die alten Griechen. Was damals funktioniert hat, kann heute ja nicht sooo abwegig sein. 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