{"id":51,"date":"2002-05-16T19:07:38","date_gmt":"2002-05-16T17:07:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/?p=51"},"modified":"2009-08-24T16:09:30","modified_gmt":"2009-08-24T14:09:30","slug":"mach-mal-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/2002\/05\/16\/mach-mal-auf\/","title":{"rendered":"Mach mal auf&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>OK, nun ist es soweit, ein R\u00fcckblick auf meinen Aufenthalt im Spital (Na, wer weiss noch was das ist? Wer hat aufgepasst, hm?) vor Kurzem und was dort so passieren kann. Anlass des Ganzen war ein Zwerchfellbruch meinerseits, da lief dann die Speiser\u00f6hre aus dem Ruder und irgendwie resultierte das in h\u00e4sslichen AUAs und ganz seltsamen Vorkommnissen in mir drin. Also wollt ich das beheben lassen (wurde mir auch geraten, wahrscheinlich brauchte der Arzt einen neuen Satz Golfschl\u00e4ger&#8230;) und habe unter anderem die Voruntersuchungen von vor ein paar Eintr\u00e4gen mitgemacht. Nun ging es aber ans Eingemachte, im wahrsten Sinne des Wortes. Also hab ich ein bisschen was zusammengepackt, so im Stil &#8222;Kleine Ferien&#8220; und habe mich morgens um sieben eingefunden und mich nach einer unwesentlichen Verz\u00f6gerung auf die Station begeben, wo ich denn die n\u00e4chsten Tage meine Erholung finden sollte. Entgegen allen Erwartungen wurde ich von einer jungen UND h\u00fcbschen Schwester in Empfang genommen, was mich einerseits freute, andererseits auch wieder nicht. Ich seh nun halt in Krankenhausnachthemd nicht wirklich vorteilhaft aus. Ab ins Bett und runtergekarrt in Richtung Operationssaal, wo schon der An\u00e4sthesist auf mich wartete. Wir haben dann eine kurze Diskussion vom Zaun gebrochen, wer denn nun f\u00fcr den Bluterguss (Vortag, Blutentnahme) an meinem Ellbogen verantwortlich sei, er oder ich. Er gewann den Disput dahin gehend, dass er mir einfach eine Spritze setzte, die mich ins Land der Tr\u00e4ume schickte. Auch eine Variante, jemanden zum Schweigen zu bringen.<br \/>\nStunden sp\u00e4ter: Irgendwie so um Mittag rum wachte ich wieder in meinem Zimmer auf und hatte ein ziemlich seltsames Gef\u00fchl, so als ob man mich ein bisschen durch die Mangel gedreht hatte. Nach Ansicht meines Bauches, den ich Halbdelirium noch so einigermassen erkennen konnte wurde mir \u00fcberaus bewusst, dass eine Mangel ein Scheiss dagegen gewesen w\u00e4re. F\u00fcnf zierende L\u00f6cher, sch\u00f6n verteilt und mit so seltsamer Abdeckfolie \u00fcberklebt. Es sah echt nicht lecker aus. Ich wusste ja, dass man mich nicht mehr komplett aufs\u00e4beln musste, aber unsch\u00f6n war es auch mit den kleinen Einschussl\u00f6chern.<br \/>\nMir kam dabei wieder in den Sinn, wie es auf (damals noch) TM3 LaNotte gab mit diesem H\u00fchner-Fick-Spiel, wo der Kandidat LINKS und RECHTS rufen musste und wenn der geile Hahn an einer Henne stand, dann rief man POP POP POP um die Dame zu begl\u00fccken. Unser Chefchirurg operiert ab und zu auch mit Operationsroboter, den man mit Sprache steuert. LEFT und RIGHT und CUT CUT CUT. Irgendwie f\u00fchlte ich mich pl\u00f6tzlich ganz seltsam. Dann fiel mir aber wieder ein, dass die das zwar mit so minimalen Eing\u00e4ngen machen, aber trotzdem nicht mit Robocut. Und ich war auf der Narkose aufgewacht, ohne zu kotzen. Darauf bin ich stolz, das ist in unserer Familie bisher einmalig.<\/p>\n<p>Also lag ich nun da und harrte der Dinge die da kommen w\u00fcrden. Erst mal kam gar nichts, ausser das Zeug aus der Infusionsbuddel (man erinnere sich der 80er Kom\u00f6die &#8222;Is&#8216; was, Doc?&#8220; wo in jeder Einstellung was anderes in der Infusion rumschwebte, wie Goldfische, Schneekugeln, etc.). Bloss meine war mit irgendeiner L\u00f6sung gef\u00fcllt. Ohne Zubeh\u00f6r. Gab&#8217;s nicht. Gab auch nichts zu trinken. Geschweige denn zu essen. Schliesslich hatten die mir grad den oberen Teil des Magens um die Speiser\u00f6hre gewickelt und zusamengetackert, um der guten R\u00f6hre wieder ihre alte Form zu verleihen. Weil das aber ein ziemlicher Umbau gewesen war, musste man jetzt dem Gebiet Erholung g\u00f6nnen (plus am n\u00e4chsten Tag unter Einnahme von Kontrastmittel r\u00f6ntgen, um zu sehen, ob \u00fcberhaupt noch was bis zum Magen durchging). Ging dann am Ende auch, aber eineinhalb Tage ohne was zu trinken ist elend. Daf\u00fcr hatte ich in den Schultern TIERISCH Muskelkater.<br \/>\nAuf Anfrage wurde mir erkl\u00e4rt, dass f\u00fcr die Operation die Bauchh\u00f6hle mit Gas vollgepumpt wird, damit da besser Platz ist (deshalb auch die riesige F\u00fclle, ich wusste doch, dass ich nicht so fett bin). Jetzt bleibt aber ziemlich viel Gas drin und das steigt dann im K\u00f6rper auf und baut sich in den Schultermuskeln ab. Gut, ist mein Kopf schon voll Luft, sonst w\u00e4r das noch weiter gestiegen. Es war nebenbei auch kein Helium, denn ich verbrachte die N\u00e4chte im Bett und nicht unter der Decke schwebend.<br \/>\nAufstehen durfte ich schon recht bald und wurde st\u00fcckweise in die Selbstst\u00e4ndigkeit entlassen. So mit selber Morgentoilette und so. Nur, irgendwie hatten die mich wohl am Kopf operiert statt am Bauch, denn was sage ich auf die Frage einer Krankenschwester (Exemplar jung und h\u00fcbsch), ob sie mir beim Waschen behilflich sein soll? NAT\u00dcRLICH hab ich NEIN gesagt, ich ARSCH! Ich lern es wohl nie. W\u00e4r sicher lustiges R\u00fcckenrubbeln geworden, aber ich weiss es ja besser und mache artistische Verrenkugen. Ich lass mir dann lieber so Schmerzmittel Marke ultraw\u00fcrg bringen, von denen mir schlechter wird, als von allen Nachwirkungen zusammen. Weh tat&#8217;s dann eigentlich auch noch.<br \/>\nEin weiterer Teil offensichtlichen Sadismus&#8216; wird ansichtig, wenn sie einem die Infusionsnadeln aus dem K\u00f6rper ziehen, die ja zur Sicherheit festgeklebt sind. Nun bin ich keine Frau mit unwesentlicher Behaarung am Arm, sondern da w\u00e4chst schon was. Rasiert wird PRINZIPIELL nur da, wo die Nadel reinkommt, aber nicht dort, wo die Klebestreifen befestigt werden. Beim Entfernen derselben ziept das nun wie Sau, aber sie k\u00f6nnen es ja hier nicht einfach wegratschen, weil ja die Nadel noch drinsteckt, also machen sie es gaaaaaaanz langsam, damit man auch wirklich was davon hat.<\/p>\n<p>Am Folgetag also gab es dann das erste Mal was zu trinken. Tee. Unges\u00fcsst. War aber spitze nach dem vorangegangen Nichts. Abends erstmal ein S\u00fcppchen. Fleischbr\u00fche, hier auch Bouillon genannt, ohne was drin, denn Festnahrung war noch verboten. Bis zum n\u00e4chsten Morgen, da gabs zwei St\u00fccke Zwieback. Ihr glaubt gar nicht, wie schweinem\u00e4ssig man sich \u00fcber Zwieback freuen kann. Also ich konnte es. Vor allem, weil ich die Dinger auch wirklich durch meine &#8222;neue&#8220; Speiser\u00f6hre schiessen konnte. Der n\u00e4chste Schritt war dann Cremesuppe! (Ich erfuhr erst sp\u00e4ter, dass Suppe in ungef\u00e4hr K\u00f6rpertemperatur so etwa das Bl\u00f6deste war, um es zu schlucken, weil Speiser\u00f6hren gerne was zum Anpacken haben, speziell, wenn es eine andere Temperatur hat als der K\u00f6rper). Naja, runter musste sie doch. Wollte aber halt schon nicht so. Da war das Mittagsmen\u00fc am n\u00e4chsten Tag schon besser. Das war auch irgendwie durch die Mangel gedreht worden, denn p\u00fcriert sieht alles ziemlich&#8230; hmmm&#8230; naja&#8230; mitgenommen aus und man f\u00fchlt sich selber, als h\u00e4tte man die 80 schon \u00fcberwunden und sitze im Altersheim. Aber geschmeckt hat&#8217;s. Die Steigerung dazu war dann auch wiederum einen Tag sp\u00e4ter ein Schnitzel. Ein ganz ganz kleines. Ich ess auch generell weniger. Ist aber als Di\u00e4t so im Gesamtbild nicht zu empfehlen. Ist schon ziemlich Hardcore.<\/p>\n<p>Tja, auf jeden Fall kam ich dann f\u00fcnf Tage nach der Operation wieder raus und wurde auf die Menscheit losgelassen. Nur etwas langsamer und mit der Aussicht, das n\u00e4chste halbe Jahr keine kohlens\u00e4urehaltigen Getr\u00e4nke zu mir nehmen zu k\u00f6nnen, denn die neu entstandene Klappe braucht geschlagene sechs Monate (so ungef\u00e4hr) um zu lernen, wann Luft aus dem Magen nach oben will und wann was anderes. Also nichts mit herzhaften R\u00fclpsern nach heftigem Cola-Genuss. Meine Umwelt wird mir dankbar sein. Aber Eistee ist auch nett. Ach nein, Moment, das darf ich nicht, weil meine Nierensteine das zum Anlass nehmen k\u00f6nnten, wieder zu wachsen. Trink ich halt Wasser. Soll ja gesund sein. Wenn&#8217;s nur nicht so langweilig w\u00e4re. Gibt&#8217;s eigentlich auch irgendwelche Instantgetr\u00e4nke, die NICHT Eistee sind? Ich w\u00e4r da interessierter Abnehmer&#8230;<\/p>\n<p>Sollte mir noch Weiteres einfallen, was in der Zeit so passiert ist, werd ich das nat\u00fcrlich noch anf\u00fcgen. Ist mir eigentlich wurscht, ob&#8217;s wen interessiert, ist schliesslich MEIN Tage-Buch und da kann ich reinmalen, was ich will. So.<br \/>\nJetzt noch f\u00fcr die ganz harten Kerle (also ich hoffe, roger kann inzwischen wieder was essen) und Kerlinnen: Bilder von der WAHREN F\u00fcllung eines Kekses, also eine Art Insider-Report meiner selbst. Ganz nett war ja auch der Kommentar von Hoobee zu jedem Bild: &#8222;Aber das da ist FETT, oder?&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kay-x.net\/bilder\/op\/op.htm\" target=\"_blank\">Die Fotos<\/a> (sagt aber nicht, ich h\u00e4tte euch nicht gewarnt)<\/p>\n<div class=\"music\">Aktuell im Ohr und nicht im Magen: Wax &amp; Jacarta &#8211; Wormhole 98<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>OK, nun ist es soweit, ein R\u00fcckblick auf meinen Aufenthalt im Spital (Na, wer weiss noch was das ist? Wer hat aufgepasst, hm?) vor Kurzem und was dort so passieren kann. 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