{"id":533,"date":"2003-12-01T10:52:27","date_gmt":"2003-12-01T08:52:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/?p=533"},"modified":"2003-12-01T10:52:27","modified_gmt":"2003-12-01T08:52:27","slug":"alltagsunterhaltung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/2003\/12\/01\/alltagsunterhaltung\/","title":{"rendered":"Alltagsunterhaltung"},"content":{"rendered":"<p>Ich habe zu Beginn meiner Schreibt\u00e4tigkeit an dieser Stelle behauptet, der Alltag sei Quell verschiedensten Irrsinns und habe dies wohl in den meisten meiner Eintr\u00e4ge zu Gen\u00fcge bewiesen. Hilfreich ist dabei auch, wenn man mit einer \u00fcberbordenden Phantasie beschenkt wurde, denn so erkennt man oft in Banalit\u00e4ten noch einne Grund zum Schmunzeln. Dumm ist, wenn man sich dann minutenlang \u00fcber etwas ausgesch\u00fcttet hat und dies dann Menschen mit weniger Hang zur Abstraktion des t\u00e4glichen Lebens erz\u00e4hlt und in starre Gesichter blickt. Da bin ich schon sehr froh, dass ich mit einer \u00e4hnlich kranken Person zusammenlebe, die mich versteht. Meistens. Ausgenommen bei gewissen Werbespots. Da lache ich \u00fcber den Spot und sie \u00fcber mich. Das macht mir aber nichts. Es macht mir auch nichts, wenn SIE einen Kuchen backt f\u00fcr mich und meine B\u00fcrokollegen. Also ich meine, es macht mir nichts, wenn sie mir den einpackt und sagt: &#8222;Der schmeckt irgendwie seltsam. Sag einfach, DU h\u00e4ttest ihn gemacht&#8220;. So sind wir. Was sich liebt, das neckt sich. Wir machen uns auch gerne \u00fcber Pseudomultikultiges lustig, weil Deutsche und SChweizer ja SO verschieden auch nicht sind. Sie sagt gerne mal, dass wir Schweizer eine seltsame Sprache haben. Das beweist sich dann, wenn sie wortspielern will, einem Freund eine &#8222;Happy B\u00fcrstday&#8220;-SMS schickt und ich ihr dann erkl\u00e4ren muss, dass &#8222;b\u00fcrsten&#8220; in der Schweiz nicht nur im klassischen Sinne verstanden wird sondern auch als &#8211; sagen wir es mal vorsichtig &#8211; &#8222;v\u00f6geln&#8220;. Ratet mal, wer da MEHR gelacht hat.<br \/>\nAber nochmal zum Zusammenleben und abstraktem oder bizarrem Denken. Inzwischen habe ich mich an das neue Zuhause gew\u00f6hnt und sch\u00e4tze durchaus einige der Features. Zum Beispiel, dass es zwei Toiletten gibt. Wir denken immer wieder gerne zur\u00fcck an Situationen, wo wir nach Hause kommen von einem Ausflug oder von extensivem Einkaufen und wie das Schicksal so will: Beide haben unterwegs reichlich getrunken und sturmflutm\u00e4ssig bahnt sich nun etwas durch die internen Kan\u00e4le. Eigentlich heisst es ja &#8222;ladies first&#8220; oder &#8222;Frauen und Kinder zuerst&#8220;, doch in Notsituationen ist sich jeder selbst der N\u00e4chste. Das Bewusstsein, dass zwei Personen genau jetzt und genau hier vorhanden sind, aber nur ein Klo, reduziert sofort alles aufs existenzielle Minimum. Die ganze Welt schrumpft auf die paar Kubikmeter, die Zeit stolpert und friert ein zu einem z\u00e4hfl\u00fcssigen Brei. Zwei Menschen schiessen los, so schnell sie k\u00f6nnen und bewegen sich doch nur in z\u00e4hem Zeitlupentempo, beidseitig bewusst um die Wichtigkeit des Schnellerseins. Du oder ich. Sie oder er. Nass oder trocken. Von hinten scheinen sich Gummiseile um die Glieder zu legen, von Vorne zieht das Grundbed\u00fcrfnis, der laut erschallende Ruf der Natur. Wie das von Hand Bild f\u00fcr Bild vorw\u00e4rts geschaltete Videoband des Lebens bewegen sich zwei Geister und K\u00f6rper, alles \u00fcberlagert vom Soundtrack aus &#8222;Chariots of Fire&#8220; Bam BammBam Bam BAMM Bam, Bam BammBamm Bamm Baaamm. Bein stellen, Haare ziehen, Ellbogen ins Gesicht schlagen, alles ist erlaubt, vor nichts schreckt man zur\u00fcck. Krass. Wenn ich dann den Kopf sch\u00fcttle platze ich wieder in die Realit\u00e4t zur\u00fcck und bin durchaus froh, dass uns das f\u00fcr immer erspart bleibt. Auch wenn wir f\u00fcrs G\u00e4steklo ein Frankenst\u00fcck brauchen, weil wir immer noch das Drehkreuz installiert haben.<br \/>\nApropos sch\u00fctteln: Was soll es bitte bringen, wenn ich mich sch\u00fcttle, bevor ich einen Fruchtsaft \u00f6ffne? Hat das einen kosmisch kausalen Zusammenhang?<\/p>\n<div class=\"music\">Aktuell im Ohr: Das lautstarke Gerattere von unserem Farblaserdrucker<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe zu Beginn meiner Schreibt\u00e4tigkeit an dieser Stelle behauptet, der Alltag sei Quell verschiedensten Irrsinns und habe dies wohl in den meisten meiner Eintr\u00e4ge zu Gen\u00fcge bewiesen. Hilfreich ist dabei auch, wenn man mit einer \u00fcberbordenden Phantasie beschenkt wurde, denn so erkennt man&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-533","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/pzLdb-8B","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/533","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=533"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/533\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=533"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=533"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=533"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}